Am Schluss war die Ambience besser als bei manch einem «normalen» Spiel in dieser Saison. Die wenigen Zuschauer klatschten, tanzten, frohlockten. Dabei war es ein Geisterspiel – und der FC Wil nicht Sieger der Partie. Grund für die freudigen Momente: Endlich wieder Fussball einerseits, ein später Wiler Ausgleich gegen den Leader andererseits. Schon zum zweiten Mal in dieser Saison nahm der unangefochtene Tabellenführer Lausanne-Sport nicht das Punktemaximum aus dem Bergholz mit auf die weite Heimreise. Zum zweiten Mal gaben die Waadtländer auf dem Wiler Kunstrasen eine Führung preis. Ende September hatte selbst ein 2:0-Vorsrprung nicht zum Vollerfolg gereicht.

Ausgerechnet Philipp Muntwiler netzte in der vorletzten Minute für die Äbtestädter ein. Ausgerechnet der Wiler Captain, der als Aggressivleader und Routinier zwar unheimlich wichtig für die junge Mannschaft ist, aber nicht viele Tore erzielt. Es war sein erster Treffer im Dress des FC Wil seit seiner Rückkehr im vergangenen Sommer – und das erste Tor seit Ende März 2019. Damals hatte er noch mit Vaduz im Heimspiel gegen Rapperswil-Jona den 3:2-Siegtreffer erzielt – in der 95. Minute. Dieses Mal kam Muntwiler im Strafraum unweit des Penaltypunkts im Fallen an den Ball und traf via linken Innenpfosten. Von Abstandhalten war danach nicht mehr viel zu sehen, dafür schier grenzenlose Freude.

Im Video: Die Highlights des Spiels (Quelle: www.sfl.ch)

 

Erstes Lausanner Gegentor in diesem Jahr

Die Wiler verdienten sich den Punkt, der sich auch aufgrund des Spielverlaufs wie ein Sieg anfühlte, dank einer aufopferungsvollen und solidarischen Leistung. In der Schlussphase drehten sie auf und brachten die Waadtländer in Verlegenheit. Zwar erspielten sich die Gastgeber nicht viele klare Chancen – der einzige Schuss aufs Lausanner Tor im ganzen Spiel war dann auch drin –, was aber dieses Mal für einen Punkt gut genug war.

Gestohlen war das Remis keineswegs. Denn die Wiler boten dem designierten Aufsteiger über weite Strecken Paroli. Dass die Gäste nach gut einer halben Stunde in Führung gingen, war alles andere als zwingend. Allerdings war schon anzumerken, dass die Waadtländer gerade im Aufbauspiel eine Nuance klarer und zielstrebiger waren. Wäre es beim 1:0 für sie geblieben, hätte man von einem Arbeitssieg und vom Selbstverständnis eines Tabellenführers gesprochen. So aber durften die Wiler die positiven Kommentare für sich beanspruchen. Zwar blieben sie zum elften Mal hintereinander gegen Lausanne-Sport ohne Sieg und warten seit dem 15. Dezember 2019 weiterhin auf einen Vollerfolg, tankten aber Selbstvertrauen für das ansehende Mammutprogramm. Der FC Wil war das erste Team, welches gegen Lausanne im Jahr 2020 in der Meisterschaft ein Tor zustande brachte.


Womöglich schon nächste Woche mehr Zuschauer

Es durfte gefeiert werden im Bergholz – und das beim Geisterspiel. Die Stimmung war schon erstaunlich gut, als sich die Wiler noch in Rückstand befanden. Dies lag auch an einer stattlichen Anzahl Wiler Fans, die zwar nicht im Stadion sein durften, dafür vor dem Stadion Stimmung machten. «Ja, wir haben die Fans hinter den Gittern gehört. Das war wichtig für uns», sagte Torschütze Muntwiler hinterher (siehe Video).

Und so durfte man auch festhalten: Erstmals seit der Stadioneröffnung vor bald sieben Jahren war das neue Bergholz ausverkauft. Mit 300 anwesenden Personen. Ob nach den neuesten Lockerungs-Ankündigungen des Bundesrats schon am nächsten Freitag im Heimspiel gegen den FC Winterthur wieder mehr Zuschauer zugelassen sind, wird sich weisen. Der Bundesrat erlaubt ab kommendem Montag Veranstaltungen mit bis zu 1000 Zuschauern, wobei pro Sektor höchstens 300 Personen zugelassen sind.

Im Video: Rundgang durch das Geisterstadion Bergholz

 

Challenge League, 24. Runde:
Wil - Lausanne-Sport 1:1
Kriens - Schaffhausen 3:0
Stade Lausanne-Ouchy - Chiasso 2:1
Grasshoppers - Aarau 5:0
Vaduz - Winterthur 4:1

FC Wil 1900 – FC Lausanne-Sport 1:1 (0:1)

Bergholz: 300 Zuschauer (ausverkauft). – Sr: Dudic.

Tore: 32. Oliveira 0:1. 89. Muntwiler 1:1.

FC Wil 1900: Kostadinovic; Rohner (52. Schäppi), Schmied, Kamberi, Padula; Muntwiler, Ndau (60. Ismaili); Brahimi (84. Paunescu), Fazliu (84. Bosic), Duah (60. Krasniqi); Silvo.

FC Lausanne-Sport: Castella; Boranijasevic, Nganga, Monteiro, Gétaz; Kukuruzovic; Geissmann (84. Barès), Schneuwly (57. Puertas); Oliveira (70. Dominguez), Koura (84. Pasche), Zeqiri (70. Lukembila).

Bemerkungen: Wil ohne Abedini (gesperrt), von Moos, Celant (verletzt), Mossi, Schmid, Wörnhard und Traber (nicht im Aufgebot). Lausanne-Sport ohne Turkes (gesperrt), Diaw, Loosli, Ndoye (verletzt), Flo, Schmidt und Nanizayamo (nicht im Aufgebot). – Verwarnung: 91. Silvio (Unsportlichkeit).

Rangliste:
1. Lausanne-Sport 24/53. 2. Vaduz 24/40. 3. Grasshoppers 24/40. 4. Kriens 24/39. 5. Stade Lausanne-Ouchy 24/31. 6. Winterthur 24/31. 7. Wil 24/29. 8. Aarau 24/26. 9. Schaffhausen 24/24. 10 .Chiasso 24/17.

Nächste Spiele (25. Runde):
Dienstag, 23. Juni: Schaffhausen - Chiasso (18.15 Uhr), Winterthur - Grasshoppers (18.15 Uhr), Aarau - Wil (20.30 Uhr), Lausanne-Sport - Vaduz (20.30 Uhr).
Mittwoch, 24. Juni: Kriens - Stade Lausanne-Ouchy (18.15 Uhr).

Im Video: Die Stimmen zum Re-Start-Spiel gegen Lausanne

 

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Der Liveticker:

Für den FC Wil geht es unter der Woche in Aarau weiter, am nächsten Freitag kommt dann Winterthur zum Derby der beiden FCWs ins Bergholz. Dann auch wieder dabei: der hallowil.ch-Liveticker. Für heute war es das. Danke für Ihr Interesse und ein gutes Wochenende. Bis bald auf hallowil.ch.

Schlussfazit: Nachdem Lausanne lange Zeit alles im Griff zu haben schien, kam Wil in den letzten Minuten nochmals mit richtig viel Dampf. Philipp Muntwilers später Ausgleich war der verdiente Lohn für eine kämpferisch starke Leistung. Wie schon beim letzten Treffen der beiden Teams im Bergholz gab Lausanne eine Führung aus der Hand. Damals war Wil nach einem 0:2-Rückstand noch zu einem Remis zurückgekommen. Beide Teams zeigten beim Start zur Rest-Saison mächtig Lust am Spiel. Vom befürchteten Einschlaf-Fussball nach dem coronabedingten Unterbruch keine Spur. Lausanne dürfte den Stolperer im Bergholz verkraften können. Auch nach dem gleichzeitigen 5:0-Sieg der Grasshoppers gegen Aarau bleiben den Waadtländern auf dem Weg zum Aufstieg in die Super League beruhigende 13 Punkte Vorsprung. 

Schlusspfiff im Bergholz: Wil und Leader Lausanne-Sport teilen sich die Punkte und spielen 1:1.

93. Minute: Lausanne wacht auf und rennt nochmals an. 

91. Minute: Gelb für Silvio wegen einer Unsportlichkeit. 

90. Minute: 3 Minuten Nachspielzeit gibt es im Wiler Südquartier. 

89. Minute: TOOOOOOOR für den FC Wil durch Muntwiler zu 1:1-Ausgleich. Endlich kann Wil den Ball mal im Strafraum festmachen. Der Captain bekommt den Ball abgelegt und grätscht ihn im Fallen von halblinks aus gut 11 Metern ins Tor. Via linken Pfosten. Die Party ist lancieret beim Geisterspiel.

