Errico Mirto, Gastronom in der Wiler Vinothek Freischütz, hat wenig Grund zum Klagen. Im Gespräch mit hallowil.ch strahlt er Gelassenheit und Zuversicht aus. «Bei uns läuft es nicht schlecht, jetzt, im Januar, werden verschiedene verschobene Firmenessen im kleinen Kreis nachgeholt.» 

Die Auswirkungen von vermehrtem Homeoffice verspürt Errico Mirto vor allem im Mittagsgeschäft. Vor der Pandemie fanden kommerzielle Gespräche und Verhandlungen oftmals beim Mittagessen statt. Dieses Gästesegment hat deutlich abgenommen. Dafür läuft sein Angebot an Take away-Mahlzeiten.

Viele Stammgäste

Die Auslastung seines Restaurants ist nach seinen Aussagen unbrechenbarer geworden. «Die Gäste verhalten sich viel spontaner als vor der Pandemie», erzählt der langjährig erfahrene Restaurantinhaber. Seit zwanzig Jahren ist die Vinothek in der Wiler Altstadt sein Arbeitsplatz, seit 18 Jahren ist er Inhaber. Zuvor stand er unter dem vorherigen Gastwirt Wolfgang Kahr am Kochherd. 

 Im vergangenen Dezember gab es öfters kurzfristige Annullierungen der Reservationen. «Wir haben sehr viele Stammgäste, da sind die Plätze rasch wieder vergeben», erzählt der gebürtige Italiener.

Geschenkkörbe

Wenn die Temperaturen steigen und der Aussenbereich wieder benutzt werden kann, werden die Gäste automatisch wieder vermehrt kommen, ist Errico Mirto überzeugt. Grund zum Optimismus verleiht ihm auch sein benachbarter Laden mit italienischen Spezialitäten, dieser läuft sehr gut, wie er betont. Wenn vorweihnächtliche Firmenessen abgesagt werden mussten, wurden als Alternative in seinem Laden Geschenkkörbe bestellt.

Neue Gerichte

Der gute Geschäftsgang wird von einem Wermutstropfen getrübt: «Es ist nicht ganz einfach, das Personal zu motivieren, wenn gelegentlich nur wenige Gäste kommen», erzählt der Gastronom. Irgendwann seien alle Putzarbeiten erledigt, da könne man mit dem Reinigen nicht wieder von vorne beginnen.

Um seinen Mitarbeitenden dennoch eine sinnvolle Beschäftigung zu bieten, werden in der Küche neue Gerichte für den Sommer entwickelt.

Keramiktöpfe

Mit einer spürbaren Portion Begeisterung erzählt er von Tontöpfen, die eine Keramikerin speziell für ihn anfertigt. Darin werden im Stil der marokkanischen Küche Gerichte bei niedriger Temperatur über Stunden gegart. Mit diesem Beispiel will er veranschaulichen, dass sein Optimismus auch nach zwei Jahren Pandemie nicht auf der Stecke geblieben ist.