Im Vergleich zum vergangenen Spiel in Schaffhausen nahm Cheftrainer Brunello Iacopetta zwei Änderungen in der Startformation vor. Wie erwartet ersetzte Zumberi den gesperrten Ndau im Mittelfeld. Überraschend war die Berufung von Saho in die Startformation auf dem linken Flügel für Lukembila. Es war der erste Einsatz von Beginn weg des 21-jährigen im Wiler Dress. Er sollte das Vertrauen mit einer sehr ansprechenden Leistung zurückzahlen.

Zu Beginn der Partie waren die Gäste aus dem Waadtland die etwas aktivere Mannschaft. Sie hatten sich gut auf die hochstehenden Wiler eingestellt und suchten von Anfang an ihr Glück in Kontern. Nach nur elf Minuten ging der Matchplan von Ex-Wil-Übungsleiter Uli Forte ein erstes Mal auf. Die Wiler verloren in der Offensivbewegung am Strafraum der Gäste den Ball und die Waadtländer schalteten schnell um. Mobulu wurde mit einem langen Pass auf Höhe der Mittellinie lanciert und fand viel Raum vor sich, weil einzig Zali nach hinten absicherte. Er lief bis zum Strafraum, eher er das Spielgerät flach in die Mitte zu Hautier spielte, der vollkommen freistand, weil Zali den Zweikampf mit Mobulu suchte. Der Waatdländer Stürmer hatte keine Probelem aus zentraler Position den Ball an Keller vorbei zur Gästeführung ins Tor zu befördern.

Es schien, dass die Wiler durch diesen Gegentreffer wachgerüttelt wurden. Sie übernahmen nun das Spieldiktat, vergaben aber einige sehr aussichtsreiche Chancen. In der 24. Minute lag nach einem Eckball auf einmal Sauter nach einem Zweikampf mit Jaquenoud im Strafraum der Gäste am Boden. Schiedsrichter Schärli zögerte keine Sekunde und zeigte zurecht auf den Elfmeterpunkt. Den Fälligen Strafstoss verwandelte Silvio souverän, indem er Martin in die rechte Ecke schickte und den Ball mittig im Tor unterbrachte. Es war dies der 102. Treffer des Wiler Stürmers in der zweithöchsten Schweizer Spielklasse. Zu ewigen Rekord von Igor Tadic fehlen ihm nun noch sechs Treffer. Weil Silvio unter der Woche seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert hat, stehen die Zeichen nicht schlecht, dass er diesen Rekord zumindest noch egalisieren kann.

Nach dem Wiler Ausgleich ging es munter hin und her. Sowohl die Wiler als auch Yverdon erarbeiteten sich Chancen, die aber auf beiden Seiten ausgelassen wurden. Als man sich dann schon damit abgefunden hatte, dass es mit einem 1:1 in die Pause geht, bekam Eberhard in der 45. Minute nach einem Einwurf an der Mittellinie den Ball. Er ging mit dem Ball aufs Wiler Tor zu, ohne auf wirkliche Gegenwehr zu stossen und schloss vom linken Rand des Strafraums ab. Der Ball ging am rechten Pfosten ins Wiler Tor. Ein sehr schöner Treffer, bei dem der Wiler Torhüter keine Chance hatte, die Wiler Hintermannschaft aber sehr schlecht aussah, weil niemand den Torschützen unter Druck setzte. So ging es mit einem 1:2-Rückstand für die Wiler in die Kabine.

Traumpass von Zumberi und Pfosten retten einen Punkt

Die ersten Minuten in der zweiten Halbzeit waren geprägt von Distanzversuchen auf beiden Seiten, die aber allesamt entweder direkt auf die Torhüter oder deutlich an den Toren vorbeigingen. Bis dann in der 54. Minute Captain Muntwiler im Mittelfeld an den Ball kam und diesen auf Zumberi spielte. Der Wiler Mittelfeldspieler schaute hoch und spielte einen überragenden Pass genau in die Schnittstelle zwischen zwei Verteidigern hindurch in den Lauf von Fazliu. Der tauchte auf einmal alleine vor Torhüter Martin auf und erzielte kaltschnäuzig seinen zwölften Saisontreffer. Mindestens die hälfte dieses Treffers geht aber auf das Konto von Zumberi für dessen Zauberpass. Zusammen mit seinen elf Assists ist Fazliu mit 23 Scorerpunkten der Topscorer der gesamten Challenge League.

