Der FC Wil spielte zuhause und war dennoch das Auswärtsteam. Aber von diesem «Heimvorteil» war vorab in der ersten Halbzeit wenig zu sehen. Schon nach 11 Minuten traf Sämi Ballet zum 1:0. Wieder Ballet! Bis zum Winter gehörte der Stürmer zum Kader des FC Wil 1900 – jetzt traf er in beiden Spielen gegen seinen ex-Verein. Die erste Halbzeit war ungenügend, nach der Pause steigerte sich das Team. «In der zweiten Halbzeit kann ich der Mannschaft null Vorwurf machen. Sie hat umgesetzt, was wir wollten, aber wir sind nicht mit dem Ausgleich belohnt worden», meinte Cheftrainer Alex Frei nach dem Spiel.

In Abwesenheit des verletzten Serkan Izmirlioglou erhielt der erst 18-jährige Vorarlberger Leo Mätzler nun bereits zum zweiten Mal das Vertrauen und stand in der Startelf. So richtig freuen darüber konnte er sich nicht: «Davon kann ich mir jetzt nichts kaufen. Natürlich ist es schön, regelmässig auf dem Platz zu stehen, aber lieber gewinnen wir die Spiele.» Auch er musste feststellen, dass die Mannschaft in der ersten Halbzeit nie richtig ins Spiel und in die Zweikämpfe gekommen sei: «Der Gegner war einfach besser. «In der Offensive ging auf den letzten 30 Metern viel zu wenig, wie unser Trainer konstatieren musste: «Die letzten 30 Meter sind individuelle Klasse, Kreativität, Talent, Gier und Wille – und das geht uns im Moment etwas ab.»

Mitten im Abstiegskampf

Noch immer liegt der FC Wil sechs Punkte vor dem Tabellenletzten Chiasso auf Rang 7, aber der Vorsprung ist geschmolzen. Die Niederlage gegen den FC Winterthur ist ärgerlich und unnötig. Sie bringt das Team weiter in Bedrängnis. Alex Frei mahnt: «Vor einer Woche war es noch zehn vor zwölf, jetzt ist es fünf vor zwölf!» Die nächsten Aufgaben sind anspruchsvoll: Am kommenden Samstag reist die Mannschaft zu Leader GC, in zehn Tagen kommt der formstarke FC Aarau ins Bergholz.

(FC Wil)