Die SP Wil feierte am 15. September im Stadtaal „Wil Atrium“ ihr rundes Jubiläum. Illustre Gäste von nationaler und regionaler Bekanntheit waren mit dabei
Es war einmal...
So beginnt jede Geschichte, auch die der SP Wil im Jahr 1917. Historiker und Kantonalpräsident der SP St.Gallen, Max Lemmenmeier referierte in interessanten Worten über die Gründungszeit der SP Sektion Wil.
In den Kriegwirren des ersten Weltkriegs stiegen die Preise der Grundnahrunsmittel enorm und die Arbeiter Union rief am 11.11.1917 zu einer öffentlichen Versammlung auf. Rund 100 Leute waren damals anwesend und am 17. November wurde im Saal vom Rest. Landhaus Wil die Sektion Wil gegründet. Die Genossen Zuber und Tinner, beide Kondukteure wurden Präsident und Kassier. Weitere Vorstandsmitglieder waren die Genossen Rüesch, Gross jun. und Kühne.
Weitere Meilensteine für die SP Wil waren:  Der Generalstreik 1918, die Einführung des Proporzwahlrechts für den Nationalrat 1919, der Einzug des ersten Vertreters der Sozialdemokraten ins Bezirksgericht 1919, des ersten Vertreters der Sozialdemokraten aus dem Bezirk Wil in den Kantonsrat in den 1920er Jahren, die Einführung der AHV 1947, die Einführung des Frauenstimmrechts 1971, die Wahl von Barbara Gysi in den Nationalrat 2011.
 Das markante Schlusswort der Rede von Max Lemmenmeier heisst denn auch: Wir haben vieles erreicht. Genossinnen und Genossen auf in den Kampf. Wir haben 100 Jahre hinter uns, haben 100 Jahre vor uns. Der Sieg ist unser!

Musikalische Begleitung zum Apéro und diverse Reden
Während dem Apéro treten die Bläser Kids von Wil auf unter der Leitung von Thomas Fele.
Danach bittet Arber Bullakaj die Leute zu Tisch und übergibt das Wort Daniel Schönenberger, Präsident SP Wil. Schönenberger ist stolz auf die Jubilarin und meint, dass am heutigen Abend auch mal die ernsteren Themen beiseitegeschoben werden könnten und einfach nur die 100 Jahre zu feiern. Dani Wyler der bekannte Sportjournalist der in Wil wohnt, übernimmt die Moderation des Abends. Es erstaunt nicht, dass der Sport-Fachmann immer wieder Vergleiche zum Fussball zieht.
Usula Egli die als Präsidentin des Stadtparlament Grussworte überbringt, hat kürzlich einen Match vom FC Wil besucht. Es war das Antrittsgeschenk der SP Wil an die SVP-Frau. Ursi Egli lobte die SP, mit den Worten: „Mit euch SP-lern weiss mann immer, woran man ist“. Nach einer kurzen träfen Rede schloss sie mit dem Zitat von John F. Kennedy: „Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann - fragt, was ihr für euer Land tun könnt“.

Hommage an Wil
So kann man die Ansprache von Nationalrätin Barbara Gysi nennen. Sie sei schon an vielen 100-Jahr-Feiern gewesen, aber nicht alle Jubilare sind so rüstig wie die SP Wil. Wil ist ihre Heimatbasis und obwohl sie als Nationalrätin nicht mehr oft bei der Sektion Wil aktiv mittun kann, sind ihr viele gute Erinnerungen geblieben. Zum Beispiel: Schneeschaufeln zur Verhinderung der Grünaustrasse, Frauenstadtrundgang am Frauenstreiktag, ein Hallenbad für Wil und auch der digitale Fortschritt ist zu erwähnen, habe man früher die Flugblätter noch mit Matrizen erstellt, gibt es heute Homepages und Whatsapp-Gruppen um die Mitglieder zu informieren. In der SP Wil haben die Frauen immer eine aktive Rolle gespielt. Bis heute hat die SP Wil eine starke Frauenvertretung – in der Parteifraktion sind derzeit 80 % Frauen und gerade mal ein „Quoten-Mann“. Barbara Gysi freut sich, noch viele neue Genossinnen und Genossen in Wil willkommen zu heissen und sich für eine lebenswerte Stadt Wil einzusetzen.


Christian Levrat wurde mit Christoph Darbellay verwechselt
Bei der Ankunkft in Wil, sei ihm etwas passiert, was ihm vor 10 Jahren das letzte Mal widerfahren sei. Er ist mit Christoph Darbellay verwechselt worden. Damals 2007 sei er im Bahnhof Luzern von einem ältern Mann angehalten worden und hätte eine wüste Tirade über ihn ergehen lassen. Nach etwas 10 Minuten hätte der Mann durchgeatmet und zu ihm gesagt. „Das hat mir jetzt gutgetan, Danke Herr Darbellay.
In seiner Gratulationsrede für die SP Sektion Wil umschreibt auch er kurz die Geschichte kommt dann aber bald auf das aktuelle Zeitgeschehen zu sprechen. Die SP ist die einzige Partei, die sich immer für die Einhaltung für Freiheit und Menschenrechte einsetzt. Die Gleichstellung von Mann und Frau ist ihm ein grosses Anliegen, deshalb empfinde er das, was jetzt grad mit der Bundesratswahl abgehe als ein „Zirkus“. Frau Isabelle Moret sei durchaus wählbar für die SP, er verstehe er es gar nicht, dass sie von den Bürgerlichen nicht einheitlich getragen werde.
Auch zur kommenden Abstimmung über die AHV vertritt er klar die Meinung der SP.
Die Gründe für ein Ja zur Altersvorsorge 2020 sind aus Sicht der Arbeitnehmenden sehr wichtig. Ihre zukünftigen Renten werden mit der Reform zu einem günstigen Preis gesichert. Die tieferen Einkommen und die Teilzeitbeschäftigten, vorallem viele Frauen, profitieren vom Rentenzuschlag. Und mit dem Ja zu etwas mehr Mehrwertsteuer steht die AHV auf absehbare Zeit finanziell auf solidem Boden.


Kulinarische Genüsse, Wortklangkunst und die „Internationale“
Nach dem Essen das aus einem Buffet mit regionalen Spezialitäten besteht, tritt Amina Abdulkadir auf. Die junge Frau ist in Somalia geboren. Ihre Mutter, Schweizerin ist in den 60-er Jahren nach Somalia gereist, hat dort geheiratet und ist mit ihrer Familie während dem Bürgerkrieg wieder zurück in die Schweiz gekommen. Amina Abdulkadir ist von Beruf Ergotherapeutin, aber Ihre Liebe gehört dem gesprochenen Wort. Quasi als Auftragsarbeit hat sie Ihren heutigen Auftritt bei der SP Wil ganz der Politik verschrieben. Darin kommt aber auch sehr persönliches vor, wie ihr fremdländisches Aussehen und wie sie damit umgeht. Trotz Humor und Lachern vom Publikum veranlassen ihre Worte zum Nachdenken. Wer sich über ihre weiteren Auftritte informieren möchte, schaut am besten in ihre Homepage www.abdulkadir.ch.
Der offizielle Teil des Abends wurde mit dem Dessertbuffet abgerundet. Eine eigens angefertigte Geburtstagstorte wurde in den Saal geschoben und begleitet vom Gesang aller Anwesenden von OK-Mitgliedern feierlich angeschnitten. Nicht fehlen durfte dann noch „Die Internationale“ die eigentliche Hymne der Sozialdemokratischen Partei.