Seit dem 1. Januar agiert die Uzwiler Galerie an der Bahnhofstrasse 77 unter dem neuen Namen «Galerie am Gleis». Mit dem Neuauftritt wirkt das Kulturangebot in Form eines Vereines. Anja Nützi-Holtiegel ist die Präsidentin. Obwohl der Verein nicht mehr Teil der Kulturkommission der Gemeinde ist, ist er noch immer auf einen namhaften Beitrag der Gemeinde angewiesen – um die Miete der Räumlichkeiten und Betriebskosten finanzieren zu können. Mit Mitgliederbeiträgen, Kursangeboten und Sponsorbeiträgen will der Verein zu den Aufwendungen beitragen.

«Der Wechsel von der Galerie 'Alte Bank' in Niederuzwil in die grösseren und attraktiv zugänglichen Räumlichkeiten an der Uzwiler Bahnhofstrasse lässt den Spielraum für Ausstellungen deutlich verbessern. Dank den grossen Schaufensterflächen sind wir sichtbarer geworden», betonte Nützi in ihrer Begrüssung zur Vernissage am Samstagnachmittag. Keine Vernissage ohne Musik, das galt auch für die Ausstellung von Johanna Schneider. Bereits zum dritten Mal spielte das Duo Mimic für Johanna Schneiders Auftritt auf: Mischelle Falk an der Querflöte und Milena Hofmann an der keltischen Harfe.

Digitales Schaffen – Sinnlichkeit bewirken

Anja Nützi-Holtiegel, Präsidentin des Vereins «Galerie am Gleis», wies in ihrer Laudatio auf das breit angelegte Schaffen der Künstlerin Johanna Schneider hin – eine Rückschau unter dem Titel «Code und Sinnlichkeit». Das digitale Schaffen sei JohannaS, das ist der offizielle Künstlername, schon aus ihrer früheren beruflichen Tätigkeit Gewohnheit gewesen. Ihre Werke betonten auch eine Art Sinnsuche, was hinter den Dingen steckt.

Frühmorgens schon beginne bei JohannaS das Kunstschaffen, sozusagen als Sinnwerdung des Tages, wie es Nützi-Holtiegel ausdrückte. Das Schaffen mit Computer-Code lasse beispielsweise das Menschenbild zur Silhouette werden, eigentlich ein Spiel von weiss-schwarz. JohannaS arbeite mit Bildern mit denen Menschen leben. Ohne Bilder wäre die Welt gar nicht zu verstehen. «Bei näherer Betrachtung der Bilder lässt sich erkennen, dass die Bilder eigentlich aus einer Vielzahl von Bildern bestehen.» Die Akt-Bilder bestehen zum Beispiel allesamt aus lauter kleinsten Akt-Bildern. Nach Nützi-Holtiegel ergibt die digitale Kunst einen ganz anderen Blickwinkel.

Eine Buchvorstellung ohne Buch

Eigentlich hatte die Künstlerin JohannaS die Vorstellung ihres neuesten Buches geplant. Leider habe es die Druckerei nicht auf den Termin geschafft, sodass das Buch erst im Laufe der nächsten Tage in der Galerie erhältlich sein werde. Die Inhaltsvorstellung des Buches konnte damit nur in Worten stattfinden. JohannaS hat sich mit ihrem Schaffen an Ausstellungen und internationalen Kunstmessen einen Namen gemacht. Ihre Vorstellungen führten sie über die USA, nach Asien und auch China. Bereits gibt es mehrere Publikationen über ihre künstlerische Arbeit. Im Buch finden sich auch eine Reihe von Kommentaren von Kunstkritikern. Aktuelle Themen sind bei JohannaS das Klima und alternative Energien. Im Schaufester der Galerie finden sich auch einige Exemplare verschiedener Skulpturen.

Schneider lebt heute in St. Gallen. Von 1965 bis 2003 arbeitete sie als selbständige Unternehmerin, so auch in Führungspositionen in internationalen Unternehmen. Seit dem Jahr 1994 befasst sie sich mit Kunst – Schwergewicht Experimental Art, Fotografie, Skulpturen, mediale- und Konzeptkunst.

Die Ausstellung von Johanna Schneider in der «Galerie am Gleis» läuft noch bis 16. Februar. Die Künstlerin ist am Freitag, 31. Januar, von 16 bis 19 Uhr; am Sonntag, 2. Februar, von 14 bis 17 Uhr und am Samstag, 8. Februar, von 11 bis 15 Uhr anwesend. Die Galerie ist jeweils am Freitag von 16 bis 19 Uhr, Samstag von 11 bis 15 Uhr und Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet.