Es ist Zunder drin im Wahlkampf um die Nachfolge des langjährigen Niederbürer Gemeindepräsidenten Niklaus Hollenstein. Nachdem eine überparteiliche Findungskommission die beiden Kandidierenden Caroline Bartholet aus Oberuzwil und Christoph Koenig aus Aarau präsentiert hatte, brachte sich auch der ehemalige Chef der bekannten St. Galler Buchhandlung Rösslitör, Jörg Caluori, ins Rennen. Er hat zwar mittlerweile das Pensionsalter erreicht, will es aber nochmals wissen und kandidiert, ohne die Unterstützung der Findungskommission zu haben. Diese findet, die Kandidatur Caluoris entspreche «in mehreren Punkten nicht dem Anforderungsprofil für das Gemeindepräsidium».

Für kommenden Dienstag, 30. April ist nun ein Wahlpodium anberaumt. Eingeladen sind alle drei Kandidaten. Kommen werden nur deren zwei. Caluori zieht es vor, ausserhalb der Gemeinde mit seiner Frau deren runden Geburtstag zu feiern, wie er hallowil.ch sagt. Auf Nachfrage ergänzt Caluori, dass er diese Festivität erst geplante habe, nachdem ihm zuvor von Bruno Eschmann von der Findungskommission mitgeteilt worden sei, dass er an diesem Podium nicht teilnehmen dürfe. Eschmann widerspricht und sagt, dass es ein solches Gespräch nicht gegeben habe.

16 Mal im Restaurant

Caluori fühlt sich im Wahlkampf geschnitten. So wurde er laut eigenen Angaben vom Gewerbeverein schriftlich von einer Wahlveranstaltung ausgeladen. Zudem sei er bei der FDP, wo sich die Kandidierenden ebenfalls vorstellen durften, erst kurzfristig eingeladen worden. Erst nach dem Nachtessen, an welchem die anderen beiden Kandidaten hätten teilnehmen dürfen, sei er willkommen gewesen. Zudem sei er an jenem Abend von einer Teilnehmerin vor versammelter Runde als «Lügner» beschimpft worden. «Das war für mich der unfreundlichste Abend in Niederbüren», sagt Caluori, der erst seit vergangenem Monat in der Gemeinde wohnt.

Für Caluori, der bisher noch nie ein politisches Amt bekleidet hat und auch keinem Verein angehört, ist der Wahlkampf aber noch nicht vorbei. Nächste Woche will er eine «Information» mit einer «persönlichen Geschichte» in der Gemeinde verbreiten. Was genau es sein wird, lässt er offen. Grundsätzlich habe er seinen Wahlkampf gemacht. Dieser fand zu einem ansehnlichen Teil in den Restaurants «Schäfli» und «Alte Herberge» statt. Dort setzte sich Caluori während vier Wochen an 16 Abenden hin und wartete darauf, ob sich Diskussionen ergeben. «Zweimal kam niemand, manchmal wurde es spät», sagt er. «Es fanden viele gute Gespräche statt und meine Positionen sind nun klar. Es gab viel Zuspruch und zwei, drei ablehnende Kommentare. Weiterhin zählt: Ich muss nicht, ich kann.»

Am Wahltag nicht zugegen

Der aktuellen Situation kann der Ex-«Rösslitor»-Chef durchaus Positives abgewinnen. «Ich war in einem neuen Dorf noch nie so schnell in der Gesellschaft drin», sagt er. Und wie schätzt Caluori die Ausgangslage ein? «Es wird einen zweiten Wahlgang geben.» Ob er an diesem wieder teilnehmen wird, macht er vom Resultat im ersten Umgang abhängig. Am 19. Mai, dem Tag des ersten Wahlgangs, wird Caluori übrigens nicht in der Gemeinde zugegen zu sein.

Das öffentliche Wahlpodium findet am kommenden Dienstag, 30. April, um 20.00 Uhr im Gemeindesaal Niederbüren statt.

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Sie nehmen am Podium teil: Die beiden Kandidierenden Carline Bartholet und Christoph Koenig.