64 Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe Niederhelfenschwil nahmen mit ihren Lehrkräften an einem Workshop teil. Christian Wolf referierte mit einem spannenden Vortrag über die Solarenergie.
Die Schülerinnen und Schüler der 4. – 6. Primarklassen befassten sich in einer intensiven Vorbereitung mit dem Thema Energie. Der Workshop im Saal des Mehrzweckgebäudes vertiefte ihre Kenntnisse und sensibilisierte die Kinder für die zukunftsträchtige Materie alternative Energieversorgung. Gastreferent Christian Wolf von der Firma MBRsolar AG, Wängi verstand es ausgezeichnet, im Dialog mit den jungen Zuhörenden seine fundierten Kenntnisse zu vermitteln.

Auf verständliche Art kommunizierte er mit ihnen und sie reagierten auf Fragen mit intelligenten Antworten und eigenen Ideen. Den Anlass im MZG verfolgten neben den Lehrpersonen auch Gemeindepräsident Simon Thalmann und der neue Bauverwalter Emmanuel Marti.

EW setzt Zeichen
Der Gemeinderat der politischen Gemeinde Niederhelfenschwil setzt sich im Energiebereich die Förderung von erneuerbaren Energien zum Ziel. Das kommunale, eigenständige Unternehmen Elektrizitätswerk (EW) stellt der Gemeinde die Infrastruktur zur Verfügung. Es soll in Sachen alternative Energie ein Zeichen setzen und mit gutem Beispiel vorangehen.

So sind in den letzten Jahren die Schulhäuser mit Photovoltaikanlagen (PVA) ausgerüstet worden, wie der ehemalige Gemeinderat Marcel Zwick den Kindern einleitend erklärte. 2015 realisierte das EW eine neue Anlage in der Primarschule Zuckenriet (30‘000 kWp) und 2016 die Erweiterung in der OS Sproochbrug (34‘000 kWp). Vermehrt werden auch auf Privathäusern Photovoltaikanlagen installiert.

Strombedarf gedeckt
An der Bürgerversammlung 2017 stimmte die Bürgerschaft von Niederhelfenschwil einem Budgetkredit von 70‘000 Franken zu. Seit den Sommerferien steht nun auch auf dem Dach der PS eine Anlage mit einer Leistung von 30‘000 kWp und einer Jahresproduktion von 28‘400 kWh. Das entspricht in etwa dem Jahresbedarf der Primarschule.

„In den Sommermonaten produziert die PVA einen Stromüberschuss, der ins Netz eingespiesen wird. Im Winter muss die fehlende Energie mit einem Bezug ausgeglichen werde“, erläuterte Marcel Zwick, der als Fachperson weiterhin für EW-Fragen zuständig ist. Das PVA-Projekt realisierte das Thurgauer Unternehmen MBRsolar mit europäischen Produkten.

Saubere Energiequellen
Nach einleitenden Erklärungen durch Marcel Zwick übergab er dem Referenten Christian Wolf das Wort. Anhand von Statistiken erläuterte er die markante Entwicklung des Strombedarfs in den letzten Jahrzehnten. Erst durch effizientere Geräte und Heizungen sei der Verbrauch einigermassen stabil geblieben. Dennoch komme den erneuerbaren, sauberen Energiequellen eine immer grössere Bedeutung zu.

Das sei auch der Bevölkerung bewusst, die der neuen Energiestrategie 2050 zugestimmt habe. Die Schweiz nehme bezüglich grüner, erneuerbarer Energie dank der Wasserkraft in Europa den dritten Rang ein. Der Anteil von Atomstrom betrage nur noch 35 %. Dafür sei das Land bei der Solar- und Windenergie das Schlusslicht. Der Referent erläuterte auch den Verbrauch der verschiedenen Haushaltgeräte.

Sonnenenergie nutzen
Nach einer Pause mit Bewegungsspielen erfuhren die Schülerinnen und Schüler einiges über die Sparte Photovoltaik. „Die praktisch unbeschränkt nutzbare Energiequelle Sonne würde viel mehr als den ganzen Strombedarf der Schweiz decken. Allerdings ist die Nutzung wegen der unterschiedlichen Wetterverhältnisse und Jahreszeiten bei uns etwas schwieriger“, sagte Wolf.

Das Strahlungsangebot der Sonne schwanke von voller Sonne bis zu bedecktem Himmel enorm. Beim Solarstrom könne der Verbrauch wirksam gesteuert werden, indem man die Geräte dann nutze, wenn die Strom-Erzeugung am grössten sei, am Mittag oder tagsüber. Der Referent erklärte den Aufbau eines Moduls der Photovoltaikanlage und liess die benötigten Musterteile zirkulieren. Das Potential der erneuerbaren Energien sei riesig ergänzte er. „In weniger als einer Stunde strahlt die Sonne mehr Energieauf die Erde, als die Menschheit im ganzen Jahr verbraucht“.

Bedeutender Anteil von PVA
Den Zuhörenden empfahl er, den zurückhaltenden Umgang beim Energieverbrauch zu beachten. „Die Zukunft gehört euch, den heutigen Schülerinnen und Schüler. Packt sie selber an und beginnt im Kleinen. Wir wollen doch alle keine Naturkatastrophen“.

Beim Schlusswort von Marcel Zwick ergänzte er das Fazit des interessanten Workshops mit einigen Informationen. Niederhelfenschwil habe einen der günstigsten Stromtarife der Region. Der Strom Das EW liefere etwa 12,5 GW Strom. Der Anteil der Solarenergie betrage in der Gemeinde rund 8 %, wozu auch die privaten Hauseigentümer beitrügen. Mit der kürzlich realisierten Einsetzung einer Elektrotankstelle beim Gasthof Krone in Lenggenwil trage das EW ebenso zur Förderung der Elektromobilität bei.