Gemeindepräsident Guido Grütter konnte am vergangenen Mittwochabend von den insgesamt 3‘491 Stimmberechtigten deren 214 (6,1 Prozent) und einige Gäste zur Versammlung begrüssen. Der Wirbel um den Nachtragskredit Sportanlage Waldegg und den Planungskredit Schulanlage fand an der Versammlung sachlich geführte Fortsetzung.

Zwei Einbürgerungen

Die Versammlung begann mit der Abstimmung über zwei Einbürgerungsgesuche. Michele und Anna Pagliuca aus Italien, sind jetzt einen Schritt näher am Ziel. Nach der geheimen Abstimmung waren bei 209 abgegebenen Stimmzetteln 188 Ja und 21 Nein für die Erteilung des Gemeindebürgerrechts.

Abstimmung über Nachtragskredit Sportanlage Waldegg

Dem Begehren für einen Nachtragskredit in der Höhe von 146'000 Franken wurde mit 163 Ja, 14 Nein und 37 Enthaltungen zugestimmt. Es war für die meisten Anwesenden nachvollziehbar, dass der ursprünglich bewilligte Kredit von 996‘000 Franken für die Erweiterung der Garderoben und Duschen in der Sportanlage Waldegg eigentlich hätte eingehalten werden können – wenn nicht die Fachleute im Verlaufe der Bauarbeiten zu neuen, anderen Erkenntnissen gekommen wären.

Eine verbesserte Erschliessung, um genügend Wasser für die neue Anlage und sämtliche Duschen zuführen zu können, wurde von Fachplanern als absolut zwingend erachtet. Das ausgearbeitete Projekt mit Kostenfolge zeigt – inklusive Grab- und Belagsarbeiten 146‘000 Franken (Kostenteiler Gemeinde: 127‘650 Franken, Schule: 18‘350 Franken).

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Gemeinderat Pascal Leutenegger informierte über die Buslinie St Margrethen Eschlikon.

Budget 2019

Gemeinderätin Nadia Stricker sagte, ein Budget sei alljährlich das Ergebnis, wenn man vom Wünschbaren aus dem Finanzplan das aufgrund der finanziellen Situation auch Machbare zusammenstelle. Sie stellte verschiedene Budgetpositionen vor. Drei geplante wurden speziell erläutert.

Zum öffentlichen Spielplatz und den Erstellungskosten von 45‘000 Franken informierten Carmen Siegenthaler und Daniela Hälg. Sie konnten die Stimmberechtigten von ihrem Anliegen überzeugen. Zur künftigen Buslinie wusste Gemeinderat Pascal Leutenegger nebst dem Budgetposten von 61‘000 Franken viele Details – auch zum aktuellen Fahrplan von Montag bis Samstag. Als er von einer Stimmbürgerin gefragt wurde, ob denn die St. Margarether am Sonntag nicht ausgehen würden, konnte er sich ein Schmunzeln nicht verkneifen und erklärte, dass man sich fürs erste, aus Kostengründen, auf die Hauptverkehrs-Tage und -zeiten konzentriert habe.

Nein zum Beitrag «Renovation Jagdhaus im Alfred Sutter Park»

Die Beweggründe für den Betrag von 100‘000 Franken an die Renovierung des Jagdhäuschens im Alfred Sutter Park erläuterten Gemeinderat Manfred Filliger und Architekt Ueli Bohnenblust. Vertreter der SVP und FDP sowie einige weitere Personen äusserten sich gegen die Renovierung und stellten den Antrag, den Betrag von 100‘000 Franken aus dem Budget zu streichen. Bei sieben Enthaltungen, 37 Nein und 171 Ja Stimmen wurde dem Antrag entsprochen.

Ja zur Stelle Jugendsozialarbeiter

Roland Aeby, Präsident der FDP stellte im Namen der FDP Ortspartei den Antrag, die budgetierte Stelle für einen Jugendsozialarbeiter zu streichen.

Gemeinderat Jos – Reto Bernet begründete, dass auch den Bedürfnissen der Jugendlichen im Dorf Beachtung geschenkt werden müsse und eine solche Stelle wichtig und für Nachhaltigkeit bei der Jugendarbeit besorgt sei. Der Antrag wurde in der Folge abgelehnt.

Budgetierter Verlust (nach Korrektur) 270‘000 Franken

Dank gleichbleibendem Steuerfuss (61 Prozent) und dem prognostizierten Bevölkerungswachstum sowie den damit verbundenen Steuer-Mehreinnahmen wurde das Budget genehmigt - mit einer Enthaltung.

Aufgrund der Ablehnung des Renovationsbeitrages für das Jagdhaus im Alfred Sutter Park, ist die Abschreibung des Investitionsteils von 10‘000 Franken in der Erfolgsrechnung nicht mehr relevant. Bei einem budgetierten Aufwand von 11‘898’200 Franken und einem Ertrag von 11‘628’200 Franken wurde ein Verlust von 270‘000 Franken hingenommen. Ebenso wurden die vorgeschlagenen Nettoinvestitionen von 820'000 Franken genehmigt.

Bevor Guido Grütter um 21.30 Uhr schloss, verabschiedete er den Feuerwehrkommandanten Adrian Werder mit wertschätzenden Worten einem herzlichen Dank für dessen Arbeit. Speziell die gut gelungene Zusammenführung der Feuerwehr Bettwiesen mit der Feuerwehr Münchwilen hob er lobend hervor.

Schulgemeindeversammlung

Weil Präsident Lukas Weinhappel militärisch unterwegs ist, begrüsste Vizepräsident Daniel Lüthi die noch 172 anwesenden Stimmberechtigten. Nach kurzen Erläuterungen wurde dem beantragten Kredit von 196‘000 Franken für Sicherheits- und Infrastrukturinvestitionen in allen Schulzentren mehrheitlich zugestimmt.

Projektierungs- und Planungskredit Schulraum Oberhofen

Auch der Projektierungs- und Planungskredit von 585‘000 Franken erhielt das Vertrauen und die Zustimmung – allerdings erst nach mehreren Voten. Schülerzahlen von 2003 und 2017 wurden einander gegenübergestellt, der aktuelle Platzbedarf im Schulzimmer je Kind in Frage gestellt, ebenso das Medienzimmer in St. Margarethen.

Es wurde gefragt, welchen Sinn es macht, wenn Kindergärten in so unmittelbarer Nähe von Schulen geplant werden, wie im Projekt «baloo», das den Projektwettbewerb gewonnen hat. Mit 91 Ja, 54 Nein Stimmen und 27 Enthaltungen kann die konkrete Projektierung und Planung des Bauprojektes nun aber beginnen.

Voranschlag 2019

Dem Voranschlag 2019 mit einem Aufwand von 13‘426‘000 Franken, einem Ertrag von 13‘510‘800 Franken und einem Ertragsüberschuss von 84‘800 Franken wurde schliesslich mehrheitlich zugestimmt, ebenso dem Steuerfuss von 95 Prozent.