Der FC Wil machte an diesem schönen Sommerabend lange vieles richtig. Mit einem hohen Pressing setzte er den Aufstiegsaspiranten aus dem Fürstentum Liechtenstein früh unter Druck – und diesem ordentlich zu. Die Äbtestädter waren über weite Strecken die Partie die bessere Mannschaft und schienen auf bestem Weg, das dritte Heimspiel hintereinander zu gewinnen. Denn noch vor der Pause brachte Valon Fazliu die Gastgeber verdientermassen in Führung. Sinnbildlich war der Ursprung der Szene: Mit einem couragierten Eingreifen eroberte sich Verteidiger Fabian Rohner in der eigenen Hälfte den Ball. Einige Stationen und eine Flanke Andrea Padulas später traf der Wiler Top-Skorer per Kopf zur Führung. Somit hat der Mittelfeldspieler seit seiner Ankunft in Wil im vergangenen September bei mehr als der Hälfte aller Treffer seine Füsse oder den Kopf im Spiel gehabt. 41 Wiler Tore sind in Cup und Meisterschaft seither gefallen. Elfmal traf Fazliu und steuerte zudem zehn Vorlagen bei.

Der Auftritt der Äbtestädter war lange erfrischend, kampfbetont und gut organisiert. Vaduz, das ohne den erkrankten Trainer Mario Frick auskommen musste, enttäuschte hingegen. Nachdem die Mannschaft auswärts zuletzt zehn Partien hintereinander nicht verloren hatte, schien es die erste Pleite in der Fremde seit dem 19. Oktober 2019 abzusetzen.

Ex-Wiler leitet die Wende ein

Doch es kam anders und am Ende jubelten doch die Gäste. Die Wiler mussten nach Erklärungen ringen, wie eine schon gewonnen geglaubte Partie doch noch kippen konnte. Da wäre die Sache mit der Chancenauswertung. In der Offensive wurde zu oft die falsche Entscheidung getroffen. Allein Silvio hätte den Sack mehrfach zumachen können. Doch er hatte an diesem Tag die Ruhe für seinen vierten Saisontreffer nicht – und lehnte auch ein gütiges Geschenk von Vaduz-Goalie Justin Ospelt ab, der ihm einen Ball direkt in die Füsse spedierte.

Fatal war aber auch, die Gegentreffer nach ruhenden Bällen zu kassieren. Dabei war den Wilern durchaus bewusst, dass bei den Liechtensteinern Einwürfe und Eckbälle ein beliebtes Mittel sind, um zu treffen. Und genau so kam es: Fünf Minuten vor Schluss wuchtete ausgerechnet Fuad Rahimi, den die Wiler im vergangenen Winter an die Liechtensteiner abgegeben hatten, nach einem Eckball von der linken Seite per Kopf in die Maschen. Es war sein erster Treffer überhaupt für die Vaduzer. Und mit dem letzten Angriff der Partie holten die Gäste sogar noch den Dreier. Ein weiter Einwurf von rechts wurde auf den eingewechselten Mohamed Coulibaly verlängert, der traf. Bei beiden Gegentoren machten die beiden Wiler Innenverteidiger Lindrit Kamberi und Joël Schmied keine gute Figur.

Spielt Wil das Zünglein an der Barrage-Wage?

Es war für die Gastgeber ein schwer verdaubares Verdikt, weil sie im Grundsatz einen starken Auftrag an den Tag gelegt hatten. Aber er war nicht gut genug für einen Punkt. Die erste Heimniederlage seit Anfang Februar war neben dem Cup-Aus gegen den FC Zürich im vergangenen Herbst gewiss die schmerzhafteste Niederlage dieser Saison.

Mit den unnötigen Gegentoren sorgen die Wiler für Hochspannung in der Challenge League. Nur noch einen Zähler liegen die Vaduzer hinter das auf dem Barrage-Platz klassierte GC – und können nun trotz über weiter Strecken dürftiger Leistung auf dem Bergholz mit breiter Brust Leader Lausanne-Sport empfangen. Die «Hoppers» erscheinen derweil in etwas mehr als einer Woche am 27. Juli zum Nachtragsspiel im Bergholz.

