Auf die Förderung der musischen Fächer legt die Primarschule Zuckenriet seit jeher ein grosses Augenmerk. So wählten die Lehrpersonen auch diesmal ein tiefgründiges, stufengerechtes Musical, in dem Gesang und Sprechrollen sich bemerkenswert ergänzen. In einer Sonderwoche wurden die Kinder für ihre Rollen vorbereitet. Aus dem im Schulhaus gelagerten Requisiten-Fundus entstand ein farbenfrohes Bühnenbild und eine blumige Saaldekoration. Hinter den humorvollen Texten und fröhlichen Liedern in den fünfzehn Szenen liegt dennoch eine ernste Problematik zugrunde. Die Ausgrenzung Einzelner durch Gruppen zieht sich durch das Spiel, führt schlussendlich aber doch zur Erkenntnis: „In Wahrheit sind wir alle Kinder dieser Welt. Nur gemeinsam sind wir stark“.

Aus dem Rahmen gefallen

Die Glühwürmchenschar ist mitten in der Vorbereitung zu einem grossen Fest. Sie putzen und schmücken die Festwiese. Sie sind am Tag ja unscheinbare Käfer. Alle Glühwürmchen leuchten in der Nacht weiss, nur eines leuchtet rot. Deshalb wird es vom Fest des Prinzen ausgeschlossen. Es gibt aber noch mehr Unerwünschte. Auch Hugo, die träge Hummel und Shaila, kein richtiger Schwalbenschwanz, sind Aussenseiter. Sie finden sich und halten zusammen gegen die Anfeindungen der übrigen Insekten. Beim Beginn des Festes hält der Prinz eine Ansprache und kündigt seinen Amtsantritt als König an. Als Zeichen seiner Würde wir ihm eine Krone aufgesetzt. Nachher setzt die Musik ein und es wird getanzt und gesungen. Als Günni mit seinem roten Licht mitsingt, verstummen alle anderen und halten Abstand zu ihm. Der Aussenseiter verzweifelt fast an seinem Los. Da gesellt sich Hugo Hummel mit seinem Nektartopf zu ihm. Er hat ein ähnliches Problem, mögen ihn doch die Bienen nicht.

Schmetterlinge schlüpfen aus

In einer weiteren Szene schlüpfen Schmetterlinge aus ihren Kokons und flattern umher. Sie sind stolz auf ihre Farbenpracht. Aber auch hier geschieht wieder Aussergewöhnliches. Die eingebildete Shaila erscheint in violettem Kleid und mit Spiegel, was für einen Schwalbenschwanz nicht normal ist. So gehört auch sie zu den Ausgestossenen, tut sich aber mit den andern zusammen. Während in der Käferschule Unterricht erteilt wird, kommt Janine, die französische Schnecke angekrochen und trifft dort Günni, Shaila und Hugo an. In der Käferschule lernen die Marienkäfer nicht nur Rechnen sondern auch singen. Im Refrain des Liedes heisst es: “In der Käferschule lernen wir, was wichtig ist, über Pflanzen, was man tut und was man frisst“! Dann wird auch geturnt, getanzt und gespielt. In einer weiteren Szene wird die bedrohte Umwelt angesprochen. Die Tausendfüsslerpolizei sammelt eifrig den Müll, den gedankenlose Menschen liegen lassen. Nach getaner Arbeit wird HipHop getanzt.

Kinder dieser Welt

Ein grosser, hüpfender Heuschreckenschwarm stürmt die Bühne. Es wird japanisch geredet und munter fotografiert und von kulturellen Weltreisen gesungen. Günni merkt auf einmal, dass er seine Freunde verloren hat. Da tröstet ihn eine Eule. Er erfährt, dass es früher viele bunte Glühwürmchen gegeben habe. Die weissen aber schupsen ihn weg und rappen, bis er am Boden liegen bleibt. Er steht wieder auf und weiss: „Ich muss weiterlaufen, man darf niemals aufgeben. Egal, wie oft es einen zurück wirft“. Prompt gerät er in eine Gruppe bunter Glühwürmchen und schliesst sich ihnen an. Als es wieder Tag wird, sehen sie ein grosses Spinnennetz, in dem die Spinne Cecilie den König gefangen hält. Er bittet die Glühwürmchen um Hilfe. Sie fangen die böse Spinne und befreien den König. Er bestätigt vor seinen versammelten Untertanen die Heldentat der bunten Glühwürmchen. Es wird gemeinsam gefeiert und gesungen, womit der Zusammenhalt wieder hergestellt ist. Mit frenetischem Applaus lobten die anwesenden Angehörigen und Schulfreunde die tolle Leistung der Kindergärtler und Primarschüler.

Verabschiedung einer Lehrerin

Im Schlusswort lobte die Schulleiterin Barbara Rüthemann die beteiligten Schülerinnen und Schüler und die engagierten Lehrpersonen: „Ihr habt uns wieder mit euren Talenten und einer tollen Vorstellung überrascht. Mit Liedern, Rapps, Tanzen und Gesprächen habt ihr bewiesen, wie alle einzigartig sind und trotzdem zu einer Gemeinschaft werden, die von Freunden begleitet und getragen sind,“ brachte Barbara Rüthemann ihre Eindrücke und Begeisterung auf den Punkt. Sie traf damit auch die Meinung der begeisterten Besucherinnen und Besucher. Einen grossen Dank sprach sie auch der abtretenden Lehrerin Frida Brändle aus, welche in die verdiente Pension eintreten kann. Mit einem Blumenbukett verabschiedete sie die langjährige Pädagogin.