Ein Meilenstein im zu Ende gehenden Jahr war die Aufrichte beim Schulhausanbau an der Primarschule. Oberuzwil. Bis zum nächsten Sommer werden die Arbeiten abgeschlossen sein. Der neue Schultrakt wird pünktlich auf das neue Schuljahr bezogen werden können. Anschliessend wird die Sanierung des Hauses 1 in der Breite in Angriff genommen werden. Aus Anlass des Jahreswechsels hat Cornel Egger für hallowil.ch in weiteren Bereichen Rück- und Ausschau gehalten.

hallowil.ch: Herr Egger, Sie sind der amtsälteste Gemeindepräsident der Region Wil. Welches sind die markantesten Unterschiede, wenn Sie Ihr erstes Amtsjahr mit dem zu Ende gehenden vergleichen?

Die Ansprüche an die öffentlichen Dienstleistungen sind markant gestiegen. Weiter ist die Arbeit deutlich hektischer geworden. Dies nicht zuletzt aufgrund der «neuen» technischen Möglichkeiten wie E-Mail, Mobiltelefone und dergleichen. Das alles war bei meinem Amtsantritt 1991 noch in weiter Ferne. Bei mir stand damals eine Schreib- und eine Rechenmaschine sowie ein Festnetztelefon mit Wählscheibe auf dem Pult.

hallowil.ch: Oberuzwil wächst, ist aber immer noch ein überschaubares Gemeinwesen. Woran liegt es, dass der Dorfcharakter erhalten geblieben ist?

Wir versuchen stetig, im Dorfzentrum gute, nachhaltige Rahmenbedingungen für einen funktionierenden Dorfcharakter zu erhalten. Dies gelingt uns auch dank der Tatsache, dass Oberuzwil ideal gelegen ist. Aufgrund der topografischen Lage sieht man an jeder Stelle ins Grüne und das Naherholungsgebiet ist von überall aus in wenigen Minuten zu Fuss erreichbar.

hallowil.ch: Was ist zu tun, dass Oberuzwil und die beiden Dörfer Bichwil und Niederglatt lebendig bleiben?

Die Vereine sind in allen Dörfern sehr engagiert und lösen diese Aufgabe ausserordentlich gut. Als Gemeinde können wir die Vereine so gut als möglich mit den Infrastrukturen unterstützen.

hallowil.ch: Einen grossen Stellenwert für das Dorfleben und die Dorfgemeinschaft hat die alte Gerbi. Sie haben deren Erhalt für zehn Jahre garantiert. Gibt es Ideen für danach?

Nein, aktuell gibt es keine Ideen. Die Situation muss zu gegebener Zeit überdacht und neu beurteilt werden. Der Überbauungsplan lässt zwar einige Möglichkeiten offen. Doch das Gebäude wird auf drei Stockwerken intensiv öffentlich genutzt durch Ludothek, Jugendraum mit Mittagstisch, Kulturraum der Stiftung alti Gerbi.

hallowil.ch: Welchen Gewinn zieht Oberuzwil aus dem Nachtrag zur Gemeindeordnung und der neuen Schulordnung?

Wir profitieren von der neuen, klaren Organisationsstruktur im Bereich der Bildung.

hallowil.ch: Welches sind die dringlichsten Zukunftsaufgaben für die Gemeinde?

In erster Linie möchten wir das Familienzentrum realisieren und wir müssen uns Gedanken über den Unterhalt der bestehenden Infrastruktur machen. Die Integration der fremdsprachigen Bevölkerung fordert uns nach wie vor heraus. Die Aufwertung des Dorfzentrums im Zusammenhang mit der Sanierung der Rössli-Kreuzung ist ein sehr aktuelles Thema. Wann das kantonale Baudepartement die weiteren Schritte der Auflage und Ausführung in die Wege leitet, ist leider noch nicht bekannt.

hallowil.ch: Vielleicht mehr in den Nachbargemeinden als in Oberuzwil selber wird eine mögliche Fusion von Oberuzwil, Uzwil und Oberbüren ins Spiel gebracht. Was spricht dafür? Was dagegen?

Im Moment besteht aus unserer Sicht kein Handlungsbedarf. Jede dieser Gemeinden ist wirtschaftlich und strukturell stark und kann alleine sehr gut bestehen. Was uns drei Gemeinden auszeichnet, ist die überdurchschnittlich gute regionale Zusammenarbeit.

hallowil.ch: Sie sind seit Beginn der laufenden Amtsdauer Mitglied des Kantonsrats. Inwiefern trägt Ihr Einsatz in diesem Gremium auch für Oberuzwil Früchte?

Die Wege zu den Regierungsmitgliedern und zu den kantonalen Instanzen sind deutlich einfacher und schneller geworden. Ausserdem kann ich an Sitzungen von vorberatenden Kommissionen aktiv mitwirken und die Sichtweise der Gemeinden direkt einbringen.