88. Minute: Auch spielanteilsmässig ist das hier inzwischen ausgeglichen. 52:48 Prozent Ballbesitz für Lausanne. Wil läuft aber langsam die Zeit davon.

87. Minute: Wil will. Doch noch resultiert aus den weiten Bällen nach vorne nichts. 

85. Minute: Auch Wil wechselt doppelt: Bosic kommt für Brahimi. Fazliu wird durch Debütant Paunescu ersetzt.

85. Minute: Doppelwechsel bei Lausanne: Barès kommt für Geissman, für Koula spielt nun Pasche.

84. Minute: Freistoss für Lausanne aus gut 25 Metern. Ungefährlich. 

81. Minute: Noch zehn Minuten. Geht es so weiter, liegt hier der späte Ausgleich durchaus drin - wenn Wil endlich mal gefährlich in den Strafraum käme. Lausanne macht jedenfalls einen etwas müden Eindruck.

80. Minute: Im Letzigrund führt GC mit 5:0 gegen Aarau. Hoppla. 

79. Minute: Mittlerweile ist es ein tolles Spiel. Es geht munter hin und her. 

76. Minute: Auf der anderen Seite legt Silvio für Muntwiler ab. Dessen Schuss von knapp ausserhalb des Strafraums geht in Richtung der Zuschauer auf den Balkonen hinter dem Gitter.

75. Minute: Doch da: Dicke Chance für Lausanne. Der eingewechselte Puertas vernascht im Strafraum seinen Gegenspieler und schliesst aus spitzem Winkel ab. Kostadinovic pariert glänzend. 

74. Minute: Zollt Lausanne den 120 Cupminuten gegen Basel Tribut? Nach furioser Aufholjagd musste sich der Challenge-Ligist dem FC Basel knapp mit 2:3 geschlagen geben. Aber das hat natürlich Kraft gekostet.

73. Minute: Seit einigen Minuten hat sich das Spiel hier völlig verändert. Wil drückt und kommt durch Silvio zu einem gefährlichen Abschluss. Der Stürmer hat etwas Rücklage beim Kopfball und kriegt keinen Druck hinter die Kugel, die auch am Tor vorbei geht. 

72. Minute: Contini scheint die Offensive zu schonen. Der Torschütze und der beste Torjäger auf dem Feld verlassen den Platz. 

71. Minute: Doppelwechsel bei Lausanne: Torschütze Oliveira und Zeqiri haben Feierabend. Für sie kommen Dominguez und Lukembila.

70. Minute: Endlich wieder mal ein Ball für Castella. Eine Flanke von links pflückt der Lausanner Keeper souverän aus der Luft. 

69. Minute: Padula ist auf der rechten Seite richtig aktiv. Viele Offensivaktionen laufen über den angriffslustigen Aussenverteidiger. 

67. Minute: Wil spielt jetzt tatsächlich Powerplay am Lausanner Strafraum. Doch wie oft in dieser Saison bleibt es beim "am" und kommt nicht zum "im".

65. Minute: "Au wenn alli Krise schiebet - Lueged, dass ihr Siiger bliibed" hat der Wiler Anhang auf ein Transparent geschrieben. Damit das passiert muss sich hier noch einiges tun. Derzeit ist Lausanne klar überlegen.

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Bild: Simon Dudle

63. Minute: Guter Reflex von Kostadinovic. Koura dribbelt sich im Strafraum bis an den 5-Meter-Raum und will dann querlegen. Der Arm des Wiler Goalies schnellt in Eishockey-Goalie-Manier raus und unterbricht das Zuspiel aus nächster Distanz. 

61. Minute: Doppelwechsel beim FC Wil: Anstelle von Duah kommt Krasniqi, Ismaili ersetzt Ndau. Challenge-League-Premiere für Ndau. 

59. Minute: Muntwiler leitet einen Angriff ein. Nach einem Luftduell im Strafraum bleibt Duah liegen und muss behandelt werden. Hoffentlich geht es für den Flügel weiter!

