Nachdem Fifa-Blatter «platt» gemacht wurde und Eishockey-Boss René Fasel mit seinem Annäherungs-Gefasel mit dubiosen Politikern nun seinen Posten abgibt, erwartet man auch vom FIS-Kasperli Gian Franco Kasper, dass er sein Kasperli-Theater schnell beendet. Dann muss man sich nur noch über Gianni Infanti(l)no von der Fifa ärgern, oder eben wundern. Schön wär’s. Interessant ist, dass all diese Protagonisten Schweizer sind.

Es kommt mir vor wie bei den Klerikern im Vatikan, welche sich in einer Art Geheimbund an ihren Posten und Ideologien festkrallen und ihre eigenen Süppchen kochen. Die Nachfolger im Sportbereich, wie Gianni Infantino, sind kaum ein Deut besser oder transparenter, dafür aber leider eine gehörige Portion unanständig cleverer. Sie fühlen sich auf den Sport-Teppichetagen sauwohl und kassieren dafür zu viel Geld. Die Kleriker der Sportwelt sind gut untereinander vernetzt und die Nachfolgen scheinbar so geregelt, dass auch diese kaum von Brosamen leben müssen und die Ideologien weitertragen.

Wenn sich nun aber Gian Franco Kasper von der FIS unüberlegt über Politisches und unfachmännisch über die Umwelt äussert, ist das ein Fingerzeig. Es wäre höchste Zeit den Hut zu nehmen. Solche Äusserungen schaden dem Sport, der Schweiz, der Umwelt und den vielen hoffnungsvollen Nachwuchssportlern und ihren Leitern und Trainern.

Fast logisch, dass sich nur noch in diktatorisch und korrupt geführten Ländern wie China, Russland oder Katar Grossanlässe diktieren lassen. Die Forderungen der Grossverbände, welche schon lange in den Geldduschen der TV-Rechte verwoben sind, lassen und können demokratisch und auf einer finanziell gesunden Basis wohl kaum mehr umgesetzt werden. Der Sport ist schon längst in den Händen von gierigen Investoren. Die Sportler sind ihre Spielbälle um möglichst viel Kohle mit ihren Auftritten, Leistungen und Emotionen zu verdienen.

Ich bin und bleibe aber ein Sportfan und glaube an das Gute im Sport. Grundsätzlich. Nur nicht an die Diktatoren an den grossen Verbandsspitzen. Es leben die vielen Sportvereine in den Regionen, welche sich aufopfern der Jugend Bewegung, Fairness und Anstand zu vermitteln.

Mäni Rüegg*

* = Mäni Rüegg ist aktiver Lokaljournalist in Pension. Seit vielen Jahren beobachtet er das Geschehen in Wil und Umgebung. In der hallowil.ch-Kolumne «Mänis Perspektivenwechsel» nimmt er eine andere Sichtweise ein und berichtet ungeschminkt über Dinge, die einfach mal niedergeschrieben werden müssen.