Die Höhepunkte des Spiels: (Quelle: www.sfl.ch)

 

Challenge League, Resultate, 32. Runde:
Wil - Vaduz 1:2
Aarau - Stade Lausanne-Ouchy 1:3
Chiasso - Winterthur 0:2
Lausanne-Sport - Grasshoppers 1:2
Schaffhausen - Kriens 0:0

FC Wil 1900 – FC Vaduz 1:2 (1:0)

Bergholz: 580 Zuschauer. – Sr: Staubli.

Tore: 36. Fazliu 1:0. 86. Rahimi 1:1. 94. Coulibaly 1:2.

FC Wil 1900: Kostadinovic; Rohner, Schmied, Kamberi, Padula; Muntwiler (66. Ndau), Abedini; Krasniqi (84. Schäppi), Fazliu, Duah; Silvio.

FC Vaduz: Ospelt; Rahimi, Schmid, Simani; Antoniazzi (46 Schwizer), Prokopic (46. Gomes), Lüchinger, Göppel (79. Djokic); Cicek (79. N. Frick); Milinceanu (46. Coulibaly), Sutter.

Bemerkungen: Wil ohne Brahimi, von Moos und Ismaili (verletzt). Vaduz ohne Wieser (gesperrt), M. Frick (krank), Büchel, Gajic, Dorn, Gasser (verletzt) und Saglam (nicht im Aufgebot). - Verwarnungen: 13. Prokopic (Foul). 13. Muntwiler (Unsportlichkeit). 18. Silvio (Foul, im nächsten Spiel gesperrt). 24. Antoniazzi (Foul). 62. Simani (Foul). 62. Sutter (Unsportlichkeit). 91. Rahimi (Foul).

Rangliste:
1. Lausanne-Sport 32/67. 2. Grasshoppers 31/56. 3. Vaduz 32/55. 4. Kriens 32/50. 5. Winterthur 32/45. 6. Wil 31/41. 7. Stade Lausanne-Ouchy 32/38. 8. Aarau 32/36. 9. Schaffhausen 32/31. 10. Chiasso 32/18.

Nächste Spiele (33. Runde):
Dienstag, 21. Juli: Winterthur - Wil (18.15 Uhr, Utogrund Zürich), Aarau - Chiasso (18.15 Uhr), Vaduz - Lausanne-Sport (18.15 Uhr), Grasshoppers - Schaffhausen (20.30 Uhr), Stade Lausanne-Ouchy - Kriens (20.30 Uhr).

Die Stimmen zum Spiel:

 
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Der Liveticker:

Das soll es gewesen sein von diesem Liveticker. Noch ein schönes Rest-Wochenende. Bis bald auf hallowil.ch.

Die nächste Partie bestreiten die Äbtestädter bereits am kommenden Dienstag (21. Juli) ab 18.15 Uhr in Zürich gegen Winterthur. Auch diese Partie begleiten wir mit einem Liveticker. Zeitgleich steht der heutige Wiler Gegner im Einsatz und erhält im Heimspiel gegen Leader FC Lausanne-Sport eine weitere Chance, das Fernduell mit GC um Rang 2 erfolgreich zu bestreiten. Herzlichen Dank für Ihr Interesse und bis bald auf hallowil.ch.

Kurzfazit: Die Spieler des FC Wil werden mit einem warmen Applaus verabschiedet. Verdient hätten sie auch mindestens einen Punkt gehabt, weil sie dem Favoriten aus dem Fürstentum lange nicht nur ein ebenbürtiger Gegner waren, sondern auch mehr und bessere Chancen hatten - diese jedoch zu leichtfertig liegen liessen. So reichte dem Gast eine starke Schlussphase zum 2:1-Auswärtssieg. Vaduz bleibt im Aufstiegsrennen.

Schlusspfiff im Bergholz: Der FC Wil verliert gegen den FC Vaduz mit 1:2.

95. Minute: TOOOOOR für den FC Vaduz durch Coulibaly zum 1:2-Führungstreffer. Es ist nicht zu fassen. Eine Kopfballverlängerung nach einem langen Einwurf verwertet er mit dem langen Fuss. Höchststrafe für die Wiler.

91. Minute: Der Ex-Wiler Rahimi wird nach einem Foul an Duah verwarnt.

91. Minute: Vier Minuten Nachspielzeit werden angezeigt.

90. Minute: Duah vergibt die Chance, mit einem Freistoss aus guter Position die erneute Wiler Führung zu erzielen. Sein Schüsschen kommt nur bis zur Mauer.

