«Licht und Schatten» ist die aktuelle Ausstellung überschrieben. An der Vernissage am Samstag wurden die Arbeiten der beiden Künstler Franz Müller Rieser und Paul Albisser durch Dorothee Haarer und Barbara Böni gewürdigt. 

Eigentlich erwartet man sowohl bei Fotografien wie auch bei dreidimensionalen Objekten klare Konturen. Wenn Franz Müller Rieser fotografiert, ist es aber nicht seine Absicht, Motive mit klaren Umrissen aufs Bild zu bannen. Er will Impressionen, Eindrücke, Wahrnehmungen vermitteln, wie es auch das Ziel der Malergeneration der Impressionisten war. Salopp ausgedrückt: Er verwackelt das Bild absichtlich. Die verwendete Technik heisst Intentional Camera Movement (ICM). Dabei wird die Kamera während der Aufnahme absichtlich bewegt. Der gelernte Buchhändler und Psychologe erzielt so unterschiedliche Muster und Effekte.

«Seelenlandschaften»

Fotografieren habe Franz Müller Rieser schon immer interessiert, sagte die Laudatorin Dorothee Haarer. Im Berufsleben und in den Ferien sei er immer mit der Kamera unterwegs gewesen und habe seine Eindrücke analog eingefangen. Nach dem Rückzug aus dem Berufsleben habe er sich seinen Wunsch verwirklicht und sich mit dem Fotografieren nicht nur nebensächlich befasst. Seither gehe es ihm nicht darum «schön zu fotografieren». Fasziniert sei er durch die vielen Möglichkeiten, die es heute gebe, Bilder von der Welt zu machen. Er bemühe sich, mit der Kamera höchst subjektive Eindrücke – Stimmungen und Gedanken – festzuhalten und nicht Bäume, Häuser oder Menschen abzubilden. Als Bildträger für seine Motive verwende er nicht nur Papier, sondern Aluminium, Leinwand oder setze sie hinter Glas. Zusammenfassend stellte Haarer fest: "Franz Müller Riesers Bilder sind alles Landschaftsbilder. Aber es sind Landschaften, die ihren Bezug zur Realität hinter sich gelassen haben. Dafür eröffnen sie ein neues Landschaftsideal, das der Seelenlandschaft."

Mathematische Klarheit

Paul Albisser hat als gelernter Hochbauzeichner den berühmten Schweizer Architekten Le Corbusier und dessen Anlehnung an die Bauhaus-Kunst zum Vorbild. Seine dreidimensionalen Objekte sind streng mathematisch aufgebaut und auf einer weissen quadratischen Platte angeordnet. Im Spiel von Licht und Schatten kommen die Reliefs und Skulpturen speziell zur Geltung.

Barbara Böhi: «Grundlage seiner dreidimensionalen Wand- und Reliefobjekte bildet immer eine quadratische Holzplatte. Mit zugeschnittenen Holzprofilen schafft er darauf streng geordnet immer wieder neue - mal reduzierte, mal komplexe - Formenwelten. Und je nach Lichteinfall und Standort des Betrachters ergeben sich ständig neue und überraschende Licht- und Schattenverläufe.» 



Öffnungszeiten: Die Ausstellung ist am Donnerstag von 18 bis 20 Uhr, am Samstag von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr sowie am Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Beide Künstler sind an der Finissage am 10. November anwesend. Franz Müller Rieser wird auch am Donnerstag, 24. Oktober, am Samstag, 26. Oktober (nachmittags) und am Sonntag, 3. November in der Galerie sein. Er bietet im April oder Mai 2020 an einem Samstagnachmittag einen Kurs zum Thema «Kreativ und experimentell fotografieren» an. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.