58. Minute: Erster Wechsel bei Lausanne: Puertas kommt für Schneuwly.

57. Minute: Irgendwie ist das hier besser als die geisterhafte Leere bei den Bundesliga-Spielen. Von den Zuschauern kommt doch etwas Lärm, besonders die Hardcore-Fans feuern ihr Team immer wieder lautstark an. Etwa 30 Stück stehen übrigens lautstark ausserhalb der Arena, da sie nicht rein dürfen. 

55. Minute: Ndau kommt nochmals davon. Trotz eines versuchten taktischen Fouls des Wilers belässt es Ref Dudic nach dem Ende der Aktion bei einer Ermahnung. 

54. Minute: Nach schöner Balleroberung von Padula wird Fazliu rechts vielversprechend freigespielt. Doch dann fehlen ihm die Anspielstationen. 

52. Minute: Erster Wechsel bei Wil: Für Rohner ist Schäppi neu im Spiel.

51. Minute: "Nicht ins Zentrum" schreit Sforza bei Ballbesitz in der Innenverteidigung. Tatsächlich haben die Wiler Mittelfeldspieler oft viel Druck von den Lausannern.

51. Minute: Aber trotzdem ist das ganz ein anderes Spiel als noch im November, als der FC Wil bei letzten Aufeinandertreffen dieser Teams auf der Pontaise mit 0:5 unterging. 

49. Minute: Das wirkt schon sehr kontrolliert bei Lausanne. Zwar gibt es auf Wiler Seite immer wieder schöne Ballstaffeten. Doch echte Gefahr lag bisher, ausser bei der verunglückten Flanke und dem anschliessenden Kopfball in der ersten Halbzeit, selten in der Luft.

46. Minute: Beide Teams gehen unverändert in die Zweite Halbzeit. Dies trotz dem Umstand, dass mit Rücksicht auf den fehlenden Rhythmus der Spieler und das dichte Restprogramm neuerdings fünfmal gewechselt werden darf pro Team.

46. Minute: Silvio stösst an, die zweite Halbzeit läuft.

Gleich geht es weiter. Die Mannschaften kehren aufs Feld zurück. Natürlich erneut gestaffelt.

Ein Blick auf den zweiten Platz, auf dem aktuell Challenge-League-Fussball zu sehen ist. Im Letzigrund führen die Grasshoppers gegen Aarau bereits mit 3:0. Auch dort ist Pause.

Pausenfazit: Wil hielt gut mit, verbuchte bis zum Gegentreffer sogar mehr Torschüsse, viele davon jedoch aus der Distanz. Der Leader wirkte in Strafraumnähe doch einiges gefährlicher. Dank solidarischem Einsatz hielt der Wiler Defensivverbund dennoch lange stand. Trotzdem wird das in der zweiten Halbzeit eine ziemliche Challenge für den FC Wil. Lausanne-Sport hat 2020 in der Liga noch kein Tor kassiert.

Pausenpfiff: Der FC Wil liegt zur Pause gegen den FC Lausanne-Sport mit 0:1 zurück.  

45. Minute: Muntwiler fightet. Irgendwie ist Kukuruzovic in allem ein bisschen schneller, aber der Captain macht diesen Nachteil mit Körperlichkeit und Grätschen wett. Am Ende des Duells gibt es Freistoss für Lausanne. Dieser wird aber gar nicht mehr ausgeführt, Dudic bittet zum Pausentee. 

44. Minute: Auffällig, wie hoch die Wiler Aussenverteidiger Padula und Rohner stehen. In Ballbesitz hat das was von einer Dreierkette. 

42. Minute: Wil bleibt dran und ist momentan viel in Ballbesitz. Auch die Fans sind zu hören. Die "Hopp Wil"'s schallen respektabel laut durch das leere Bergholz.

40. Minute: Grosschance für Lausanne. Gétaz setzt sich links durch und findet Oliveira im Rücken der Innenverteidiger. Dieser trifft den Ball nicht richtig und das Spielgerät kullert letztlich harmlos am Tor vorbei. 

38. Minute: Lausanne hat hier bisher 60 Prozent Ballbesitz. 

36. Minute: Nächster Durchbruch über rechts. Oliveira ist vorbei, aber niemand läuft richtig mit. Der Torschütze legt sich den Ball schliesslich zu weit vor. Das Spielgerät geht über die Torauslinie.

