Im Dezember zügelt die Uzwiler Verwaltung ins neue Gemeindehaus. Ferdinand Gehrs Sgraffito ist dort schon angekommen.1954: Henau feierte das 1'200-Jahr-Jubiläum. Und der Henauer Bürger Ferdinand Gehr schuf ein eindrückliches Sgraffito. In Goldach, an der Landi. 2009 schien die Zeit des monumentalen Werkes abgelaufen. Das Gebäude musste einem Neubau weichen. Die Landi sah sich ausser Stande, das Sgraffito zu retten. Und ging an die Öffentlichkeit.

Das Angebot: Wer das Werk sachgerecht entfernen kann, erhält es ohne Entschädigung. Trägt aber die Kosten für den «Ausbau». Und das Risiko. 40 Interessenten gabs, Uzwil erhielt den Zuschlag. In einer aufwändigen Gemeinschaftsaktion retteten die Vereinigung für Kulturgut, die Arbeitgebervereinigung und die Gemeinde das Sgraffito, restaurierten es. Damals ohne klaren Plan, wo das Werk in Uzwil seinen definitiven Platz finden soll.

Vorübergehend grüsste es in den letzten Jahren von der Sonnmatt-Scheune Besucherinnen und Bewohner des Seniorenzentrums. Vor gut einem Jahr dann der Entscheid: Das Sgraffito wechselt ins neue Gemeindehaus. Bewusst ins und nicht ans Haus, damit es vor äusseren Einflüssen geschützt ist und dauerhaft erhalten bleibt. Ein Entscheid, der auch mit Franziska Gehr, der Tochter des Künstlers abgestimmt wurde.

Ferdinand Gehrs Sgraffito hat im Lichthof des neuen Gemeindehauses seinen definitiven Platz gefunden.

Kunst am Bau
Der Lichthof über alle Stockwerke prägt das neue Gemeindehaus. Dort – im Herzen des neuen Hauses – hat Gehrs Werk nun seinen definitiven Platz gefunden. Die Restauratoren werden es nun noch reinigen. Dann kommt das Gerüst im Lichthof des neuen Gemeindehauses weg. Und dann wird Ferdinand Gehrs Werk die innere Erscheinung des Hauses prägen, als sichtbares Zeichen von Uzwils Verbundenheit mit seinem prominenten Gemeindebürger.

Mit dem Umzug hat sich der Kreis geschlossen, hat die damalige Rettung des Werkes ihr definitives Ziel erreicht: Das Sgraffito für Uzwil zu retten, es dauerhaft zu erhalten und es für die Bevölkerung zugänglich zu präsentieren. Soviel sei schon verraten: Ferdinand Gehr wird im neuen Gemeindehaus auch über das Sgraffito hinaus eine Rolle spielen. Mehr dazu aber später.

Was ist ein Sgraffito?
«sgraffiare» ist das italienische Verb für «kratzen». Für ein Sgraffito werden unterschiedliche Putzschichten aufgetragen, dann die oberste Schicht teils weggekratzt. Die Arbeit muss fertig sein, bevor die Oberfläche antrocknet.

WEITERE THEMEN
Projektarbeiten der Oberstufe vorgestellt

Die dritten Oberstufenklassen präsentierten ihre Projektarbeiten und bewiesen dabei Engagement und Initiative.

An drei Tagen standen im Uzeschulhaus die Ergebnisse der Projektarbeiten von rund 100 Oberstufenschülerinnen und -schülern der Real- und Sekundarschule für die Öffentlichkeit bereit. Im Foyer konnten sich Eltern und Mitschüler ein Bild davon machen, womit sich die Schüler beschäftigt hatten: Sie hatten nach eigenen Rezepten gebacken oder sich generell mit dem Thema Ernährung befasst, hatten ihr Hobby in Filmen dokumentiert, Möbel selber gezimmert, Fussballstadien und das Elternhaus nachgebaut, kulturelle Bräuche vorgestellt – die überwältigende Vielfalt bewies Kreativität und Tatkraft.

In Vortrag präsentiert
Aufgabe war es jedoch nicht nur, das Ergebnis der Projektarbeit in einer Ausstellung zu zeigen, sondern diese auch in einem kurzen Vortrag zu präsentieren. Und so standen an drei Abenden stolze Oberstüfler vor ihrem Publikum in den Klassenzimmern, und zeigten in einer Powerpoint-Präsentation und meist auch anhand des realen Ergebnisses, womit sie sich befasst hatten. Luca Toma beispielsweise führte einen Film vor, den er aus Filmmaterial eines Tauchgangs zusammengestellt hatte. In der Präsentation ging es aber auch darum, die Vorbereitungen sowie die gemachten Erfahrungen während des Prozesses aufzuzeigen: Eine Kamera musste organisiert werden – und welche Erwartungen hat man überhaupt? Wurden sie erfüllt? Wenn nicht, wie geht man damit um?

Vorbereitung auf Berufsleben
Vanesa Andjelkovic hatte sich dem veganen Backen gewidmet. Dazu gehörte nebst dem Auftreiben und Einkaufen der speziellen Zutaten auch die Beschäftigung mit dieser Ernährungs- und Lebensweise. Aber auch die Auswertung der Backergebnisse: «Mein Geschmack ist es nicht.»

Die Auseinandersetzung mit den eigenen Interessen, das Planen und Durchführen eines Projektes, die Herangehensweise an ein neues Thema – aber auch das Erleben von Erfolg und Niederlagen sind immer eine wertvolle Erfahrung vor allem auch für das kommende Berufsleben, das nun bald auf die rund 100 Schülerinnen und Schüler wartet.| Carola Nadler

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Vorverkauf fürs Bambolo läuft
Im Sommer gibts das Bambolo wieder, das Uzwiler Ferienprogramm. Es ermöglicht den Kindern spannende Aktivitäten und Gemeinschaftserlebnisse in der Natur.

Vom 7. bis zum 11. August 2017 heissts wieder Bambolo. Die Organisatorinnen haben ein spannendes Programm zusammengestellt. Die Kinder können im Rüteliwald tolle Nachmittage verbringen und viel Aussergewöhnliches und Schönes erleben. Der Vorverkauf in der Gemeindebibliothek läuft noch bis zum 7. Juli 2017. Interessiert, sich einen Wochenpass oder einzelne Tagespässe zu sichern? Auf der Homepage www.bambolo.ch ist das Anmeldeformular und weitere Infos zu finden.

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3950 Franken fürs Brunnenprojekt
Stolz und mit viel Freude übergaben die Schülerinnen und Schüler der Schulanlage Kirchstrasse Ellen Glatzl den Check über 3950 Franken für das Brunnenprojekt in Ghana.

Ziel des Projektes «Markt der Nationen» war, den Schülerinnen und Schülern der Schulanlage Kirchstrasse die Vielfältigkeit der Welt aufzuzeigen. Diese spiegelt sich auch in der Schulanlage wieder, gehen doch Kinder aus 26 verschiedenen Ländern hier zur Schule. In Ghana gibt es viele Schulen, die kein fliessendes Wasser und auch keinen Brunnen haben. Mit dem Brunnenprojekt wird ein Beitrag zur Verbesserung der Situation von Schulen in Ghana angestrebt. Dank dem engagierten Einsatz des Lehrerteams, der Schülerinnen und Schüler und vieler Eltern können Ellen Glatzl 3950 Franken für den Bau von Brunnen übergeben werden. | Paul Stengel