88. Minute: Coulibaly und Silvio haben je eine gute Gelegenheit für beide Mannschaften. Es bleibt beim 1:1. Spannung total.

85. Minute: TOOOOR für den FC Vaduz durch Rahimi zum 1:1-Ausgleich. Ausgerechnet Rahimi trifft per Kopf nach einem Eckball. Der gebürtige Uzwiler trug sowohl in der Jugend als auch als Profi schon das schwarzweisse Wiler Trikot.

84. Minute: Nach einem nicht ungefährlichen Abschluss auf das Wiler Tor kommt der Ur-Wiler Silvano Schäppi auf das Spielfeld. Krasniqi darf Feierabend machen.

81. Minute: Noch gut zehn Minuten. Während die Vaduzer im Spiel bleiben, geht der FC Zürich in der Super League baden.... 0:5 liegen die Zürcher kurz vor Schluss gegen die Young Boys zurück.

79. Minute: Vaduz wechselt wieder doppelt: Trainersohn Frick und Djokic rein, Cicek und Göppel raus.

78. Minute: Silvio vergibt erneut leichtfertig: Wenn sich das nicht rächt ...

77. Minute: Leichte Abspielfehler auf beiden Seiten momentan. Ist es der Kräfteverschleiss? Vaduz-Trainer Frick führte den Punktverlust gegen Aarau am Dienstag unter anderem darauf zurück. Dabei haben die Liechtensteiner einen Ruhetag mehr einlegen dürfen im Vergleich zum heutigen Gegner.

74. Minute: Zum ersten Mal seit der Startphase ist etwas Ruhe in die Partie eingekehrt. Wann startet das Vaduzer Schlussfeuerwerk? Stattdessen verzieht Silvio aus guter Position.

72. Minute: Fazliu stellt seine Gefährlichkeit erneut unter Beweis. Allerdings findet sein Pass nur einen Vaduzer Abnehmer. Immerhin Eckball - und gleich noch einer, wieder ohne zählbares Resultat.

68. Minute: Es sind 580 Zuschauer da bei diesem Ost-Derby.

67. Minute: Manuel Sutter setzt einen Akzent. Er kommt mit dem Rücken zum Tor stehend aber nur zu einem halbgefährlichen Abschluss. Dieser wird geklärt. Der Eckball ist dann gar nicht gefährlich.

66. Minute: Nun der erste Wechsel von Ciriaco Sforza: Muntwiler verlässt unter berechtigtem Applaus das Spielfeld. Ndau darf nun mittun.

62. Minute: Wie in der ersten Halbzeit löst Staubli eine kleine Rudelbildung mit Verwarnungen auf. Es trifft zwei Vaduzer: Sutter und Simani. Schwingt da auch Frust beim Aufstiegsaspiranten mit?

60. Minute: Eine Stunde ist gespielt, und die Zuschauer müssen ihr Kommen nicht bereuen. Allerdings ist der Wiler Sieg längst noch nicht in trockenen Tüchern. Doch bislang macht es das Heimteam auch in Halbzweit 2 gut.

58. Minute: Silvio wird in die Zange genommen und erhält einen Freistsoss. Gefährlich wird es aber erst 30 Sekunden später: Duah dringt rechts in den Strafraum ein, kann die hervorragende Ausgangslage aber nicht nutzen. Sein Abschluss verfehlt das Ziel deutlich.

54. Minute: Jetzt geht es hin und her. Silvio kann Duahs flache Hereingabe nicht verwerten. Damit bleibt der einigebürgerte Schweizer im Jahr 2020 torlos.

53. Minute: Wird Vaduz stärker? Coulibaly darf einen Freistoss aus guter Position treten. Dieser gerät aber einen Meter zu hoch.

51. Minute: Die besseren Chancen hat weiter das Heimteam. Silvio kommt nach einer schönen Kombination im Fallen zum Abschluss. Im letzten Moment wird er gestört. Dann aber unterläuft den Gastgebern beinahe ein Eigentor nach einer flachen Hereingabe. Durchatmen.

49. Minute: Lüchinger mit dem ersten Vaduzer Schuss überhaupt, der auf das Tor kommt. Harmlos.

46. Minute: Es geht mit einem Vaduzer Dreifachwechsel weiter. Coulibaly, Schwizer und Gomes kommen für Milinceanu, Antoniazzi und Prokopic.

