Der Gemeinderat führte im vergangenen Winter mehrere Workshops mit dem Schulrat durch, um die Behördenorganisation der Gemeinde Jonschwil zu überprüfen. Daraus resultierten drei Modelle: Beibehaltung des Ist-Zustandes, Einführung eines Rektorats (ohne Schulrat) oder Auflösung des Schulrates. Bei einem Verzicht auf den Schulrat wird eine gemeinderätliche Bildungskommission gebildet und die operative Führung der Schule einer Geschäftsleitung übertragen. Die Geschäftsleitung besteht aus dem Schulpräsidenten, dem Schulverwalter und den beiden Schulleitern.

Schulrat anderer Meinung

Der Gemeinderat favorisiert die Auflösung des Schulrates. Der Schulrat konnte sich damit nicht anfreunden und plädiert für eine Beibehaltung dieses Gremiums. Die Entscheidungskompetenz über die künftige Behördenorganisation liegt bei den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern. Diese konnten sich im Zeitraum Mai/Juni 2022 zur umstrittenen Frage äussern. Am 23. Mai 2022 wurde an einem öffentlichen Anlass informiert und diskutiert.

Abschaffung wird befürwortet

Eine sehr deutliche Mehrheit hält die Zeit für gekommen, um den Schulrat abzuschaffen. Die Argumente dazu sind einleuchtend: Ein Schulrat hat heute nur noch äusserst selten strategischen Aufgaben, da das Bildungsdepartement und die kantonale Gesetzgebung die wichtigen Entscheide fällen. Die pädagogische Weichen werden auf übergeordneter Ebene gestellt. Auf lokaler Ebene bleibt das «pädagogische Handwerk», das von Schulleitungen und Lehrpersonen beherrscht und umgesetzt werden muss. Der Gemeinderat hält darüber hinaus fest, dass die Abschaffung des Schulrates – mit gleicher Argumentation – in immer mehr Gemeinden angegangen wird.

Längerfristiger Trend

Eine Auflösung des Schulrates liegt für den Gemeinderat im längerfristigen Trend: Es wird je länger je schwieriger Personen für Milizaufgaben in Behörden zu gewinnen. Ebenso schwierig ist es, Fachleute für operative Aufgaben zu rekrutieren. Als Konsequenz daraus müssen Prozesse schlank gehalten werden. Mit der Auflösung eines Rates reduziert sich die Arbeit der vorgelagerten Verwaltung bzw. der Schulleitungen. Im Gegensatz zu einer eingegangenen Stellungnahme kommt der Gemeinderat zum Schluss, dass der Aufwand sinkt und nicht etwa steigt. Das Gremium «Schulleitungskonferenz», neu «Geschäftsleitung Schule» genannt, wird effizienter, weil es seine – knapp bemessenen – Zeitressourcen nicht für zwei Gremien benötigt.

Gutachten im Winter 2022/23

Der Gemeinderat wird in den nächsten Wochen das Gutachten beraten, das der Bürgerversammlung zum Entscheid unterbreitet wird. Die Festlegung der geänderten Behördenorganisation bedingt eine Änderung der Gemeindeordnung. Diese ist seit der Einführung der Einheitsgemeinde im Jahre 2013 unverändert in Kraft. Nach zehn Jahren Erfahrung mit der Einheitsgemeinde hält der Gemeinderat die Zeit für gekommen, um eine Anpassung an die heutigen gesellschaftlichen Verhältnisse vorzunehmen.