Die diözesane Missionskommission wurde von Bischof Markus Büchel aufgelöst, die aktuellen Mitglieder erhielten als Dank eine Bistumskerze, Sie hingegen durften eine Bistumsmedaille in Empfang nehmen. Was bedeutet das für Sie?

Überraschung pur! Ich hatte keine Ahnung davon, dass überhaupt eine Bistums-Verdienstmedaille existiert. Inzwischen weiss ich, dass seit 1993 zehn Männer und vier Frauen, inklusive mir, diese Auszeichnung erhielten. Nun denke ich, dass mein Einsatz auf verschiedensten kirchlich-gesellschaftlichen Ebenen wahrgenommen und wertgeschätzt wird.

1988 wurden sie in die Diözesane Missionskommission, DMK, St.Gallen berufen. Was motivierte Sie über all die Jahre dazu?

Für mich persönlich war die Diözesane Missionskommission St.Gallen nebst den Verbindungen zu Pfarreien und Dekanaten die, welche Kontakte für Tagungen und die über lange Zeit jährlichen Einführungen zur Fastenaktion und zum Monat der Weltmission erleichterten. Zudem war sie für mich das Verbindungsnetz zu sprachregionalen und schweizerischen Gremien von Mission und Entwicklung. Darin eingeschlossen sind die entsprechenden Gremien der evangelisch-reformierten Kirche.

Sie haben die Missionskonferenz auch präsidiert und das mehrtägige Treffen für die Schweizer Missionarinnen und Missionaren auf Heimaturlaub organisiert. Welche Begegnungen oder Erinnerungen sind Ihnen dabei besonders geblieben?

Zur Präsidentin der Missionskonferenz der deutschen und rätoromanischen Schweiz - MK DRS - wurde ich Ende 1992 gewählt. Dies, nachdem ich die Reorganisationskommission geleitet und die substanziellen Änderungen mit zwei Drittel der Mehrheit bei der GV angenommen wurden. Die Hauptaufgabe bestand darin, die Umsetzung und Verankerung der Reorganisation an die Hand zu nehmen. Der Dompfarrer, Paul Strassmann, war mein umsichtiger, stets für Neuorientierung offener Vorgänger. Als einzige und erste Frau und sogar Laiin wurde mir diese Aufgabe zugemutet und anvertraut. Vorher und bis zur Auflösung waren es stets Männer in Leitungsgremien der Diözesen und Missionsinstituten/ -Orden, die dieses Amt innehatten. Ich wirkte auch im Vorstand des Schweizerischen katholischen Missionsrates mit.

Erstmals wurde dem Präsidium auch das Projekt «Urlauber*innen-Treffen» zur Leitung und Gestaltung übergeben. Später wurden diese Treffen für Zurückgekehrte geöffnet, was sich als sehr fruchtbar erwies. Auf Antrag der Arbeitsgemeinschaft der Missionsinstitute wurden mir diese Treffen, auch nach meiner Demission als Präsidentin, auf unbestimmte Zeit anvertraut. Ermunternd, auch herausfordernd, waren die Offenheit des Vorstandes, der Mitleitenden und Teilnehmenden an Treffen und Generalversammlungen. Aber auch die Grossherzigkeit der Bistümer, die Zusammenarbeit mit dem Präsidium, das gemeinsame Treffen zum Jubiläum «50 Jahre Fidei Donum» weltweit sowie die Offenheit gegenüber anderen Kulturen und Religionen beeindruckten mich während dieser Zeit.

Welche Arbeiten haben Sie dabei ausserdem besonders geschätzt?

Jede Arbeit und Aufgabe habe ich gerne an die Hand genommen. Das beinhaltete unter anderem die unterstützende Zusammenarbeit mit den Leitungsgremien der Missionsinstitute und Bistümer und deren Grossherzigkeit, die Mitwirkung an Projekten von Gremien, das Miteinander mit Personen, die wissenschaftlich-theologisch gebildet sind und doch mit beiden Füssen auf dem Boden stehen. Aber auch die sachlichen Auseinandersetzungen zum Thema missionarische Kirche mit Blick auf das Leben des Jesus aus Nazareth sowie die Vorbereitung, Gestaltung und Durchführung von Generalversammlungen mit den vielfarbigen Begegnungen, Diskussionen, Entscheidungen, um die teils gerungen wurde und die UrlauberInnen-Treffen habe ich immer geschätzt.

Zusätzlich waren Sie 18 Jahre lang in die Organisation des Standes der Kirchen an der Ostschweizer Bildungsausstellung involviert. Unterdessen sind Sie pensioniert, haben jedoch immer noch viele Ämter und Aufgaben. Nehmen Sie es künftig ruhiger? Oder gibt es bereits anderweitige Pläne?

Seitdem die OBA ins Leben gerufen wurde, waren wir als katholische Kirche 19, beziehungsweise als ökumenisches Projekt als ‘Stand der Kirchen’ 18 Jahre mit dabei. Nach einem kurzen Unterbruch wird dieses Projekt ‘kirchliche Berufe’ weitergeführt. Für mich waren die OBA-Jahre kostbar, vor allem auch der vielen Gespräche wegen, mit den vielen jungen Menschen, die auf einem zukamen. Zudem nutzten wir die Möglichkeit, weltweites Sehen und Denken bildlich und begegnungsmässig einzubauen. Im Augenblick habe ich noch ein ansehnliches Arbeitspensum zu bewältigen. Pläne? Für mich ist vieles in mancher Richtung offen. Ich würde mich freuen an manchem, was eine missionarische Richtung beinhaltet. Das bedeutet für mich, in einer auf Seelsorge ausgerichtete Kirche mitwirken zu können. Sicher werde ich versuchen, mein Leben weiterhin vielfältig zu gestalten, meine Kenntnisse in weltweiter Perspektive zu ergänzen, Kontakte unter anderem mit Schreiben aufrecht zu erhalten und dort mitzutragen, wo es notwendend ist.