46. Minute: Der Ball rollt wieder. Gibt des den vierten Wiler Sieg in Folge?

Die Mannschaften kommen zurück. Gleich geht es weiter in diesem Ost-Derby.

Pausenfazit: Nach den Siegen gegen Kriens, Schaffhausen und Stade Lausanne-Ouchy ist der FC Wil auf gutem Weg, auch dem ambitionierten FC Vaduz ein Bein zu stellen. Die Führung gegen die Liechtensteiner zur Pause geht völlig in Ordnung und hätte gar noch höher ausfallen können. Die Zuschauer im Bergholz bekommen erfrischenden Offensivfussball des Heimteams zu sehen. Die Vaduzer hingegen müssen über die Bücher: Wenig gefährliche Offensivszenen stehen einer nicht sattelfesten Defensive gegenüber. Dass das Team "ennet der Grenze" am Aufstieg schnuppert, ist hier bislang nicht zu sehen. Insgesamt ist es eine unterhaltsame Partie, die allerdings auch von Nicklichkeiten und vielen Unterbrüchen geprägt ist. Ein Blick in die Super League: YB führt im Letzigrund gegen den FC Zürich zur Pause mit 2:0 und nimmt in der Livetabelle dem FC St. Gallen die Leaderposition ab.

Pausenpfiff im Bergholz: Der FC Wil führt zur Spielhälfte gegen den FC Vaduz mit 1:0.

45.+1. Minute: Cicek sucht da vergebens noch nach einer Abschlussposition. Gleichzeitig fasst sich Muntwiler an die Schulter. Hoffentlich nichts ernstes.

44. Minute: Jetzt ist Silvio nahe am Torerfolg, nachdem Krasniqi rechts viel Platz nach einem schnellen Gegenstoss vorfand.

42. Minute: Fazliu zeigt fast, warum er Wiler Topskorer ist. Sein Abschluss aus gut 20 Metern verfehlt das Tor nur knapp.

40. Minute: Nicht zum ersten Mal gerät eine Vaduzer Flanke in den Strafraum zu ungenau. Antoniazzi ist diesmal der "Sünder".

38. Minute: Prokopics Kopfball in Richtung Gehäuse von Kostadinovic ist auch gefährlich. Der Ball geht aber über das Wiler Tor.

36. Minute: TOOOOOOOOOR für den FC Wil durch Fazliu zum 1:0. Jetzt aber: Der Wiler Top-Skorer trifft per Kopf in die aus seiner Sicht rechte untere Ecke. Zehntes Saisontor für den Mittelfeldspieler. Verdiente Führung für die Äbtestäder.

34. Minute: Nun wird Duah schlecht angespielt. Er hätte aus aussichtsreicher Position auf das Vaduzer Tor ziehen können.

31. Minute: Fazliu jetzt mit einem guten Freistoss, den Ospelt nur zur Ecke klären kann. Padula kommt kurze Zeit später zum Abschluss - ebenfalls ohne Erfolg. Die Wiler Chancen häufen sich.

29. Minute: Nächstes Foul. Kamberis Schrei ist bis auf die Haupttribüne zu hören. So schlimm war das Zweikampfverhalten von Milinceau aber auch wieder nicht. Nach dem nächsten Zweikampf - dann im Vaduzer Strafraum - hätte Duah gerne einen Eckball bekommen. Hätte.

27. Minute: Wir wechseln die Seite: Freistoss Cicek auf Simani, der im Strafraum nur gaaaaaaanz knapp verpasst. Es bleibt beim 0:0.

24. Minute: Duah tritt einen Freistoss aus noch besserer Position als vorhin. Sein Schuss gerät aber zu hoch. Antoniazzi hatte zuvor gefoult - nach Meinung von Schiedsrichterin Staubli gelbwürdig. Es ist ein spannendes Spiel, das leider von vielen Unterbrechungen geprägt ist.

22. Minute Ein Offside verhindert den Wiler Torjubel. Silvios Pass auf "Torschütze" Duah soll eine Abseitsposition hervorgegangen sein. Ganz eng.

