Der angekündigte Nachtumzug der Wiler Tüüfel sorgte in den Abendstunden des Gümpelimittwoch für grossen Publikumsaufmarsch. So fanden sich für einmal eine grössere Zahl „fremder Tüüfel“ auf dem Hofplatz ein. Den neuen Herrschern, Prinz Adrian und Prinzessin Jeannette blieb dennoch breite Beachtung erhalten. Herold Mike Sarbach setzte den Schlusspunkt mit dem Vortrag seiner Bulle. (siehe separater Bericht)Traditionen sind bekanntlich irgendwann überlebt und drohen zu verschwinden, weil sich kaum mehr Nachwuchs bildet. Die Wiler Fastnacht mit der FGW hat sich in ihrer Organisation schon bisher für die Sicherung des Nachwuchs eingesetzt. Stufenweise wird jungen Leuten ein Mitmachen interessant gemacht, sie nicht auf Anhieb mit grossen Aufgaben zu belasten.

Das Interesse am Fastnachtsgeschehen auch älteren Mitgliedern zu erhalten, dafür steht die Gruppe der Altfastnächtler, aktuell unter der Leitung von Stefan Frick. Die Wiler Tüffelsgilde verfügt über eine grosse Zahl jüngerer Teilnehmer, darunter auch einige Damen. Mit dem Nachtumzug ergab sich der Tüüfelsgilde die Möglichkeit eine Anzahl fremder Tüüfelsgruppen auflaufen zu lassen.

Erster Umzug mit 11 Gruppen
Der Start der Strassenfastnacht verlief wie gewohnt. Nach drei Böllerschüssen stürmten die Wiler Tüüfel aus der Hofgasse, von viel anwesendem Publikum applaudiert. Dann aber änderte sich der Ablauf. Hinter dem Baronenhaus hatten sich die Gruppen des Nachtumzuges bereit gemacht. Noch ein weiterer Böllerschuss kündigte den Start an.

Der Umzug führte durch die Gassen der Altstadt über die Marktgasse, um über die Kirchgasse wieder auf den Hofplatz zurück zu kehren. Dort erwartete die Anwesenden die Bullenverlesung durch Herold Mike Sarbach. Voraus waren der abgesetzten Stadtpräsidenten letzte Grüsse an das Publikum vergönnt: „Gnüssets und triibents nöd z'wiit“.

11 Gruppen am Nachtumzug
Den Auftakt des Tüüfel-Nachtumzuges besorgte die Wiler Tüüfel Delegation. Als zweite Gruppe folgten die Wiler Höllburg Hexen mit 20 Teinehmern. Anschliesssend folgten auswärtige Tüüfelgruppen. Aus Radolfzell waren die Erebos-Perchten-Bodensee mit 12 Teilnehmern angereist. Mit passendem Namen folgte die Wiler Guggenmusik „Tüüfelshusaren.

Aus Wollerau folgte eine 20-köpfige Gruppe, die Fedelitas-Hexen. Sie feiern bereits das 100-Jährige. Anschliessend wurde es wieder wilnah mit den 10 Wiler Fetzfrauen, aus der Sage des Fetzfraueli entstanden. „Diabolis Inferno“ aus Rüthi SG nennt sich die bereits achte Gruppe des Umzuges . Vom Ricken meldeten sich die Dürrwaldhexen mit 20 Mann. Anschliessend folgte die Hofgeister-Gugen aus Wil. Die vorletzte Gruppe, die „Seetüüfel Schmerikä“ zeigten sich mit 15 Teilnehmern. Als letzte Gruppe zeigte sich die Wiler Tüüfelsgilde mit 150 Teilnehmern.