Oberbüren 

Die Jahresrechnung 2021 wurde vom Gemeinderat Oberbüren genehmigt. Sie schliesst mit einem Defizit ab, welches trotz hoher Steuereinbussen geringer ausfiel als budgetiert. Die Steuerkraft je Einwohner bewegt sich wieder auf einem ähnlich tiefen Niveau wie im Jahr 2017. 

Rechnung 2021

Die Rechnung 2021 der Politischen Gemeinde Oberbüren schliesst mit einem Aufwandsüberschuss von Fr. 785’458.62 ab. Gegenüber dem budgetierten Defizit von Fr. 954’000 entspricht dies einer Besserstellung von Fr. 168’541.38. Die Besserstellung im Vergleich mit dem Budget 2021 lässt sich insbesondere mit dem tiefer ausgefallenen Finanzbedarf der Schulen, tieferen Sozialhilfekosten sowie höheren Einnahmen bei den Grundstück- gewinnsteuern begründen.

Steuerabschluss

Die budgetierten Steuereinnahmen konnten im Jahr 2021 nicht erreicht werden. Bei den Einkommens- und Vermögenssteuern liegt die einfache Steuer rund Fr. 1’954’703 unter dem Budget von Fr. 10’900’000. Diese starke Abweichung ist auf mehrere Ursachen zurückzuführen. In den letzten Jahren haben viele Steuerpflichtige Beteiligungen bezogen. Diese Bezüge lagen teilweise im Millionenbereich. Aufgrund dessen fielen die Steuereinnahmen in den letzten drei Jahren verhältnismässig sehr hoch aus. Im Jahr 2021 haben jedoch nur wenige Steuerpflichtige solche Beteiligungen bezogen. Ausserdem wurde in der Gemeinde Oberbüren stark in die eigenen Häuser investiert. So wurden sehr hohe Liegenschaftsunterhaltskosten geltend gemacht, wodurch die Steuereinnahmen ebenfalls erheblich gesunken sind. Im Rahmen der Nachzahlungen musste aufgrund der definitiven Steuerveranlagungen eine Minderung der ursprünglich provisorischen Rechnungsstellung des Jahres 2020 verzeichnet werden. Anstelle des budgetierten Ertrags von Fr. 600’000 resultierte unter dieser Position ein Minderertrag von Fr. 890’000.

Bei den Quellensteuern natürlicher Personen, Gewinn- und Kapitalsteuern juristischer Personen sowie den Grundstückgewinnsteuern konnten die budgetierten Erträge erreicht werden. Bei den Grundstückgewinnsteuern wurde das Budget sogar um Fr. 528’000 übertroffen. Das Budget der Handänderungssteuern wurde um rund Fr. 89’000 nicht erreicht.

Aufgrund der Steuereinnahmen im Jahr 2021 sowie der Empfehlungen des Kantons wird im Budget 2022 bei den Einkommens- und Vermögenssteuern gegenüber der Rechnung 2021 mit einem höheren Ertrag von netto 9.7 Mio. Franken gerechnet. Bei den Sondersteuern bleibt das Budget 2022 im Vergleich mit der Rechnung 2021 grundsätzlich in einem ähnlichen Rahmen. Jedoch wird bei den Handänderungssteuern aufgrund von bereits heute bekannten Spezialfällen mit einem deutlich höheren Ertrag gerechnet.

Steuerkraft

Die Steuerkraft von Oberbüren hat im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr um rund Fr. 700 abgenommen. In den Jahren 2018 bis 2020 konnten ausserordentliche Erträge bei den natürlichen Personen geltend gemacht werden. Da im Jahr 2021 kein solcher Spezialfall zugunsten der Gemeinde verzeichnet werden konnte, bewegt sich die Steuer- kraft je Einwohner nun wieder auf einem ähnlichen Niveau wie im Jahr 2017.

Im Allgemeinen kann festgehalten werden, dass mit einem Steuerfuss von 100% die vollständige Selbstfinanzierung aktuell nicht gewährleistet wird. Entsprechend hat dies zur Folge, dass das Eigenkapital abnimmt. Bei einem Eigenkapital von total 39.6 Mio. Franken (inkl. Spezialfinanzierungen) ist der Gemeinderat der Ansicht, dass eine Reduktion des Eigenkapitals aktuell vertretbar ist.

