Das Projekt «Genuss für Mensch und Natur» der Gemeinde Lichtensteig stünde für ein neues Verständnis einer Gemeindeführung, die der Bevölkerung eine Mitwirkung bei der Gestaltung ihres Lebensumfelds ermögliche, so Natalie Oberholzer, Kommunikationsbeauftragte der «Sophie und Karl Binding Stiftung» in ihrer Mitteilung vom Dienstag. Ein sehr lebensweltlicher Zugang, der stark von den Bedürfnissen der Menschen ausgehe, ermögliche neuartige Blicke auf die Naturvielfalt. Besonders gut sichtbar seien beispielsweise Hochbeete neben der zentralen Bushaltestelle in der «Mini-Stadt», wo man Himbeeren direkt vom Strauch essen dürfe oder Arzneimittelpflanzen kennenlernen könne.

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Dieses Hochbeet neben einer Apotheke an der zentralen Bushaltestelle von Lichtensteig lädt dazu ein, Medizinalpflanzen wie Thymian oder Borretsch zu probieren. (zVg)


Kosten-, aber nicht wertlos

Den Gaumen erfreuten auch Spalierobst an einer wichtigen Verbindungsachse, Beerensträucher bei einem oft besuchten Denkmal oder auf Erholungsflächen an der Thur. Wer vorbeikomme, dürfe Früchte und Beeren selbst ernten – kosten-, aber nicht wertlos. So werde die Bevölkerung dort für Biodiversitäts-Anliegen abgeholt, wo sie sich häufig aufhält. Auch wenn es sich teilweise um sehr kleine Flächen handelt, zeige die Gemeinde vorbildlich, wie über die Sinne ein neues Verständnis für Naturvielfalt im Siedlungsraum geschaffen werden kann.

Der «Binding Innovationspreis für Biodiversität» kann von der Jury zusätzlich zum Hauptpreis für besonders innovative Projekte zur Biodiversitätsförderung vergeben werden. 2021 geht er an zwei Projekte, und zwar jenes in Lichtensteig sowie an das Projekt «in den Bäumen» aus dem Zürcherischen Egg.

Ausschreibung für 2022 lanciert

Zudem macht Natalie Oberholzer in der Mitteilung vom Dienstag auf die aktuelle Ausschreibung aufmerksam, für die man sich ab heute bis zum 31. Januar 2022 bewerben könne.