Mit einem eigens für den abtretenden Schulpräsidenten gestalteten Dankeslied und einigen Präsenten verabschiedeten sich die Schüler und die Lehrpersonen von Josef Rütsche. Ein Abschiedsgeschenk überreichte auch Gemeindepräsidentin Imelda Stadler dem Demissionär. An der letzten Bürgerversammlung seiner achtjährigen Amtszeit blickte Josef Rütsche auf ein arbeitsintensives Jahr zurück. Er erwähnte auch das Jahresmotto „Augen auf – für die Natur“, mit dem die Jugend für die Umwelt sensibilisiert werden soll. Zur Jahresrechnung 2019 vermerkte er, dass die Sonderschulkosten in den vergangenen Jahren enorm gestiegen seien. Hingegen entwickelten sich die Kosten der Schulgelder per Saldo rückläufig.

Bei einem Rechnungsabschluss von 2‘5591‘103 Franken konnte ein Minderbedarf von 111‘897 Franken gegenüber dem Budget erzielt werden. Im Budget 2019 wird ein Steuerbedarf von 2,63 Millionen Franken ausgewiesen. Sowohl die Rechnung 2018 wie auch das Budget 2019 passierten die Abstimmung ohne Gegenstimmen. In der Umfrage sprach der Schulpräsident den ablehnenden Entscheid an der Urnenabstimmung für ein neues Mehrzweckgebäude an. „Der negative Entscheid des Stimmvolkes soll uns nicht entmutigen, sondern Ansporn geben für ein optimiertes, mehrheitsfähiges Projekt.“ Zum zweiten Projekt Schulerweiterung will der Schulrat wegen eines laufenden Verfahrens keine öffentliche Stellung beziehen.

Rechnungsabschluss besser als erwartet

Insgesamt 97 Stimmberechtigte besuchten die Bürgerversammlung der Politischen Gemeinde in der Turnhalle Lütisburg, was einer Beteiligung von 9,22 Prozent entspricht. Der neue Gemeindefilm vermittelte Eindrücke von einer lebenswerten Gemeinde und leitete in die Versammlung ein. Weil Gemeindepräsidentin Imelda Stadler bereits an einer Vorversammlung ausführlich über die Aufgaben und Geschäfte des vergangenen Jahres berichtet hatte, beschränkte sie sich auf einen kurzen Rückblick. Sie stellte die Projekte vor, welche 2018 teilweise oder ganz abgeschlossen werden konnten. Bei der Präsentation der positiv abgeschlossenen Jahresrechnung erwähnte sie, dass die Haupteinnahmen aus den Gemeindesteuern und den Finanzausgleichsbeiträgen stammen. Die Bildungskosten nehmen rund die Hälfte des gesamten Finanzhaushalts ein. Die Rechnung 2018 schliesst mit einem Gewinn von 135‘259 Franken ab. Der Gemeinderat schlug eine Einlage von 100‘000 Franken zur Vorfinanzierung Mehrzweckhalle und den Rest als Einlage ins Eigenkapital vor. Nachdem der Souverän die Jahresrechnung einstimmig genehmigte, beträgt dieses nun rund 6,57 Millionen Franken.


Auch Budget mit Gewinn

Das Budget 2019 rechnet bei gleichbleibendem Steuerfuss von 135 Prozent mit einem Gewinn von 107‘500 Franken. Bei den Investitionen sind 967‘000 Franken für die Sanierung der alten Thurbrücke, für ein neues Kommunalfahrzeug, die Meteowasserleitung Altgonzenbach und für die Richt- und Rahmennutzungsplanung vorgesehen. Es wird mit einem leicht höheren Steuerertrag und Finanz-Ausgleichsbeiträgen von rund 2,61 Millionen Franken gerechnet. Bei der Steuerkraft von 1763 Franken pro Person liegt die Gemeinde Lütisburg auf Rang 72 der St.Galler Gemeinden. Die Stimmberechtigten genehmigten das Budget 2019 ebenfalls ohne Gegenstimmen.

In der Umfrage meldeten sich einige Stimmbürger zu Wort. So wurde vom Gemeinderat eine aktivere Rolle bei der Erstellung eines Enegiekonzepts gefordert. Ein Votant kritisierte die Kostenverrechnung der Gemeinde für die Grünabfuhr. Weiter Diskussionspunkte waren die Sicherheit der Schüler auf den Strassen und die befürchtete Verkehrszunahme bei einem allfälligen neuen Schlachthof. Die Gemeindepräsidentin nahm die Anregungen entgegen.