«Die ganze Runde ist etwa sieben Kilometer lang und mit Kindern dauert es etwa drei bis vier Stunden. Es kann aber auch gut als Tagesausflug gemacht werden, da es unterwegs einige Feuerstellen und Picknickplätze hat.» Nur schon dieser eine Satz von Sina Kägi (18), bekräftigt ihren Wunsch, dass sich vermehrt Familien mit Kindern an die frische Luft begeben. Seit dem 14. März ist ihr Geocache in Kirchberg geöffnet und das bleibt er so lange, bis im kommenden Winter der erste Schnee fällt. Die Kirchbergerin hat sich für das Thema Geocaching entschieden, um ihre Maturaarbeit mit einem glanzvollen, interessanten Inhalt zu füllen. Während mehrerer Monate im vergangenen Jahr tüftelte, recherchierte, schrieb und ermittelte sie in Sachen Geocaching, den dazu notwendigen Satelliten und suchte sich eine geeignete Umgebung, um die «Suchwanderung» zu lancieren. «Das ist gar nicht so einfach», sagt Sina Kägi. «Ich wollte meinen Geocache in meinem Heimatdorf platzieren. Jedoch gibt es in Kirchberg schon sehr viele Geocaches. Wenn ein Geocache vorhanden ist, darf man im Umkreis von 260 Meter keinen anderen Geocache mehr platzieren. Daher war es sehr schwierig eine Runde zu finden, wo es noch nicht so viele Geocaches hatte.»

Familie Kägi – die Geocache-Profis

Sina Kägi, ihr Bruder Jonas (15) und ihre Eltern Katja und Toni, sind wahre Kenner der Geocacheszene. «Zusammen mit meiner Familie mache ich dieses Hobby schon seit ich klein bin. Als Familie haben wir schon mehr als 1500 Geocaches gefunden. Die meisten davon auf Wanderungen in der Region, oft aber auch in den Ferien an verschieden Orten.» Daneben fungiert Sina Kägi als Jugendriegenleiterin, betreibt selber aktives Geräteturnen, fährt gerne Ski und gibt auch Nachhilfeunterricht. Langeweile ist bei der engagierten Jungbürgerin definitiv fehl am Platz. In diesem Sommer beendet sie die Ausbildung an der Kantonsschule in Wil, wird danach ein einjähriges Praktikum als Geomatikerin absolvieren, ehe sie ab Sommer 2022 ihr Studium in Geomatik beginnen wird. «Mich hatte schon immer der Zusammenhang zwischen den Satelliten und dem gefundenen Geocache fasziniert. Dies sieht man auch in meiner Studienwahl, Geomatik. Daher wollte ich meine Maturaarbeit über die Positionierung mit Satelliten schreiben. Jedoch merkte ich schnell, dass ich nicht nur eine schriftliche Arbeit machen möchte, da ich lieber praktisch arbeite. Daher entschied ich mich einen eigenen Geocache für Kinder zu entwerfen. Die Satellitenpositionierung habe ich nur in einem kleinen Teil in meiner Arbeit erwähnt.» Tönt spannend – ist es auch.

Weltweite Geocaches

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Sina Kägi


Durch Geocaching werden viele neue Orte entdeckt, welche ansonsten niemals eruiert werden würden. «Egal wohin man geht, es gibt an jedem Ort auf dieser Welt einen Geocache. Als Kind ist man doch viel motivierter eine Wanderung zu machen, wenn es alle paar hundert Meter wieder etwas zu Suchen gibt. In der heutigen Zeit sind viele Kinder zu wenig an der frischen Luft, bewegen sich kaum und sitzen viel zu viel drinnen vor ihrer Technik. Geocaching verbindet die Natur mit der Technik und bringt wieder mehr Leute nach draussen», sagt Sina Kägi, die ihre Maturaarbeit vorgegebenermassen in Englisch verfasst hat, da sie bilingual (deutsch, englisch) abschliessen wird. Kägis Geocache besteht aus zwölf Stationen und durchstreift ein Naturschutzgebiet. Dass hierbei die Regeln eingehalten werden ist ihr ein grosses Anliegen, sprich, «haltet Sorge zur Natur und nehmt Rücksicht auf Menschen und Tiere», bekräftigt sie. In jeder ihrer zwölf Stationen befindet sich ein physikalisches Experiment, welches vor Ort gelöst werden muss. «Ich hatte Schwierigkeiten, passende Experimente zu finden. Sie müssen klein sein, damit sie gut zu verstecken sind und das Material muss stabil und wetterfest sein.» Die Experimente hat Sina Kägi alle selbst gebaut und gebastelt. «Da dies genau während des ersten Lockdowns war, konnte ich nichts in Baumärkten einkaufen, was mich vor weitere Schwierigkeiten stellte.» In diesem halben Jahr, in welchem ihr Geocache ausgelegt war, sind zwei Stationen komplett verschwunden und bei drei Stationen war das Material der Experimente kaputt gegangen. «Es war sehr aufwändig, diese fünf Stationen wieder zu ersetzen und ich hoffe, dass nun im neuen Jahr die Leute mehr Sorge zu meinem Geocache tragen.»

Lösungszahlen ergeben finale Station

Bei jeder der zwölf Stationen muss man ein Experiment lösen, um eine Lösungszahl zu bekommen. Nach dem Lösen aller Experimente, hat man demnach zwölf Lösungszahlen. «Mit diesen Zahlen muss man eine vorgegebene Rechnung lösen. So bekommt man die Koordinaten der letzten Station. Bei besagter, letzter Station, kann man sich in ein Logbuch eintragen und hat so den Geocache abgeschlossen» sagt Sina Kägi. Im vergangenen Jahr haben 29 Geocacher den Weg gefunden und waren voll des Lobes. «Ich erhielt ausnahmslos positive Feedbacks», sagt Sina Kägi augenzwinkernd. Weiter fügt sie an, dass ihr Geocache kinderfreundlich ist, «aber kinderwagentauglich ist er anhand einer doch sehr steilen und oftmals schlammigen Passage nicht.»

Geocaching, im deutschsprachigen Raum auch GPS-Schnitzeljagd genannt, ist eine Art Schatzsuche, die sich Ende des 20. Jahrhunderts auszubreiten begann. Die Verstecke werden anhand geographischer Koordinaten im Internet veröffentlicht und können anschliessend mithilfe eines GPS-Empfängers gesucht werden. In der Schweiz sind zurzeit 36'347 Verstecke angelegt, denen mehr als 27'200 schweizerische und über 13800 ausländische Cacher nachgehen.

Hier gibt es Informationen zu Sina Kägis Geocache.