Der Kanton St. Gallen fördert die Schaffung von Familienzentren. Oberuzwil gehört zu den rund 20 st. gallischen Gemeinden, welche ein solches Zentrum besitzen, weitere zehn haben um einen Förderbeitrag nachgesucht. Der Ort der Begegnung mit der frühen Förderung hat in Oberuzwil ab dem 3. Februar eine Adresse. Im Neubau an der Talackerstrasse 4 stehen zwei miteinander verbundene Wohnungen zur Verfügung. Trägerschaft ist der Verein Familienzentrum Oberuzwil mit Corinne Gallego als Präsidentin. Als Betriebsleiterin steht sie auch an der Spitze des Betreuungsteams. Sie wird unterstützt durch Ana Cristina Specker, Leiterin des Kinderhorts, und Anna Thürlemann, zuständig für das Familiencafé.

Synergien durch Konzentration

Das Konzept für ein Familienzentrum ist vom Gemeinderat Oberuzwil Mitte 2018 genehmigt worden. Zur Umsetzung ist mit dem Verein Familienzentrum Oberuzwil eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen worden. Diesem Verein ist die Aufgabe übertragen worden, die bereits bestehenden Angebote in der Familienarbeit und der Förderung kleiner Kinder zu koordinieren und zu vernetzen und sie an einem gemeinsamen Treffpunkt zusammen zu führen.

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Corinne Gallego ist Präsidentin des Vereins Familienzentrum Oberuzwil. Sie hat auch die Betriebsleitung des Familienzentrums «Gerbi4» an der Talackerstrasse 4 inne.


Gesellschaftliche Integration fördern

Das Angebot des Familienzentrums «Gerbi4» wird auf der Homepage folgendermassen umschrieben: «Das Familienzentrum ist ein Begegnungsort mit verschiedenen Angeboten und Aktivitäten für Familien. Er ist offen für alle und sowohl politisch als auch religiös neutral. Im Familienzentrum sind freiwillige, ehrenamtliche und bezahlte Engagements nebeneinander möglich. Der Vorstand erhofft sich, wertvolle Dienste insbesondere für Familien mit kleinen Kindern zu erbringen und so die gesellschaftliche Integration zu fördern.»


Informationsdrehscheibe

Gestartet wird mit einem niederschwelligen Angebot. Corinne Gallego, Leiterin des Familienzentrums: «Am Mittwoch eröffnen wir den Kinderhort. Hier können Eltern ihre Kinder während zwei Stunden in Obhut geben. Es geht vorerst darum, die in Oberuzwil bereits bestehenden Angebote zusammenzuführen. Väter- und Mütterberatung und der Kleinkindertreff Spiky finden künftig hier und nicht mehr in der Unterkirche statt.» In den neuen Räumen sollen auch Veranstaltungen zur Elternbildung stattfinden. Vorgesehen sind Vorträge, denkbar wären auch Fallbesprechungen.

Das Familiencafé kann coronabedingt momentan nicht eröffnet werden. So bald als möglich wird das Café jeweils am Dienstag und am Donnerstag von 9 bis 11 Uhr offen sein. Eingeladen sind Mütter und Väter und ihre Kinder. Konsumiert werden können Getränke und Snacks, Kinder dürfen spielen. Das Familienzentrum möchte auch die Informationsdrehscheibe über alle Angebote der frühen Förderung in der Gemeinde werden. Weil die Räumlichkeiten durch den Verein nicht rund um die Uhr beansprucht werden, wird eine Vermietung in den freien Zeiten angestrebt.


Entscheidende Lebensphase

Ganz wichtig ist es Corinne Gallego, die Bedeutung der frühen Förderung zu unterstreichen. Die entsprechenden Massnahmen und deren Wichtigkeit sind nach Ansicht der Sozialpädagogin und Mutter von drei Kleinkindern in der Bevölkerung zu wenig bekannt. Es gehe in den ersten vier Lebensjahren nicht einfach darum, ein bisschen zu spielen. Wenn in dieser für das ganze Leben prägenden Phase die Förderung durch liebende Eltern und allenfalls nötige zusätzliche Massnahmen ausbleibe, habe dies Defizite zur Folge, die sich später gar nicht oder nur mit viel grösserem Aufwand beheben liessen.