Der vor 35 Jahren von Bassersdorf nach Irland ausgewanderte Peter Binder stellt bei seinem Heimataufenthalt in der «Galerie am Nollen» sein künstlerisches Schaffen vor. Die Ausstellung kam über Kontakte von Dieter Budin und Galeristin Claudia Wenger zustande, dank der früheren Zusammenarbeit im Kunst-Netzwerk Wil. In ihrer Eröffnung der Ausstellung gab sich die Galeristin erfreut, mit Binders Werken irisch geprägte Kunst vorstellen zu können. Peter Binder hat eine vierjährige Ausbildung auf Fotolithografie hinter sich. Zeichnen und Malen hat schon seine Kindheit geprägt. Noch vor dem Umzug nach Irland nahm er an zwei Ausstellungen seiner Werke teil.


Nur mit Primär-Farben arbeiten
Es war eine Lebensvision, die Peter Binder aus der Schweiz nach Irland führte. Umwelt- und menschenverträgliche Landwirtschaft sah er in Irland besser umsetzbar. Neben Kunstschaffen war es die Arbeit in der Landwirtschaft, welche Peter Binder das Überleben sicherte. Zu seinem Kunstschaffen stellte er an den Anfang, dass er nur mit den drei Primärfarben Rot, Grün und Blau arbeite. Einzig das Zinnoberrot habe er zukaufen müssen, weil es nur schwer herstellbar sei. Überdies stehe nicht das Malen, sondern eher Zeichnen und Radierungen im Vordergrund seines Schaffens.

Der Natur abgeschaut
Im Vordergrund seiner Werke stehen Bäume in verschiedener Ausprägung und auf die vier Jahreszeiten im irischen Ablauf ausgerichtet. In jedem seiner Bilder steht für Binder ein Schwerpunkt, den er mit einer speziellen Technik hervorhebt. Seine Bilder zeigen sich mehrheitlich als Bild im Bild, wie ein Bild mit mehreren Rahmen. Einer Überlagerung gleich distanziert sich der Bildschwerpunkt in einer stärkeren Ausprägung als der darunter liegende Bildursprung.

In seinen Bildern will er aufzeigen, wie ein Bild aus dem Fokus (Schwerpunkt) durch die Bild-im Bild-Gestaltung immer breiter werde. Die Wahrnehmung zeige sich im Schwerpunkt noch klar, werde aber durch die Ausbreitung immer vager. Vergleichbar sei dies mit dem Verstehen der Hierarchie des Weltalls. Je weiter man sich ins Weltall orientiere, werde das Verständnis im Detail immer kleiner, weil man sich der Ausdehnung des Alls widmen wolle. Seine Bilder der Erde mit Blick aus dem Weltall zeigen dies deutlich, wie aus diesem Blickpunkt das Erdenleben nur noch vage wahrnehmbar dargestellt ist.

Vier Jahreszeiten
Die Ausdrucksformen der Bäume aus den vier Jahreszeiten weisen nicht allein auf die Ausdrucksformen hin, sondern lassen übergeordnete und grössere Zusammenhänge vermuten. Sein Schaffen sieht Peter Binder darin, dass Arbeiten und bildliches Gestalten letztlich nur zusammen menschliches Existieren ausmachen.

Bilder und Skulpturen mit Fachwerk von Wespennestern
Eine weitere Technik wendet Peter Binder mit dem Einsatz des Fachwerkes von Wespennestern an. Mit Bildern habe er damit begonnen, die bekanntlich aus Holzfasern gefertigten Wespenhäuser für seine Kunstwerke einzusetzen. Peter Binder: «Bauhäuser von Wespen sind sehr schwierig zu übertragen, weil sie sehr schnell zerfallen bei unvorsichtiger Handhabung».

In seiner Ausstellung stehen mehrere Skulpturen aus Wurzelwerken, welche mit der Beschichtung von Wespennestwänden sich zu Wespennestern verwandeln.

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Die Öffnungszeiten
Die Galerie am Nollen an der Grubstrasse 2 in Hosenruck ist Dienstag und Freitag von 17 bis 20 Uhr; Mittwoch und Sonntag von 14 bis 17 Uhr offen. Die Finissage ist auf den 21. Oktober von 14 bis 17 Uhr angesagt.

Die Galerie am Nollen
Aus der früheren Hufschmiede an der Grubstrasse in Hosenruck baute Claudia Wenger im Jahr 2009 das Haus für das Arbeiten im Kunsthandwerk aus. Als eigentliche Galerie betreibt Wenger das Haus seit dem Jahr 2017. Anfänglich seien es Ausstellungen mit Einzelwerken gewesen, später wurden daraus Konzeptausstellungen. Claudia Wenger fühlt sich mit den Örtlichkeiten verbunden und bewohnt unterdessen obere Stockwerke der Galerie.