21. Minute: Viele Foulspiele prägen die Partie. Jetzt kommen die Gäste zu einem Freistoss aus dem halblinken Mittelfeld. Sutter verpasst am langen Pfosten die zu hoch geratene Hereingabe.

19. Minute: Ospelt kann weiterspielen. Was gut für Vaduz ist, schliesslich fehlt schon Stammkeeper Büchel.

17. Minute: Jetzt kommen die Wiler zu einem Freistoss in aussichtsreicher Position. Fazliu wurde gefoult. Der Ball kommt aber erst über Umwege in den Strafraum. Dort foult Silvio Torhüter Ospelt, der behandelt werden muss. Und Silvio sieht Gelb. Er fehlt am Dienstag gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber Winterthur.

16. Minute: Schöne Wiler Offensivkombination. Doch Justin Ospelt begräbt die Kugel unter sicht.

13. Minute: Je eine gelbe Karten für Muntwiler und Prokopic, die nach einem Zweikampf aneinandergeraten sind. Man spürt, dass es für die Vaduzer um Einiges geht - und dass auch die Wiler diese Partie motiviert angehen.

11. Minute: Erst gute Möglichkeit für die Äbtestädter: Duah trifft das Aussennetz, nachdem er entschlossen in den Straufraum eingedrungen ist. Wenig später klärt Kostadinovic einen Vaduzer Eckball mit den Fäusten. Dann erhalten die Wiler einen Entlastungsfreistoss.

8. Minute: Schiedsrichterin Staubli klärt die erste kleinere Aufregung nach einem Foulspiel souverän.

6. Minute: Auf der Gegenseite findet eine Flanke von Antoniazzi keinen Abnehmer.

5. Minute: Die Wiler bemühen sich um Spielkontrolle. Muntwiler kommt zum ersten Abschluss für das Heimteam, sein Schuss wird aber geblockt.

2. Minute: Die Partie wird mit einem Eckball für Vaduz lanciert. Keine Gefahr. Kurze Zeit später kommt Cicek zum ersten Abschluss - deutlich drüber. 

1. Minute. Anpfiff. Der Ball rollt.

Der FC Vaduz hat das Feld betreten. Und jetzt begrüssen die Zuschauer die Äbtestädter. Gleich geht es los. Viel Spass mit FC Wil gegen FC Vaduz.

In drei Minuten geht es los. Übrigens auch eine Klasse höher im Letzigrund, wo der FC Zürich YB empfängt. Das zweite Samstagsspiel der Challenge League ist soeben zu Ende gegangen - mit einer Überraschung: Der FC Aarau, der zuletzt ein Ausrufezeichen im Spiel gegen den heutigen Wiler Gegner Vaduz setzte, verliert im Brügglifeld gegen Stade Lausanne mit 1:3.

Ideales Fussballwetter im Bergholz: Ein wunderschöner Abend ohne Hitze. Die Zuschauerränge füllen sich – aus bekannten Gründen auf überschaubarem Niveau. 

In dieser Saison siegte in der Direktbegegnung bisher stets das Heimteam. Der FC Wil gewann Ende September mit 4:1 im eigenen Stadion. In Fürstentum behielt der FC Vaduz mit 4:2 und 2:1 die Oberhand. Ausserdem trafen in den letzten fünf Direktbegegnungen (mit dem Freundschaftsspiel vom 9. Juni sogar sechs) stets beide Mannschaften.

Wer es heute mit den Farben Schwarz und Weiss hält, wird durch den Vorschaubericht der Swiss Football League nicht gerade ermuntert: «Von der 13. bis der jetzigen 31. Runde holten die Liechtensteiner 24 Punkte mehr als die Äbtestädter.» Immerhin: Aus den letzten fünf Spielen holten die Wiler mehr Zähler (12) als die Gäste (8).

Mit Ciriaco Sforza und Mario Frick würden sich zwei Trainer gegenüberstehen, die auf eine beachtliche Spielerkarriere zurückschauen dürfen: Auf der Visitenkarte von Sforza steht unter anderem der Champions-League-Sieg 2001. Mario Frick ist Rekord-Internationaler Liechtensteins (125 Spiele, 16 Tore) – hat aber nie für den FC Vaduz gespielt und stand erstmals im September 2018 (Anstellung als Cheftrainer) auf der Lohnliste des erfolgreichsten Vereines im Fürstentum. Aber wie geschrieben: Roman Matter ersetzt heute Mario Frick an der Seitenlinie. In dieser Saison siegte in der Direktbegegnung bisher stets das Heimteam. Der FC Wil gewann Ende September mit 4:1 im eigenen Stadion. In Fürstentum behielt der FC Vaduz mit 4:2 und 2:1 die Oberhand. Ausserdem trafen in den letzten fünf Direktbegegnungen (mit dem Freundschaftsspiel vom 9. Juni sogar sechs) stets beide Mannschaften.