Nach diesem Treffer konnten die Gäste nicht mehr reagieren. Es waren eher die Wiler, die nochmals versuchten den Sieg auf ihre Seite zu bringen. Dies aber auch aufgrund der fehlenden Präzision beim letzten Pass ohne Erfolg. Ab der 70. Minute war die Luft dann vollkommen draussen. Beide Mannschaften wirkten ausgepowert. Die Folge davon waren viele einfache Fehlpässe im Aufbauspiel im Aufbauspiel und fehlende Konsequenz in den Angriffen. In der 89. Minute hatten die Wiler dann Glück. Nach einem Eckball von Yverdon sprang Sauter der Ball im Strafraum an die Hand. Die Gäste reklamierten lautstark, die Pfeife des Schiedsrichters blieb aber stumm. Man hätte sich auf Wiler Seite nicht beschweren dürfen, hätte der Unparteiische auf den Punkt gezeigt. Vier Minuten später, tief in der Nachspielzeit also, kamen die Gäste noch zu einem Freistoss von der rechten Strafraumecke. Captain Fargues nahm sich diesem höchstpersönlich an und setzte den Ball an den rechten Pfosten. Die Wiler waren neuerlich im Glück. Das war die letzte Aktion des Spiels, denn danach wurde das Spiel beendet.

So trennen sich die beiden Mannschaften mit 2:2. Über das gesamte Spiel gesehen war es ein verdientes Unentschieden, machten beide Mannschaften doch einiges für das Spiel. Der Schwachpunkt auf Wiler Seite war auch diesem Spiel war die Defensive. Vor allem weil Yverdon gut auf die hochstehenden Wiler eingestellt war, aber auch weil sich die Wiler schon beim ersten Gegentreffer in der Abwehr offen wie ein Scheunentor präsentierten und das nach gerade mal zehn Minuten. Dieses Unentschieden bringt beide Mannschaften einen Punkt an Neuchâtel Xamax heran. Yverdon bleibt aber auf rang acht, der FC Wil auf Rang neun. Für die Wiler geht es am kommenden Freitag mit einem Auswärtsspiel im Vaduzer Rheinpark weiter.

FC Wil – Yverdon Sport FC 2:2 (1:2)

Bergholz: 720 Zuschauer – Sr: Schärli

Tore: 11. Hautier 1:0, 25. Silvio (Foulpenalty) 1:1, 45. Eberhard 1:2, 54. Fazliu 2:2.

FC Wil: Keller; Dickenmann (72. Frei), Zali, Sauter, Brahimi; Zumberi (82. Heule), Muntwiler, Fazliu; Bahloul (72. Toure), Silvio, Saho (82. Lukembila).

Yverdon Sport FC: Martin; Jaquenoud, Malula, Rodrigues, Gétaz; Eleouet, Eberhard (67. Lusuena), Fargues, Mobulu (67. Kalezic); Beyer, Hautier (67. Kabacalman).

Bemerkungen: Wil ohne Ndau (gesperrt), Bega, Malinowski, Reichmuth, Rustemoski (alle verletzt), Abazi und Abubakar (beide nicht im Aufgebot). Yverdon ohne: Sauthier (gesperrt), Beleck, Da Silva, Hajrovic, Koné, Le Pogam, Ninte, Salvi, (alle verletzt) und Zock (nicht im Aufgebot). 93. Pfostenschuss Fargues.

Verwarnungen: 18. Zumberi (Foul), 24. Jaquenoud (Foul), 38. Fazliu (Reklamieren), 46. Bahloul (Foul), 51. Eberhard (Foul), 92. Sauter (Foul).