Defizit und Bilanz

Der Gemeinderat hat unter Vorbehalt der Zustimmung der Bürgerschaft beschlossen, das ausgewiesene Defizit von Fr. 785‘458.62 aus den kumulierten Ergebnissen der Vorjahre zu entnehmen (Reduktion Eigenkapital).

Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Bilanzsumme um 4.495 Mio. Franken auf neu 50.714 Mio. Franken reduziert. Diese Veränderung ist mitunter auf den Verkauf von Sachanlagen im Finanzvermögen, die Verminderung der flüssigen Mittel sowie das ausgewiesene Defizit des Rechnungsjahres 2021 zurückzuführen.

Budget 2022

Die Entwicklung der Steuerkraft wurde in die Erarbeitung des Budgets miteinbezogen. Das Budget 2022 basiert auf einem gleichbleibenden Steuerfuss von 100%. Es wird damit gerechnet, dass die Einkommens- und Vermögenssteuern der natürlichen Personen gegenüber dem Vorjahr um rund 2.5% zunehmen. Unter Berücksichtigung des Bezugs aus der Ausgleichsreserve von Fr. 700‘000 wird mit einem Defizit von Fr. 889‘000 gerechnet. Dieses setzt sich mitunter aus Mehraufwänden für die Schulgemeinden, die Verlustscheinübernahme von Krankenkassenprämien sowie hohen Abschreibungen zusammen. Weiter sind verglichen mit der Rechnung 2021 hohe Mindererträge bei den Verkäufen von Sachanlagen im Finanzvermögen budgetiert.

Niederbüren: Erfreuliches Rechnungsergebnis der Gemeinde Niederbüren

Das Budget 2021 rechnete mit einem Aufwandüberschuss von Fr. 294'515.--. Die Erfolgsrechnung schliesst mit einem erfreulichen Mehrertrag von Fr. 402153.43 ab. Der Rechnungsvorschlag/Gewinn 2021 von Fr. 402'153.43 wird zur Eigenkapitalbildung für künftige Aufwandüberschüsse verwendet und ermöglicht, dass der geplante Aufwandüberschuss von 436'911 Franken im kommenden Jahr finanziert werden kann. Der Eigenkapitalbestand per 31.12.2021 beträgt ohne Fonds und Reserven Fr. 4'524'074.07 

Budget 2022 mit Senkung des Steuerfusses um 3 % 

Im Budget 2022 wird eine Senkung des Steuerfusses um 3 % auf 126 Prozentpunkte beantragt. Dies trotz eines zu erwartenden Verlusts von rund 437'000 Franken im 2022. Die steigenden Schulkosten insbesondere in der Oberstufe aufgrund der steigenden Schülerzahl, der geringere Finanzausgleich, der tendenzielle Anstieg der Kosten für den Strassenunterhalt, die höheren Kosten in der Pflegefinanzierung sowie der tiefere Investitionsbedarf bei den Infrastrukturen in den kommenden zehn Jahren lassen sich mit dem tieferen Steuerfuss sowie aus Eigenkapitalbezügen finanzieren. Der Gemeinderat hat sich mit der schon im Vorjahr angekündigten Steuersenkung wiederum intensiv auseinandergesetzt. Es werden immer mehr Kosten vom Kanton auf die Gemeinden umgewälzt (z.B. Pflegefinanzierung, Verlustscheinforderungen, Digitalisierung). Die Einnahmen aus dem Finanzausgleich werden künftig um rund 140'000 Franken tiefer ausfallen. Das in den vergangenen Jahren angesparte Eigenkapital sowie die langfristigen Aussichten aufgrund des Finanzplans lassen eine vorsichtige Senkung des Steuerfusses zu. Je nach Geschäftsverlauf kann künftig mit weiteren Steuersenkungen gerechnet werden. Detaillierte Angaben können Sie dem Geschäftsbericht entnehmen, welcher anfangs März in die Haushaltungen verteilt wird. Ab Freitag, 25. Februar 2022, sehen Sie den Geschäftsbericht auf der Homepage der Gemeinde Niederbüren. Am Montag, 14. März 2022, ab 20.00 Uhr ist die Informationsversammlung zum Rechnungsjahr 2021 und Budget 2022 der Politischen Gemeinde Niederbüren, der Primarschulgemeinde Niederbüren und der Katholischen Kirchgemeinde Niederbüren.