Esther Staubli leitet die Partie. Der Weg der 40-jährigen Bernerin kreuzt sich zum sechsten Mal mit jenem des FC Wils – ohne, dass die Äbtestädter eine dieser Partien gewinnen konnten: Zwei Niederlagen stehen drei Unentschieden gegenüber. Staubli leitet heute ihre bereits fünfte Partie seit dem Shutdown. In der Hinrunde stand sie noch ausschliesslich in der Promotion League und in der 1. Liga im Einsatz.

Der FC Vaduz spielt in einer 3-4-1-2-Formation mit Ospelt im Tor. Rahimi, Schmid und Captain Simani bilden von rechts her gesehen die Abwehr. Antoniazzi, Prokopic, Lüchinger und Göppel sind von rechts nach links die Mittelfeldspieler. Hängende Spitze ist Cicek. Die beiden Stürmer heissen Milinceanu (rechts) und Sutter. An der Seitenlinie vertritt Roman Matter den erkrankten Trainer Mario Frick. Gute Besserung an dieser Stelle. Zwei «inländische» Spieler fehlen heute ebenfalls: Goalie Büchel ist weiterhin verletzt und wird von Landsmann Justin Ospelt vertreten. Und Original-Captain Wieser muss eine Gelbsperre absitzen.

Die Aufstellungen sind da. Die gastgebenden Wiler spielen unter Trainer Ciriaco Sforza wie gewohnt in einer 4-2-3-1-Formation: Kostadinovic steht im Tor. Die Abwehrkette bilden von rechts her gesehen Rohner, Schmied, Kamberi und Padula. Captain Muntwiler (rechts) und Abedini postieren sich weiter vorne. Krasniqi, Fazliu und Duah bilden mindestens im Ballbesitz das offensive Mittelfeld. Und Silvio ist der einzige Stossstürmer. Brahimi, von Moos und Ismaili sind verletzt. Gleich sechs Wiler Spielern droht eine Gelbsperre. Fazliu, Krasniqi, Ndau, Padula, Rohner und Silvio dürfen sich keine Verwarnung mehr leisten, wenn sie nicht im Spiel darauf gegen den FC Winterthur aussetzen wollen.

Wollen die Liechtensteiner GC tatsächlich noch überholen und gegen den Super-League-Neunten (derzeit Sion) um einen Platz in der Super League 2020/2021 spielen, werden sie sich nicht mehr viele Punktverluste leisten dürften. Ein solcher war aber am Dienstag Tatsache, als der FC Aarau im Vaduzer Rheinpark eine Schlussoffensive des Heimteams überstand und mit einem Punkt im Gepäck in die Schweiz zurückkehrte. Mittelfeldspieler, Torschütze und Trainersohn Noah Frick bemängelte anschliessend den Spielaufbau seiner Mannschaft und machte bereits klar, dass für sein Team heute in Wil nur drei Punkte zählen. Wir sind gespannt.

Schliesst der FC Wil die Saison wegen dem Unterbruch zwischen Februar und Juni besser ab, als wenn reguläre zu Ende gespielt worden wäre? Vor dem Shutdown gingen drei der letzten vier Spielen verloren. Viel besser präsentiert sich die Lage seit dem Wiederanpfiff: In sieben Partien trafen die Wiler stets und sammelten starke 13 Punkte.

Guten Abend aus dem Sportpark Bergholz. Ab 20.30 Uhr stehen sich mit dem FC Wil und dem FC Vaduz zwei durchaus formstarke Challenge-League-Mannschaften gegenüber. Der FC Wil strebt den vierten Sieg in Serie an. Gelingt dies, winkt am Dienstag die Gelegenheit, mit einem Sieg gegen den FC Winterthur in die obere Tabellenhälfte vorzustossen – und dies bei einem ausgetragenen Spiel weniger. Für die Gäste geht es freilich um mehr: Sie wollen bis auf einen Punkt zum derzeit von den Grasshoppers okkupierten Barrageplatz aufschliessen. Die gestrige späte GC-Niederlage in Lausanne dürfte man im Rheintal mit Freude registriert haben. Markus Flick tickert für Sie durch den Abend.

