Am 23. März 2017 wurde die Genossenschaft „Genossenschaftsrestaurant zum alten Schulhaus Au-Fischingen“ ins Leben gerufen. Was vor über einem Jahr aufgegleist wurde nahm immer mehr Formen an. Mittlerweile zählt die Genossenschaft im südlichsten Teil des Kantons Thurgau 120 Mitglieder mit 162 Anteilscheinen. Das erste geplante Ziel, das Betriebskonzept mit einem Vollzeitrestaurant im alten Schulhaus, musste jedoch nach reiflicher Überlegung zurückgestellt werden. Tagespräsident und später in der Versammlung gewählter Genossenschaftspräsident, Matthias Kreier, erklärte diesen Umstand dahingehend, dass die Investitionskosten für ein Vollzeitrestaurant zu hoch gewesen wären. «Das Risiko war uns vom Vorstand einfach zu gross. Wir hätten einen Mindestumsatz von 240'000 Franken pro Jahr generieren müssen, damit die Rechnung einigermassen aufgegangen wäre. Zudem hätten Wirt und Personal bei intensivster Arbeit nur eine sehr bescheidene Entlöhnung erhalten. Und Experten sagten uns, dass es an diesem Standort nur sehr schwer möglich ist, eine grosse Auslastung zu erreichen, also entschieden wir uns für eine abgespeckte Variante.» Kreier betonte zudem, dass das Eigenkapital schlicht nicht vorhanden sei, den Plan eines Vollzeitrestaurants weiter aufrecht zu erhalten.

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An der ersten Generalversammlung der Genossenschaft Genossenschaftsrestaurant „Zum alten Schulhaus Au-Fischingen“, nahmen rund 40 Stimmberechtigte teil.

Es wird ein Gelegenheitsrestaurant
Der Vorstand der Genossenschaft, der sich nach der einstimmigen Wahl aus Matthias Kreier (Präsident), Heidi Hosp (Aktuarin), Renate Bissegger (Kassierin), Andreas Moser (Vertreter Projekt Regionale Entwicklung PRE Tannzapfenland), sowie Marlies und Thomas Moser (Beisitz und Eigentümer) zusammensetzt, hat in einem weiteren Betriebskonzept den Fokus auf ein Gelegenheitsrestaurant gesetzt. «Auch diese Variante ist anspruchsvoll und mit grösstem Engagement Aller zu bewerkstelligen», sagte Matthias Kreier. Hierbei werde der Jahreszielumsatz auf 120'000 Franken gesetzt. Details über Organisationsstruktur und der Zusammenarbeit mit den neuen Pächtern Mirjam Rüegg und Beat Sprunger müssen noch ausgearbeitet werden.

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Die neuen Pächter und Bewohner im alten Schulhaus nahmen an der ersten Generalversammlung der Genossenschaft „Zum alten Schulhaus Au-Fischingen“ teil. Mirjam Rüegg und Beat Sprunger (vorne).

Regionales nicht nur für Regionale
Die Genossenschaft will mit dem Projekt die Au wiederbeleben, die Region zum Leben erwecken. Im alten Schulhaus sollen das Schulzimmer als Eventraum und das Handarbeitszimmer als kleines Restaurant entstehen, ohne jedoch den Charme dieser Räume zu verlieren. Regionale Produkte sollen angeboten werden und überregional für Furore sorgen. Anlässe wie ein Open Air Kino, Wanderungen, oder Märchenabende für Kinder, sollen dabei helfen, das Ganze bekannter zu machen. Ein wichtiger Schritt sei mit der Findung der neuen Wohnungspächter gemacht und ein Crowdfunding soll helfen den geplanten Spielplatz zu finanzieren. Regionale Produkte, Familienfreundlichkeit und Kulturelles – aus der Region, für die Region und darüber hinaus.