Vorangegangen war dem feigen und moralisch, ethisch und vor allem auch rechtlich falschen Verhalten von anscheinend militanten Impfgegnern ein Fernseh-Interview von Bartel für Blick TV, indem er seine persönliche Meinung zur seit Montag, 13. September, geltenden Zertifikatspflicht kundtat. In der Sendung sprach der Gastronom Klartext und äusserte sich deutlich für die Impfung und die Zertifikatspflicht, er ging sogar noch einen Schritt weiter und plädierte für eine allgemein geltende Impfpflicht. Dies, so Bartel, hätte den leidigen und endlosen Diskussionen zum omnipräsenten Thema ein endgültiges Ende bereitet und die Gastro-Branche hätte endlich wieder normal wirtschaften können.

Drohungen und Taten

Bereits einen Tag nach Ausstrahlung der TV-Sendung erhielt der umtriebige Gastro-Chef einen anonymen Telefonanruf, indem ihm und seiner Familie mit Vergeltungsmassnahmen für seine provokanten Aussagen gedroht wurde. Aufgrund der gängigen Öffnungszeiten seines Lokals muss der feige und hinterhältige Angriff in den frühen Morgenstunden zwischen halb zwei und fünf Uhr am Sonntag stattgefunden haben. Bartel schloss seine Krone wie üblich morgens um sechs Uhr von innen auf, sodass ihm das Ausmass der Randale und Verwüstung noch verborgen blieb. Der erste Gast um circa halb acht Uhr wies ihn dann sichtlich geschockt auf die primitiven Schmierereien und Schweinereien rund um das Traditionshaus in Balterswil hin. 

Schockierend war nicht nur der wortwörtlich «grusige» Anblick, sondern vor allem auch die niederträchtige Botschaft dahinter. Blut war überall auf dem Areal, der Fassade, den Tischen und den Fenstern verspritzt worden. «Auf der Eingangstreppe lag ein toter Tintenfisch, an der Seite wurden Schweinefüsse aufgehängt, auf denen sogar mein Name stand und in einem davon provokativ eine Spritze steckte», so der sichtlich erschütterte Restaurant-Besitzer. Zudem wurden sowohl die Schweinefüsse als auch der Vorplatz und das Trottoir mit Hakenkreuzen beschmiert. Offenbar können gewisse Gruppierungen komplett verschiedene geschichtliche Ereignisse nicht mehr objektiv auseinanderhalten geschweige denn sachlich und angemessen auf unterschiedliche Meinungen reagieren.

Kämpferisch und mit Vertrauen in die Behörden

Ein Ruedi Bartel lässt sich jedoch nicht so leicht einschüchtern und erschüttern – an seiner Meinung zum polarisierenden Thema hält er weiterhin fest und wird auch künftig in seiner bekannt klaren, offenen und ehrlichen Art dafür einstehen. «Es ist traurig und bedenklich, wenn in einer modernen und aufgeschlossenen Gesellschaft versucht wird, eine Meinung, die einem nicht passt, auf derart niveaulose und verwerfliche Art zu unterdrücken», so ein nachdenklicher Bartel. Was wollen Impfgegner mit solch unnötigen und illegalen Aktionen erreichen? Eine Lösung der Probleme bringen sie so definitiv nicht mit sich, sie verschärfen diese lediglich. Bieten sie denn überhaupt einen Alternativ-Vorschlag zur seit Montag herrschenden Zertifikatspflicht (mit aus ihrer Sicht inkludiertem Impfzwang), die sie so vehement bekämpfen und verurteilen? Was versprechen sie sich von ihrem blinden Hass und ihrer unkontrollierten Zerstörungswut? Fragen, die sich auch Ruedi Bartel aktuell bestimmt immer wieder stellt, dennoch hegt er keinerlei Rachegedanken, die Aufklärung des Geschehens und eine angemessene Bestrafung der Verantwortlichen legt er vertrauensvoll in die Hände der zuständigen Strafbehörden. Eine Anzeige gegen unbekannt hat er zeitnah gestellt, die Ermittlungen inklusive Spurensicherung vor Ort wurden bereits aufgenommen. Dank einer grossangelegten Reinigungsaktion zusammen mit seiner Frau konnte er bereits nach kurzer Zeit den ordentlichen Betrieb seines Gasthofs wieder aufnehmen und mit Herzblut das tun, wofür er lebt – seine Gäste mit seinen kulinarischen Hochgenüssen zu verwöhnen und begeistern.

Karin Pompeo