«Der Fahrplan, die Haltestellen, die Fahrzeuge, das alles bleibt gleich», sagt Thomas Baumgartner, Direktor der beiden Bahnen. Seit 2003 arbeiten die regional stark verankerten Meterspurbahnen eng zusammen. Die Appenzeller Bahnen (AB) führen in einem Mandatsauftrag die Geschäfte für die Frauenfeld-Wil-Bahn (FWB). Mit einem rechtlichen Zusammengehen könnten «weitere Vereinfachungen umgesetzt und Optimierungen erreicht werden», schreiben die Bahnen in einer am Mittwoch verschickten Mitteilung.

Weiter heisst es darin, dass die Fusion auch zur «Reduktion von Geschäftsrisiken» führen würde, welchen die beiden Bahnen ausgesetzt seien. Besonders «vertragliche Abhängigkeiten zu Lieferanten und Leistungserbringern» seien zu diesen Geschäftsrisiken zu zählen, sagt Baumgartner. Dies betreffe vor allem die FWB als kleine Unternehmung mit 17 Angestellten. Diese setzen sich aus Lokführern und Reinigungskräften zusammen. Weil der Fahrplan, die Haltestellen und auch die Fahrzeugflotte unverändert bleiben, würde es im Fall einer Fusion nicht zu einem Stellenabbau kommen, sagt Baumgartner. Die Fachleute für Infrastruktur, Marketing sowie die Geschäftsleitung – insgesamt um die 200 Leute – arbeiten in Herisau.

Kosten sollen gespart werden

Bei der FWB seien die strategischen Schritte in der Infrastruktur und bei der Fahrzeugflotte weitgehend umgesetzt oder die Planung ist bereits weit fortgeschritten. Der Handlungsspielraum in Angebot, Vertrieb, Tarif und Sortiment sei bei beiden Bahnen ohnehin beschränkt. Gleichzeitig heisst es: «Mit einem Zusammenschluss werden die Leistungen für die öffentliche Hand vorteilhafter erbracht, was letztlich zu einer finanziellen Entlastung und zu administrativen Vereinfachungen führen wird.» Baumgartner: «Wir gehen davon aus, dass wir mit der Fusion ein bisschen Kosten sparen könnten.» Zahlen kann der Direktor noch keine nennen. Weil die Bahnen Abgeltungen von Bund und Kantonen erhielten, würden etwaige Einsparungen auch die öffentliche Hand entlasten.

Auch die Stadt Wil gehört zu den Eignern. Die Haupteigner beider Bahnen sind der Bund (AB und FWB), die Kantone Appenzell Innerrhoden (AB), Appenzell Ausserrhoden (AB), St.Gallen (AB und FWB) und Thurgau (FWB), die Städte St.Gallen (AB), Wil (FWB) und Frauenfeld (FWB) sowie zahlreiche Gemeinden und Bezirke. Ein geringer Teil der Aktien ist im Besitz von zahlreichen Privataktionären.

Abstimmung im Juni 2021

Bis im Herbst wollen die beiden Bahnen die Grundlagen für die Fusion ausarbeiten und die strategischen Fragen klären. Ziel sei dabei die Beibehaltung der Marken und des Erscheinungsbildes der FWB sowie eine Thurgauer Vertretung in den künftigen Gremien. Falls diese Vorprüfungen positiv ausfallen, werden die Verwaltungsräte den Generalversammlungen von FWB und AB vom Juni 2021 die Fusion beantragen.