35. Minute: Schade. Wil war eigentlich dabei, gut in die Partie zu kommen. 

32. Minute: TOOOOR für den FC Lausanne-Sport durch Oliveira zum 0:1. Schmied rutscht im Strafraum weg. Den anschliessenden Querpass kann die Wil-Abwehr noch klären. Lausanne setzt nach und Oliveira verlängert eine halbhohe Flanke von rechts elegant und unhaltbar für Kostadinovic ins Petit Filet. Ach herje.

30. Minute: Wiedermal was zu tun für Kostadinovic: Ein ungenügender Klärungsversuch landet bei Geissmann, der aus 20 Metern draufhält. War wohl nicht einfach einzuschätzen, Kostadinovic geht auf Nummer sicher und nimmt dem Ball zunächst mit den Fäusten den Druck. Im Nachfassen hat er ihn sicher.

28. Minute: Schöner Spielaufbau bei Wil: Kamberi treibt den Ball ins Mittelfeld und findet Duah. Dieser verlagert schön nach rechts, dann bricht der Angriff ab. Wil bleibt aber in Ballbesitz und baut nochmals von hinten auf. Das ist schön anzusehen. 

25. Minute: Freistoss für Lausanne: Und das ist in dieser Saison ziemlich oft ziemlich gefährlich. Nicht so diesmal. Der Freistoss aus halbrechter Position ist schwach getreten und landet bei Wil. 

25. Minute: Silvio, wie man ihn kennt: Der alleinige Stürmer läuft fleissig Gegner an, deckt den Ball nach vorne gut ab, hat aber sonst noch noch wenig Bindung zum Spiel. 

23. Minute: Duah bleibt im Mittelpunkt: Diesmal lässt er sich etwas gar leicht austanzen. Wieder kommt Lausanne so über rechts relativ leicht in den Strafraum. Doch auch diesmal sind genügend Wiler in der Box, um die Situation zu klären. 

22. Minute: Mittlerweile ist die Partie völlig ausgeglichen, Wil hat sogar ein Chancenplus zu verzeichnen. 

21. Minute: Plötzlich fällt Duah auch offensiv auf. Wil presst sich in Ballbesitz, Duah kommt aus gut 14 Metern aus der Drehung zum Abschluss. Doch ein violettes Bein, Lausanne spielt heute in violett, ist dazwischen. 

20. Minute: Lausanne stellt mit Zeqiri und Turkes die beiden besten Torschützen der laufenden Saison. Schon 29 Treffer haben die zusammen erzielt. Der FC Wil hat als Team 34. Turkes fehlt heute gesperrt.

18. Minute: Defensiv ist Lausanne noch nicht richtig wach. Nach einer Kette von Ballverlusten kommt Fazliu zum Abschluss. Sein Weitschuss ist gut getroffen, fliegt aber doch einen guten Meter übers Tor.

16. Minute: Doppelchance für Wil: Eine Flanke wird zum Torschuss, Castella klärt per Flugparade. Wil kommt dann auch noch zu einer Flanke, aber der Kopfball streicht vorbei. 

15. Minute: Zweiter Abschluss für den FC Wil: Brahimi kommt aus 18. Metern zum Abschluss. Abgefälscht, doch die Ecke bringt nichts ein. 

14. Minute: Duah verschätzt sich bei der Abseitsfalle, Geissmann ist über rechts durch. Doch sein Zuspiel in die Mitte findet keinen Abnehmer. Muntwiler klärt.

13. Minute: Die 80 zugelassenen Zuschauer sehen einen munteren Beginn. Lausanne gibt den Ton an, Wil steht stabil und traut sich zwischendurch auch nach vorne.

12. Minute: Und gleich nochmals Lausanne: Flanke von rechts, Kopfball, gut zwei Meter vorbei. 

12. Minute: Lausanne kontert sogleich. Oliveira dribbelt den Strafraum entlang, verheddert sich aber schlussendlich. 

10. Minute: Aussichtsreiche Freistoss-Position für Wil. Duah probiert es mit einer Variante. Und tatsächlich wird es gefährlich. Nach einer gefühlvollen Flanke köpft Koura den Ball von der Ecke des 5-Meter-Raums neben das Tor. 

10. Minute: Gut gemacht von Andrea Padula: Mit einem leichten Rempler bringt er Oliveira dazu, den Ball ins Aus zu bugsieren. Abstoss. 

9. Minute: Wie nicht anders zu erwarten, geht es hier vor allem in eine Richtung: Richtung Tor von Zivko Kostadinovic. Doch die Abwehr des FC Wil löst das bisher gut. 

