Die Strasse durch Gähwil macht keine gute Figur mehr. Von blossem Auge ist gut sichtbar, wie der Zahn der Zeit an ihr genagt hat. Darum hat der Kanton St. Gallen bereits anfangs 2017 das Kantonsstrassenprojekt «Ortsdurchfahrt Gähwil» öffentlich aufgelegt. Gegen das Bauvorhaben sind allerdings diverse Einsprachen eingegangen. Nachdem im Herbst 2018 die Rekurs-Augenscheine durchgeführt wurden, konnte zwischenzeitlich die Mehrheit der Einsprachen ohne Entscheid erledigt werden.

Auch der Eigentümer des Restaurants Traube, in welchem sich heute Ute’s Café befindet, hat gegen das Strassenprojekt Einsprache erhoben, wie die Gemeinde Kirchberg im aktuellen Mitteilungsblatt vermeldet. Strittig war insbesondere die Neuanordnung der Parkplätze. Im Zuge des Strassenprojektes sollen aus Sicherheitsgründen alle Parkierungen aufgehoben werden, aus denen rückwärtig in die Kantonsstrasse eingefahren wird. Hiervon sind auch die Parkplätze beim Restaurant Traube betroffen.

Landabtausch bringt die Lösung

Die Politische Gemeinde Kirchberg ist als Eigentümerin des an das Restaurant Traube angrenzenden Grundstücks Nr. 42, auf welchem sich im vorderen Bereich das Pärklein mit Brunnen und Sitzbänken befindet, auch in die Gespräche involviert. Diskutiert wurde ein Vorschlag, bei welchem eine Teilfläche des Pärkleins für die Erstellung von Parkplätzen verwendet würde. Im Zuge dieser Verhandlungen hat der Gemeinderat an einem Erhalt des Pärkleins festgehalten. Jedoch wird mit einem Landabtausch im hinteren Teil eine Teilfläche des Grundstückes Nr. 42 zur Verfügung gestellt. Dies ermöglicht die Erstellung von drei Parkplätzen für den Gastwirtschaftsbetrieb. Der Hauptbereich des Pärkleins wird aufgrund dieses Kompromissvorschlages nicht tangiert.

Eingangstor und neue Bushaltestelle

In diesem Punkt hat man sich also geeinigt. Es verbleiben zwei weitre Rekurse auf Stufe Baudepartement des Kantons St. Gallen. Laut Magnus Brändle von der Gemeinde Kirchberg sind die Rekurrenten nicht zufrieden mit den Zu- und Wegfahrtsbestimmungen – oder in einem Fall nicht bereit, Land abzutreten. Mitte Oktober hat das Baudepartement die beiden Rekurse nun abgewiesen. Noch läuft die Rekursfrist.

Verzichten die beiden Parteien auf einen Weiterzug, steht einer Strassensanierung im kommenden Jahr nichts mehr im Weg. Das Projekt besteht aus einer Vielzahl an Massnahmen, womit eine Grossbaustelle im Dorf entstehen wird. Es gibt bei der Garage Schmid ein Eingangstor, der Fuss- und Radweg-Übergang wird angepasst, die Bushaltestelle im Dorf erneuert und das Trottoir ergänzt. Kurzum: Die ganze Kantonsstrasse durchs Dorf erhält eine Auffrischung. Kostenpunkt: 2,5 Millionen Franken. Der Gemeindeanteil beträgt laut Brändle 259'000 Franken für Gestaltungsmassnahmen. (gk/sdu)