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Die Vorschau:

Es läuft wieder beim FC Wil. Selbst in den viel kritisierten Auswärts-Auftritten gab es zuletzt sechs Punkte aus zwei Spielen. Im heimischen Bergholz ist die Bilanz mit nur einer Niederlage aus den vergangenen sieben Auftritten ohnehin ansprechend.

Sechs Spiele haben die Wiler noch vor der Brust – innerhalb von weniger als 15 Tagen. Da stellt sich unweigerlich die Frage: Was ist noch drin in dieser Saison? Wie gut wird sie? Gewinnen die Äbtestädter alle verbleibenden Partien, kommen sie auf 59 Punkte. Es wäre das drittbeste Ergebnis seit dem Abstieg aus der Super League vor mittlerweile 16 Jahren. In dieser Zeit spielten die Wiler durchgehend in der zweithöchsten Spielklasse. Verlieren die Äbtestädter alle verbleibenden Partien, wäre es mit 41 Punkten eine unterdurchschnittliche Saison.

Unter Uli Forte am besten

Davon auszugehen ist, dass sich das Punktetotal irgendwo dazwischen einpendeln wird. Ein Ziel darf sein, jene Marke der «Türken-Saison» zu pulverisieren. 53 Zähler standen am Ende jener Spielzeit 2015/2016 zu Buche, als die Finanzen keine Rolle spielten und Akteure wie Egemen Korkmaz, André Santos und Mert Nobre auf dem Bergholz zu sehen waren.

Allerdings sind diese Marken nur schwer miteinander vergleichbar. Denn die Anzahl Spiele variierte seit 2004 zwischen 30 und 36. Als die Herren vom Bosporus am Ruder waren, wurden «nur» 34 Partien gespielt, da in jener Saison der FC Biel im Verlauf der Rückrunde pleite ging und die Spiele gegen die Seeländer aus der Wertung fielen. Also macht es Sinn, den Punkte-Durchschnitt als Referenz zu nehmen. Den höchsten Schnitt mit durchschnittlich zwei Zählern pro Partie hatten die Wiler unter Trainer Uli Forte in der Saison 2007/2008, als 68 Punkte aus 34 Spielen eingefahren wurden und bis zur allerletzten Runde von der Barrage geträumt werden durfte. Die zweitbeste Saison war 2013/2014 unter Axel Thoma als Sportchef und Trainer in Personalunion, als 63 Punkte aus 36 Spielen geholt wurden, was einen Schnitt von 1,75 Punkten ergibt. Würden die Wiler nun noch alles gewinnen, kämen sie auf 1,64 Punkte im Durchschnitt.

Viel Offensiv-Power im Ländle

Wollen die jungen Äbtestädter das Total der «Türken-Saison» überbieten, sind in den letzten sechs Runden noch mindestens 13 Punkte nötig. Es bräuchte also vier Siege und ein Unentschieden. Ein anspruchsvolles Unterfangen, zumal es noch gegen die Top-Drei der Liga – Lausanne, GC und Vaduz – geht. Der «Kleinste» der «Grossen Drei» kommt am Samstag ins Bergholz: der FC Vaduz. Nach einem ungenügenden Start in die Saison kämpfte sich die Mannschaft von Trainer Mario Frick von Platz neun Frick Richtung Tabellenspitze. Das 1:1 gegen Aarau am vergangenen Dienstagabend war dann aber doch ein Rückschlag im Kampf um den Barrage-Platz. Auffällig ist die offensive Power der Liechtensteiner: In den letzten drei Partien brachten sie immer mindestens 20 Torschüsse zustande. Zum Vergleich: So oft hat der FC Wil bisher in noch keinem Spiel dieser Saison geschossen.

In den direkten Duellen zwischen Wil und Vaduz siegte in dieser Spielzeit immer das Heimteam. Immer trafen beide Mannschaften. 4:1, 4:2 und 2:1 stand am Schluss auf der jeweiligen Anzeigetafel.