7. Minute: Corona macht gleich. Anzugträger und Kurven-Fans schauen heute alle von der Haupttribüne aus zu.

7. Minute: Wil ist bemüht, Ruhe reinzubringen und Zugriff auf das Spiel zu bekommen. Erste längere Ballbesitzphase des Heimteams.

5. Minute: Erste Druckphase von Lausanne: Duah kommt einem Ball zu wenig entgegen, doch die Wil-Abwehr kann nach dem Ballverlust klären. Lausanne bleibt dran, kommt nochmals in den Strafraum. Der Abschluss von Zeqiri wird geblockt.

4. Minute: Lausanne ist hier früh um Spielkontrolle bemüht. Die Waadtländer lassen den Ball in ihren Reihen zirkulieren.

2. Minute: Erster Corner für die Gäste. Kostadinovic hat ihn sicher.

1. Minute: Der Ball rollt. Zwei Minuten zu früh pfeift Schiedsrichter Dudic das Spiel an. Christian Schneuwly hat den ersten Ballkontakt.

Gleich ist Anpfiff, die Mannschaften laufen auf. Gestaffelt. Historische Randnotiz: Zum ersten Mal überhaupt ist das Bergholz ausverkauft; 300 von 300 zugelassenen Gästen sind gekommen. Effektiv 80 sind Zuschauer, der Rest Spieler, Betreuer, Offizielle, Journalisten und dergleichen. 

Geleitet wird das Spiel von Alessandro Dudic aus dem Kanton Bern. 

Lausanne-Trainer Contini schickt in einem 4-1-2-3-System folgende Spieler aufs Feld. Im Tor ist wie gewohnt Castella. Die Abwehr  bilden von rechts her gesehen Boranijasevic, Nanga, Monteiro und Gétaz. Davor spielt Captain Kukuruzovic. Etwas offensiver spielen Geissmann (rechts) und Schneuwly. Der Dreimann-Sturm besteht von rechts nach links aus Oliveira, Koura und Zeqiri. Auffälligster Abwesender: Liga-Toptorschütze Aldin Turkes, der schon 17 Mal eingenetzt hat.

Kommen wir zu den Aufstellungen: Beim FC Wil sticht vor allem ins Auge, dass Trainer Sforza Dominik Schmid nicht ins Aufgebot genommen hat. Schmid, bei dem noch offen ist, ob er über den 30. Juni hinaus bei Wil bleibt, war vor der Corona-Pause unumstrittener Stammspieler. Verzichten muss Sforza auch auf den jungen Stürmer Julian von Moos, der sich unter der Woche im Training am Fuss verletzte. Wil startet im gewohnten  4-2-3-1-System mit Kostadinovic im Tor. Die Abwehr bilden von rechts her gesehen, Rohner, Kamberi, Schmied und Padula. Im defensiven  Mittelfeld laufen Captain Muntwiler (rechts) und Ndau auf. Das offensive Mittelfeld bilden von rechts nach links Brahimi, Fazliu und Duah. Einziger Stürmer ist Silvio.

Es geht wieder los. Ab heute ist die Coronapause auch in den Schweizer Profiligen Geschichte. Und damit herzlich willkommen zum hallowil.ch-Liveticker. Für den FC Wil geht es gleich mit einem Knüller los. Die Mannschaft von Trainer Ciriaco Sforza empfängt den überlegenen Liga-Primus Lausanne-Sport. Mal sehen, was heute endet: Lausannes Lauf oder die Durststrecke des FC Wil. Die Äbtestädter sind im Kalenderjahr 2020 noch ohne Sieg. Seit dem 15. Dezember wartet man im Bergholz auf einem Vollerfolg. Es tickert für Sie Pablo Rohner.

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Die Vorschau:

Kein anderes Team startet nach der Corona-Pause früher in die Saison als der FC Wil. Zur ungewohnten Anspielzeit am Freitag um 18.15 Uhr gastiert Leader Lausanne-Sport auf dem Bergholz-Kunstrasen. Beiden Mannschaften werden zwei Garderoben zur Verfügung gestellt, damit sie etwas mehr Platz haben. In den Katakomben besteht aber Masken-Pflicht. Am Tag vor der Partie wurden die Wiler Spieler von Geschäftsführer Benjamin Fust informiert, wie sie sich richtig zu verhalten haben.

