Die SP Wil sprach sich an ihrer Hauptversammlung vom Dienstagabend im Hof zu Wil für einen politischen Vorstoss aus, in der Stadt Wil ein Pilotprojekt für kontrollierte Cannabis-Abgabe zu lancieren. Unter Wahlen wurde Daniel Schönenberger nach halbjährigem ad Interim-Einsatz definitiv im Amt bestimmt. Anja Bernet tritt neu im Vorstand an, für Marianne Mettler ist es eine Rückkehr zum Kassieramt. Die Initialisierung einer Wohnbaugenossenschaft, aktuell auf dem Zeughausareal, will die SP vorantreiben.Der nun definitiv ins Amt gewählte Präsident Daniel Schönenberger will das Hoch zum 100-Jahr-Jubiläum der SP Wil vom Vorjahr nutzen, mit weiteren Akzenten aufstrebend zu agieren.

Bei den Leuten die Meinungen abholen
Daniel Schönenbergers präsidialer Jahresbericht fiel etwas kürzer aus, da er erst seit rund sechs Monaten den Vorsitz übernommen hat. Er stellte zum Jahresablauf fest, dass sie Vieles mit Präsenz auf der Strasse bewegen konnten. Auch überparteilich Kontakte aufzunehmen, ist Schönenberger wichtig.

Die gute Zusammenarbeit im Vorstand und den Behördemitgliedern in Stadtrat und Schulrat mache ihn zuversichtlich für die Zukunft. Gerade Behördemitglieder seien wichtige Voraussetzung, um Themen frühzeitig aufzunehmen. Dazu gehört nach Schönenberger auch die Bewirtschaftung der Reglemente, um viele Meinungen einfliessen zu lassen.

Stadtratsmandat fordert
Stadtrat Dario Sulzer wies zum Rückblick auf 2017 auf den vielfältigen Einsatz hin. So habe er im Stadtrat über 200 Geschäfte behandelt, was über 3'000 Seiten Vorbereitungsstudium bedurft habe. Positiv vermerkte er den erfreulichen Abschluss bei der Jahresrechnung. Aus seiner Sicht negativ sei der weitere Anstieg bei der Sozialhilfe. Allerdings könnten sie auch Mehrerträge bei Rückforderungen verbuchen. Wil sei nun einmal auch für weniger Bemittelte attraktiv, um sich weniger beobachtet bewegen zu können. Nach sechs Jahren Stadtrat zieht Sulzer ein positives Fazit betreffend die Zusammenarbeit im Stadtrat und auch der Fraktion.

Finanziell auf Kurs, dank Mandatsträger
Die Rechnung der SP Wil für das Jahr 2017 schloss trotz Jubiläumsfeier mit einem Plus von 1040 Franken ab. Das Jubiläum erforderte einen Aufwand über 7'000 Franken. Das Vermögen stieg neu auf 30'600 Franken, was für nächste Wahlen ein gutes Polster darstelle. Der Präsident wies darauf hin, dass sie nur dank den Beiträgen der Mandatsträger so gut daständen. Der Mitgliederbeitrag wird auf aktuellem Niveau belassen. Die rückwirkende Erhöhung, wie von der Kantonalpartei gefordert, soll abgelehnt werden.

Abschied und Ehrungen
Mit dem Rücktritt von Marianne Mettler aus dem Parlament war eine spezielle Ehrung angesagt. Silvia Ammann hatte in ihrer Laudatio guten Grund, die Arbeit von Marianne Mettler zu würdigen. In ihrer Amtszeit über 17 Jahre im Parlament habe sie wohl an mehr als 160 Sitzungen teilgenommen. Hohe Würde war ihr zugetan mit dem Amtsjahr als Parlamentspräsidentin im 2004. Ihre politischen Vorstösse seien sozusagen ein Abbild der SP-Anliegen gewesen. Marianne Mettler betonte, dass die 17 Jahre für sie nicht nur spannend, sondern auch lehrreich gewesen seien.

Dem abtretenden Präsidenten im Vorstand, Rino Scherrer, waren gleichfalls lobende Worte beschert. Vorstandsmitglied Doris Scheiflinger wies auf den grossen Einsatz von Scherrer hin über die Jahre im Amt, so auch mehrere Jahre als Vorstandsmitglied.

Die SP hat wieder einen Präsidenten
Unter Wahlen galt es Daniel Schönenberger von seinem ad Interim-Einsatz abzulösen und ihn definitiv als Präsident zu bestätigen. Neu im Vorstand nimmt die Primarlehrerin Anja Bernet Einsitz und Marianne Mettler übernimmt von Michael Schönenberger das Kassieramt.

Wohnbaugenossenschaft soll Tatsache werden.
Bei der SP hat man klare Vorstellungen betreffend der Gründung einer Wohnbaugenossenschaft. Im Visier ist das Zeughausareal, um darauf bezahlbaren Wohnraum realisieren zu können. Mit Beschluss, einen Genossenschaftsanteil über 500 Franken im Fall der Gründung zu erwerben, wollten die Mitglieder das Interesse betonen. Ob es einst das Zeughausareal sein wird oder andernorts, sollte dabei offen bleiben.

Cannabis-Pilotprojekt lancieren
Die JUSO-Gruppierung der SP Wil stellte Antrag, mit einem politischen Vorstoss im Parlament die Beteiligung an einem Pilotprojekt für Cannabis-Abgabe teilzunehmen. Nach Nationalrätin Barbara Gysi könnte Wil durchaus eine Vorreiterrolle einnehmen. Mehr Chance hätte der Vorstoss, wenn man dies z.B. mit St. Gallen realisieren könnte. Nach Stadtrat Dario Sulzer wäre ein Projekt über den Experimentierartikel im Betäubungsmittelgesetz durchführbar. Dem Antrag stimmten die Mitglieder zu. Es wird Sache der Fraktion sein, den Vorstoss umzusetzen.

Dem Generalstreik 1918 gedenken
Unter Varia kam der Vaterschaftsurlaub zur Sprache. Dario Sulzer wies darauf hin, dass das städtische Personalreglement fünf Tage Vaterschaftsurlaub vorsehe.

Der Gedenkanlass zum Landesstreik 1918 soll auch in Wil zum Thema werden. Es gebe gerade aus sozialpolitischer Sicht darin Errungenschaften, welche Erwähnung finden sollen. Dazu gehören die 48 Std-Woche oder auch die Einführung von Proporz-Wahlen. Bei der Volkshochschule Wil (VHS) sind dazu drei Vorträge im Programm, informierte Schönenberger, bekanntlich auch Leiter der VHS.