Die Energiestadt Uzwil lädt auf den 9. September 2017 auf den Raiffeisenplatz in Niederuzwil ein, wo verschiedenste Anwendungen im Solarbereich und Elektromobilität vorgestellt werden. Am Freitagmittag fand mit dem Branchentreff sozusagen der Startschuss zum Anlass statt, den rund 20 Ausstellern einen vorausgehenden Austausch zu ermöglichen. In zwei Referaten erhielten die 20 Branchenteilnehmer einen Einblick in den Entwicklungsstand bezüglich alternativen Energien. An den auf dem Raiffeisenplatz installierten Informationsständen konnte abschliessend reger Austausch stattfinden.Der Uzwiler Verwaltungsleiter Thomas Stricker wies in seiner Eröffnung der Information im Clubraum von Raiffeisen in Niederuzwil darauf hin, dass sie sich als Förderer, vielleicht manchmal auch als Treiber für die Energiewende verstehen. Die Gemeinde verhalte sich bereits heute auf verschiedenen Ebenen ökologisch. Neben Ökostrom für alle Anwendungen baue die Gemeinde alljährlich eine grössere Photovoltaikanlage, fahre mit Elektro-Autos und -Velos.

Für nachhaltige Information sorgen
Für Private sei eine Anpassung im Förderprogramm in Vorbereitung, so auch für Speicherbatterien, führte Stricker weiter aus. Elektromobilität und Solarstrom zeige sich vielversprechend, im Alltag aber nicht immer einfach umsetzbar. Die heutige Information bilde sozusagen den Startschuss für die gross angelegte Ausstellung mit Ausstellung anfangs September, wo sich neun Anbieter im Solarbereich und 11 Firmen mit Elektro-Mobilen für Testfahrten vorstellten. Der breiten Öffentlichkeit soll nachhaltige Informationen zugänglich gemacht werden.

Gemeindepräsident Lucas Keel in seinen Grussworten: „Elektro hat auch mit Intelligenz zu tun. Wenn der Kunde im Solarbereich investieren soll, erwarte er ein Angebotspaket, das alle Betriebsanforderungen erfülle. Uzwil engagiere sich mit dieser Ausstellung, um Erfahrungen zu sammeln.

Elektromobilität lohnt sich
Im ersten Referat stellte der unabhängige Berater im Solarbereich, Urs Schwegler von E-Mobile, fest, dass sich mit der Kombination von Elektromobilität und Solarstrom die Chance biete, fossile Treibstoffe ablösen zu können. Zum einen sei der Wirkungsgrad des Elektroantriebs zwei bis vier Mal höher als beim Verbrennungsmotor. Es lasse sich rechnen, dass der Stromverbrauch bei 100% E-Autos lediglich um 10 bis 20% zunehme. Allerdings lösten auch Elektro-Autos die Verkehrsprobleme nicht.

Zu den Treibern von Elektromobilität gehörten das heute umfassende Fahrzeugangebot, der Fahrspass, die CO2-Vorschriften, aber auch die Energiewende als Ganzes. Als Hemmnisse stehen nach Schwegler der Fahrzeugpreis, die begrenzte Reichweite, die Ladedauer etc im Raum. Weil Solar und Elektromobilität in der Politik nicht prioritär behandelt werden, zeige sich dies ebenso als Hemmnis. Zu den Handlungsfeldern für Gemeinden lobte Schwegler die Haltung der Gemeinde mit vorbildlichem Einsatz von Elektromobilität.

Hoher Zuwachs in China
Schwegler erinnerte an den Meilenstein im 2011 mit der Vorstellung des ersten Elektroautos, eines Citroen. In den letzten Jahren sei bezüglich Batterien viel gelaufen. So habe Renault die Batterieleistung innert vier Jahren um 78% gesteigert bei gleichem Volumen. Seien im 2011 noch 500 Zulassungen für Elektro-Autos registriert worden, seien dies unterdessen 7'000. Mit rund 300'000 verkauften Fahrzeugen zeige sich der Anteil noch immer sehr bescheiden.

Es herrsche in der Bevölkerung grundsätzlich ein umweltbewusstes Denken, aber beim Handeln sei alles schnell vergessen. Auch muss nach Schwegler für Anreize im Immobilienbereich gesorgt werden, z.B. Ladeinfrastruktur in Tiefgaragen. In China laufe sehr viel bezüglich Solarförderung. Im Internationalen Bereich steige China wie die Grafik zeigt zum Marktleiter auf. Relativieren müsse man das Ganze, dass ob der grossen Einwohnerzahl der Einsatz dennoch bescheidener als bei uns ausfalle.

Bühler in vielen Segmenten dabei
Samuel Schär, CEO Advanced Materials, wies auf die erarbeiteten Technologien hin, welche für Solarpanels und Elektromobilität Anwendung finden. Die Silberfarbe auf Solarpanels wie auch das Glasplasma werde zu einem grossen Teil auf Bühler Walzwerken hergestellt. Das Rohmaterial für Batterien erfordere spezielle Mischereien, welche für Feinstofflichkeit geeignet seien.

In den letzten sieben bis acht Jahren hätten sie Mischereianlagen für 20 Mio. Franken ausführen können. Bis 2020 wollten sie den Absatz auf 100 Mio. Franken steigern.. Bühler sei weitergehend an einer Kooperation mit der Gemeinde interessiert. Mit drei verschiedenen Solaranlagen auf den Dächern sammelten sie Erfahrungen. Sie wollten Elektromobilität bei ihren Mitarbeitern fördern mit der Installation von Ladestationen, was für Elektro-Autos auch bevorzugte Parkplätze ergebe.

Umfassend informieren und Praxisangebote
Abschliessend der Information wies Thomas Stricker auf die Ausstellung anfangs September hin. Neben 11 Fahrzeuganbietern informierten weitere neun Firmen über Solarstrom- und Elektromobilitätsanwendungen. Seitens dem bei gezogenen Berater von E-Mobile steht der Informationsflyer bereits, um dann in alle Haushaltungen verteilt zu werden.

Beim abschliessenden Apero auf dem Raiffeisenplatz erfolgte reger Austausch über die heute zugänglichen Anwendungen, wie auch die zukünftigen Entwicklungen. Einer der anwesenden Autoverkäufer gab zu verstehen, dass jedes dritte verkaufte Auto ein Elektro-Auto sei.