Im Stadion Bergholz wird nur die Haupttribüne geöffnet sein – und kein Verpflegungsstand. Rund 80 Saisonkarten-Besitzer, Gönner und Aktionäre können das Spiel live vor Ort mitverfolgen. Auch den Fans aus dem «Sektor D» wurden zehn Tickets zur Verfügung gestellt. Allerdings müssen sie dem Spiel auf der Haupttribüne sitzend beiwohnen, wenn sie denn kommen. Nur wer eine Einladung zum Spiel hat, bekommt Zutritt. Zu allen anderen sagt FC-Wil-Geschäftsführer Benjamin Fust: «Kommt bitte nicht vors Stadion, sondern unterstützt den Klub am Livestream.» Die Swiss Football League hat entschieden, alle Partien der verbleibenden 13 Runden live zu zeigen. Neben einer Partie pro Runde, welche auf Teleclub Zoom übertragen wird, werden alle anderen Spiele mit einer Kamera aufgezeichnet und auf www.sfl.ch live gestreamt. Den Klubs war freigestellt, ob sie die Spiele kommentieren. Der FC Wil hat sich dagegen entschieden.

Als erstes der Angstgegner

Der Start könnte für die junge Wiler Mannschaft anspruchsvoller nicht sein. Denn mit Lausanne-Sport gastiert der designierte Aufsteiger im Bergholz. Niemand hält es für möglich, dass die Equipe mit dem Winterthurer Trainer Giorgio Contini die 15 Punkte Vorsprung in den verbleibenden 13 Partien noch einbüsst. 

Die Waadtländer sind in der Challenge League seit über einem halben Jahr unbesiegt und haben 2020 in der Meisterschaft noch keinen Gegentreffer zugelassen. Zudem waren die Romands am vergangenen Sonntag dem FC Basel im Cup-Viertelfinal über weite Strecken ebenbürtig, machten einen 0:2-Rückstand wett und brachten den Favoriten an den Rand einer Niederlage. Wie so oft im Cup wankte der Oberklassige, fiel aber nicht. Kommt dazu, dass Lausanne Wils Angstgegner ist. Von den letzten zehn Direktbegegnungen gewann der FC Wil keine. Der letzte Erfolg gegen die Waadtländer liegt schon mehr als fünf Jahre zurück.

Was den Äbtestäedtern in die Karten spielen dürfte: Lausannes bester Torschütze, Aldin Turkes, wird in Wil definitiv keinen 18. Saisontreffer erzielen. Er sitzt eine Gelbsperre ab. Auch Verteidiger Noah Loosli ist nach seinem Ausschluss im Cup nun gesperrt.

Bewegung auf der Goalie-Position

Bei den Wilern geht es in den verbleibenden Spielen nicht mehr um allzu viel. Einen Absteiger aus der Challenge League gibt es nicht, die Aufstiegs-Barrage dürfte mit neun Punkten Differenz zu weit weg sein. So wird angestrebt, die Gelder einer möglichst hohen Platzierungsprämie zu holen – und die jungen Spieler ins Schaufenster zu stellen, um sie gewinnbringend verkaufen zu können. Sportlich soll so schnell wie möglich der erste Sieg seit dem 15. Dezember 2019 eingefahren werden. Die nächsten Gegner haben es allerdings in sich: Sie heissen der Reihe nach Lausanne, Aarau, Winterthur, GC.

Und wer steht bei Wil im Tor? Sicher nicht Anthony Mossi, der im vergangenen November vor einem Auswärtsspiel in Lausanne verpflichtet worden ist. Da er nicht überzeugen konnte, ist er bereits nicht mehr in Wil – und kehrt auch nicht mehr zurück. Gianluca Tolino kommt ebenfalls nicht in Frage. Da er kurz vor dem Lockdown an den SC Brühl ausgeliehen wurde, darf er nun nicht für Wil spielen, obwohl die Saison in der Promotion League abgebrochen wurde. Also bleiben noch Zivko Kostadinovic und Yuri-Gino Klein – und allenfalls der 20-jährige Kader Abubakar, den die Wiler von den Grasshoppers übernehmen möchten.

Das Spiel FC Wil – FC Lausanne-Sport kann heute Freitag ab 18.15 Uhr im hallowil.ch-Liveticker mitverfolgt werden. Auch von den restlichen Partien in diesem ausgedehnten Saison-Finale wird hallowil.ch mit einem Liveticker berichten.