Nach den ausgeführten Renovationsarbeiten wurde am ersten Augustsamstag in der Lourdesgrotte Zuckenriet ein Gottesdienst mit Pfarrer Jürgen Konzili gefeiert. Die Kapellverwaltung offerierte anschliessend eine Grillwurst.An der 1935 errichteten und eingeweihten Lourdesgrotte wurden einige Schäden festgestellt, die eine Sanierung erforderten. Die zuständige Kapellverwaltung Zuckenriet entschloss sich für die Ausführung der werterhaltenden Unterhaltsarbeiten. Weil beim benachbarten Schloss Fachleute mehrjährige Sanierungsarbeiten ausführen, bot sich die Nutzung von Synergien an. Die Planung übernahm Bauleiter Martin Häberli von der Firma Hausschmied. Sein Mitarbeiter Julio Elzi war für die fachgerechte Ausführung verantwortlich. Nach dem Eröffnungs-Gottesdienst erklärte Kapellpräsident Peter Imbach die Geschichte der Grotte und die ausgeführten Arbeiten.

Fachleute am Werk
Im Grotten-Gewölbe und an den seitlichen Stützmauern bildeten sich im Verlauf der Jahrzehnte schadhafte Stellen. Die Tuffsteine lockerten sich und drohten auszubrechen. Weil beim Schlossumbau Tuffsteine in grossen Mengen verwendet wurden, bot sich eine Verpflichtung der dort tätigen Fachleute an. Sie führten denn auch die Arbeiten fachkundig aus. Unter anderem setzten sie am Gitterrand einen Steinsockel mit Nische und Abstellflächen für Opferkerzen. Anschliessend nahm sich die Gärtnerin Regina Braun der Bepflanzung an. Den wuchernden Efeu lichtete sie aus und pflanzte zum Teil neues, einheimisches Wildgehölz. Bei den Maria- und Bernadette-Statuen wurden drei ausgehöhlte Tuffsteine ebenfalls bepflanzt.

Ungewöhnlicher Gottesdienst
Ein vorerst sonniger Sommerabend bildete den Rahmen für die schlichte Feier, zu der die Bevölkerung eingeladen wurde. So pilgerten zahlreiche Besucherinnen und Besucher zur idyllisch gelegenen Marien-Gedenkstätte. Die beiden für den Unterhalt verantwortlichen Priska Rusch und Brigitte Zwick hatten die renovierte Grotte mit prächtigem Blumen- und Kerzenschmuck würdevoll gestaltet. Die Eucharistiefeier leitete Pfarrer Jürgen Konzili, unterstützt von der Vizemesmerin Irma Angehrn und den Ministrantinnen. Lektorin Ruth Lehmann trug die Lesung und die Fürbitten vor. Dass eine Messfeier in der Lourdesgrotte stattfinden konnte, war aussergewöhnlich und einmalig.

Erzählung der Erscheinung des Herrn
Pfarrer Konzili wies bei seiner Predigt einleitend auf die Bedeutung des Festes Verklärung des Herrn hin, das in der Ostkirche schon in frühchristlicher Zeit gefeiert wurde. Er griff in seiner Predigt die Geschichte des Matthäus-Evangeliums auf, in der Jesus die Apostel Petrus. Jakobus und Johannes auf einen hohen Berg führte. Diese Erzählung sei durch die alttestamentliche Überlieferung erklärbar. Als ihnen Mose und Elija erschienen, seien sie erschrocken. Die Gotteserscheinung sei ein Hinweis, dass das Volk Israel, aber auch alle Menschen der heutigen Zeit Kinder Gottes seien. Auch in unserem Leben gebe es helle und dunkle Erfahrungen. Der Prediger ermunterte die Zuhörenden, offen und mutig zu sein beim Aufbruch zu neuen Erlebnissen.

Verregneter Apéro
Mit Gesang, Gebet und besinnlichen Gedanken des Seelsorgers grüssten und verehrten die gläubigen Christen auch die Mutter Gottes. Den Teilnehmenden eröffnete sich vor und nach der Feier ein herrlicher Ausblick über das Dorf und die reizvolle Landschaft bis zum Alpsteinpanorama. Ein Apéro mit offerierter Grillwurst rundete die Gottesdienstfeier ab. Dabei entwickelte sich ein reger Austausch. Leider fielen bald einmal die ersten Tropfen, die sich leider zu einem kräftigen Regenguss entwickelten. Der Kapellrat war mit Helferinnen und Helfern für die Organisation des Anlasses verantwortlich.

Von Bischof Scheiwiler eingeweiht
1935 errichteten auf die Initiative von Leo Jung, dem langjährigen Kapell- und Schulpräsidenten von Zuckenriet, die Dorfbewohner in der Nähe des Schlosses eine Lourdesgrotte. Dank Spenden der Kapellgenossen und von auswärtigen Gönnern konnte das geeignete Grundstück erworben werden. Die zahlreichen Schenkungen von Material, Tuffsteinen, Holz und Transportleistungen sowie viel Fronarbeit konnten die Kosten tief gehalten werden. Am 26. Mai 1935 weihte der St.Galler Bischof Aloisius Schweiwiler die neue Lourdesgrotte feierlich ein. Jedes Jahr werden seither im Marienmonat Mai jeweils an jedem Sonntagnachmittag Maiandachten gefeiert.