Man stelle sich folgende Situation vor: Eine asphaltierte Strasse endet und geht in eine Kiesstrasse über. Zwei Autos können nicht kreuzen, weil die Strasse zu schmal ist. Sie führt dem Waldrand entlang, wo immer wieder und unerwartet Tiere oder Menschen auftauchen können. Und genau bei diesem Übergang steht eine Verkehrstafel, welche das 50 km/h Geschwindigkeits-Limit aufhebt und somit das Fahren mit 80 km/h ermöglicht.

Genau diese Situation gibt es im Uzwiler Waldhofquartier am Fusse des Vogelsbergs. Ist dort wirklich Tempo 80 erlaubt? Theoretisch ja. Aber nur theoretisch. Es handelt sich um eine Strasse, die quer durch fast die ganze Gemeinde bis nach Oberstetten führt. Die Siedlung von Uzwil ist an dieser Stelle zu Ende. In den Verkehrsregeln ist festgehalten: Die allgemeine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h gilt im ganzen dichtbebauten Gebiet der Ortschaft. Sie beginnt beim Signal «Höchstgeschwindigkeit 50 generell» und endet beim Signal «Ende der Höchstgeschwindigkeit 50 generell». Thomas Stricker, Verwaltungsleiter der Gemeinde Uzwil, sagt zu hallowil.ch: «Weil die Verkehrsverordnung das schweizweit als Standard vorsieht, steht die Tafel da und ist keine Besonderheit.»

Und trotzdem darf man nachher nicht mit 80 km/h durch die Auen brettern. Denn die Grundregel, die es im Strassenfahrkehr zu beachten gilt und über jeder Verkehrstafel steht, besagt: Die Geschwindigkeit ist immer den örtlichen Verhältnissen, dem Verkehr und den Sichtweiten anzupassen. Darum: Bitte Fuss vom Gaspedal.