Kurzer Rückblick. Die drei Gemeinden Hemberg, Neckertal und Oberhelfenschwil haben am 30. Juni 2019 mit einem JA-Stimmenanteil von 74.4 Prozent äusserst deutlich Ja zur Ausarbeitung eines Gemeindevereinigungsbeschlusses und damit zur Prüfung einer Einheitsgemeinde gesagt. Die Räte aus schulischer- und politischer Seite hatten damit den verpflichtenden Auftrag erhalten, einen Vereinigungsbeschluss zu erarbeiten, welcher auf eine Vielzahl von offenen Fragen Antworten und Lösungen vorschlägt. Das projektleitende Kernteam nahm jüngst mit Freude zur Kenntnis, dass die Rückmeldungen aus der Bevölkerung durchwegs positiv waren, das bestätigt Toni Hässig (Gemeindepräsident Oberhelfenschwil) einmal mehr an der virtuellen Information vom Montagabend. Aus den Rückmeldungen konnten Rückschlüsse zur Erweiterung der Abstimmungsbotschaft und Anregungen zur Umsetzung entnommen werden. So werden neu in der Abstimmungsbotschaft auch die Aufgaben der Altersarbeit und die Kirchgemeinden aufgenommen. Auch Inputs betreffend neuen, möglichen Gemeindewappen gingen einher. Dahingehend wurde bis dato ein Wappen erarbeitet, welches den drei Gemeinden gerecht werden soll. «Das Wappen wird immer ein emotionales Thema sein. Wir sind davon überzeugt, dass das Neue, mit fünf Tannen, dem Fluss Necker und der Sonne, welche für die alle abgelegenen Weiler steht, gefallen finden wird», sagt Vreni Wild, Gemeindepräsidentin Neckertal. Ihre Gemeinde hat bereit eine Fusion hinter sich. So schlossen sich 2009 die damaligen Gemeinden Mogelsberg, Brunnadern und St. Peterzell zusammen – was bis heute sicher als erfolgreich gewertet werden muss.

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Bei einem Ja zum Zusammenschluss würden aus den drei politischen Gemeinden Hemberg, Oberhelfenschwil und Neckertal, die Einheitsgemeinde Neckertal entstehen.


12 Gemeinschaften ohne eigentliches Zentrum

Die Zuständigen der Fusion betonen, dass nach einem Zusammenschluss 12 dörfliche Gemeinschaften bestehen werden und dies ohne eigentliches Zentrum. Toni Hässig erläutert dahingehend, dass es so keine Bevorzugung Einzelner gibt. «Über die gesamte Infrastruktur muss aber nach dem Fusionsbeschluss noch befunden werden. Fest steht hingegen, dass das Gemeindehaus in Mogelsberg die Verwaltung beherbergen wird.» Innerhalb der Einheitsgemeinde Neckertal, so der neue Name, würde sich eine 80- bis 100 Prozent Stelle des Gemeindepräsidenten, der Gemeindepräsidentin, eruieren. «Dazu kommen ein Schulpräsident (20 bis 40 Stellenprozent) und fünf Gemeinderäte», sagt Vreni Wild. Da sich dabei keine Wahlkreise offenbaren, würde sich die Behörde aus dem ganzen, «neuen» Gemeindegebiet, zusammenstellen, ist sich Wild sicher.

Und die Schulen?

An der gut einstündigen Präsentation und virtueller Information wurden nur wenige Fragen gestellt. Auszumachen war eher, dass die allgemeine Stimmung unter den 40 Usern, dem Zusammenschluss sehr positiv gegenüberstehen. Christian Gertsch, Gemeindepräsident Hemberg, macht darauf aufmerksam, dass es im Sinne Aller ist, keinen Schulschliessungen entgegenzusehen. «Die Schulhäuser bleiben bestehen», sagt er klipp und klar. Eine, noch offene, Bereinigung wird es im Zusammenhang mit den Werkhöfen geben. Darüber kann aber Stand jetzt, nur spekuliert werden. «Dieses Thema wird uns auch beschäftigen, wenn die Fusion nicht zu Stande kommen sollte», sagt Toni Hässig und erklärt, dass der Werkhof in St. Peterzell der am besten geeignete wäre, für eine weitere Planung derselben. Und die drei Bibliotheken? «Die bleiben natürlich bestehen», sagt Vreni Wild.

Fusioniert wird, wenn…

Alle drei politischen Gemeinden Ja sagen. Bei einem Nein einer der drei politischen Gemeinden, ist der Vereinigungsprozess beendet. Weder die Inkorporationen noch die Fusion käme zustande. Sagen eine, oder zwei Schulgemeinden Nein, entsteht eine unechte Einheitsgemeinde. Die Förderbeiträge des Kantons würden dann deutlich tiefer ausfallen. Eine Schulgemeinde die jetzt die Fusion ablehnt, würde es offenstehen, zu einem späteren Zeitpunkt dazu zu stossen. Dann jedoch mit tieferen Unterstützungsgeldern seitens Kanton St. Gallen.

Die fusionierte politische Einheitsgemeinde Neckertal würde wohl mit einem Steuerfuss von 122 Prozent starten.