Der Turnhallenkomplex Feld, unmittelbar neben dem Oberstufenzentrum, besteht im Wesentlichen aus zwei Hallen mit Baujahr 1974 sowie einer kleinen Halle und einer Hauswartwohnung mit Baujahr 1956. In der Hauswartwohnung ist heute die Musikschule untergebracht. Abgesehen von kleineren Reparatur- oder Renovierungsarbeiten sowie der Sanierung der Holzdecke im Jahr 2006 wurde am Gebäude seit dessen Erstellung nie etwas verändert. «Der Turnhallenkomplex bedarf dringend einer gründlichen energetischen und haustechnischen Sanierung. Denn auch die Leitungen, die Haustechnik und die Fenster sind in die Jahre gekommen», schreibt der Flawiler Gemeinderat in einer Mitteilung.

Ob eine Sanierung oder ein Neubau die wirtschaftlich sinnvollste Lösung darstellt, wurde mittels einer umfassenden Bauanalyse und einer Machbarkeitsstudie geklärt. Der Gemeinderat hat sich im Mai 2018 für einen Neubau ausgesprochen und ein Projektteam mit der Planung beauftragt.

Gebäude an der ursprünglichen Lage

Anfang Mai 2019 wurde dem Gemeinderat das Vorprojekt vorgelegt. Der Rat bezeichnete dieses grundsätzlich als gelungen. Die Kostenschätzung ergab jedoch Gesamtkosten, die weit über der Zielgrösse lagen. Aufgrund dieser Überschreitung beauftragte die Flawiler Exekutive das Projektteam, das Vorprojekt zu überarbeiten und zu optimieren. Als realistische, neue Zielgrösse wurden 13 Millionen Franken festgelegt. Das überarbeitete Projekt wurde vom Gemeinderat Ende Oktober 2019 genehmigt. Die Kostenschätzung beläuft sich nun auf total rund 13,87 Millionen Franken. Einsparungen wurden durch die neue Kompaktheit und das deutlich geringere Bauvolumen erzielt. Zudem wurde der Gebäudekomplex wieder an seiner ursprünglichen Lage positioniert, was die Kosten für die Umgebungsarbeiten senkte.

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Die Raumanordnung ist heute ungeeignet. Die Hallen 1 und 2 sind zueinander winkelförmig angeordnet und lassen sich darum nicht als klassische Doppelhalle nutzen.


Heizzentrale im Neubau

Seit 1972 befindet sich im Keller des Oberstufenzentrums eine Heizzentrale. Sie beliefert im Sinne eines Wärmeverbunds nicht nur sämtliche Gebäude des Oberstufenzentrums mit Wärme, sondern auch das Primarschulhaus Feld, den Kindergarten Feld, den Lindensaal, die Kirche der reformierten Kirchgemeinde Flawil sowie die Seniorensiedlung Feld. «Die Anlagen sind nicht mehr auf dem heutigen Stand der Technik und müssen erneuert werden. Zudem genügen die bisherigen Brennstoffe Heizöl und Erdgas als alleinige Energieträger den künftigen gesetzlichen Ansprüchen für öffentliche Gebäude nicht mehr», so die Gemeinde.

Bei der Projektierung des Neubaus des Turnhallenkomplexes habe sich gezeigt, dass eine neue Heizzentrale sinnvollerweise im geplanten «Neubau Turnhalle und Musikschulzentrum Feld» untergebracht wird. In dessen Untergeschoss sei genügend Raum, um einen Wasser-Eis-Speicher zu platzieren. Ergänzt mit einer Photovoltaikanlage, einem Blockheizkraftwerk und einem mit Biogas betriebenen Spitzenlastkessel ergibt dies für zwei Millionen Franken eine mit über 90 Prozent erneuerbarer Energie betriebene Heizzentrale. Die Amortisation soll über einen vereinbarten Energiepreis für die Abnehmer (evangelisch-reformierte Kirchgemeinde, Genossenschaft für Seniorenwohnungen Flawil und Gemeinde Flawil) erfolgen. (rkf/red)

Als nächstes gibt es eine öffentliche Vernehmlassung. Diese dauert vom 11. Januar bis zum 1. März. Jeder Flawiler kann sich beteiligen.