«Wir bedauern die überraschende Entwicklung zutiefst und sehen alle Beteiligten als Verlierer. Auch die Bevölkerung und die Einsprechenden.» Das sagt Peter Marty, Geschäftsleiter und Inhaber des Holzbaubetriebs Gebrüder Eisenring AG mit Sitz in Gossau. Rund eine Million Franken hat das Unternehmen bisher in das Projekt «Holzkompetenz Lenggenwil» investiert. Unter diesem Schlagwort ist geplant, das Firmendomizil in die Gemeinde Niederhelfenschwil zu verlagern, was der Gemeinde laut der Firma über 40 neue Arbeitsplätze bringen würde.

Zwar hat sich das Unternehmen im Gebiet Geren/Oberwisen Bauland gekauft und bereits Pläne ausgearbeitet. Trotzdem ist ungewisser denn je, ob jemals die Bagger auffahren. Denn das Baudepartement des Kantons St. Gallen hat Rekurse gegen den Überbauungsplan Geren geschützt und den Teilzonenplan Buchenstrasse der Politischen Gemeinde Niederhelfenschwil abgewiesen, welcher von der Firma zusammen mit Anstössern ausgearbeitet worden war. Das Unternehmen schreibt am Montagabend in einer Medienmitteilung: «Dem Entscheid des Baudepartements ist zu entnehmen, dass die Ansiedlung eines konkreten Holzbearbeitungsbetriebs, wie wir es sind, im Geren in allen Belangen zonenkonform ist. Auch das dadurch zu erwartende Verkehrsaufkommen wird als vollkommen zulässig beurteilt. Das Baudepartement hat den Überbauungsplan einzig mit dem Verdikt zu Fall gebracht, dass die geplanten maximalen Abmessungen der Betriebsgebäude in der heutigen Gewerbe- und Industriezone zu gross seien.»

Firma sieht die Gemeinde in der Pflicht
Genau diese Feststellungen sind für das Gossauer Unternehmen von grosser Bedeutung. Es verzichtet auf eine Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen. Dafür werden die Auswirkungen des neu in Kraft getretenen kantonalen Planungs- und Baugesetzes (PBG) abgewartet. Auch die Gemeinde Niederhelfenschwil muss die Ortsplanung revidieren. «Die bisherigen Gewerbe- und Industriezonen werden zwingend von Arbeitszonen für alle Belange abgelöst. Sobald die revidierte Ortsplanung in Kraft ist, werden alle Bauvorhaben, also auch ein allfälliges der Gebrüder Eisenring AG, nach diesen neuen Massstäben beurteilt», schreibt das Unternehmen.

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Die Buchenstrasse in Lenggenwil ist ein Zankapfel.

Da im abweisenden Entscheid gegen den Teilstrassenplan Buchenstrasse von «nicht hinreichender Erschliessung» die Rede sei, sieht die Gebrüder Eisenring AG nun die Gemeinde Niederhelfenschwil in der Pflicht. Sie müsse eingezontes Bauland «verkehrs- und rechtsgenügend erschliessen», um es in den Worten Peter Martys zu halten. Er weist darauf hin, dass heute Anstösser und ihre Lieferanten auf der nicht ausgebauten Buchenstrasse anstatt den dafür ursprünglich vorgesehenen Vorplätzen regelmässig Güter umschlügen und den Durchgangsverkehr «widerrechtlich» behinderten. Für die Gebrüder Eisenring AG ist deshalb klar, dass der Druck auf die Gemeinde, die Erschliessung des gesamten Gebietes durch die Buchenstrasse oder eine Alternative zu verbessern, mit der Abweisung des Teilstrassenplans zugenommen hat».

Investitionen in den vollen Standort Gossau
Wie auch immer: Eine Realisierung des Projektes «Holzkompetenz Lenggenwil» ist derzeit in weiter Ferne. Sollte eine Neuauflage nötig sein, müsste das Projekt neu konzipiert werden. Zudem müssen nun weitere Ersatzinvestitionen in den Standort Gossau getätigt werden, obwohl dieser laut Firmenangaben bereits «übervoll» ist. «Es ist für uns zurzeit nicht möglich, zu sagen, was wir in ein paar Jahren diesbezüglich tun werden», sagt Marty. Vorentscheide könnten wegen der vielen Unwägbarkeiten derzeit keine gefällt werden.

Das Unternehmen sieht zwischenzeitlich vor, ihre Parzellen im Geren einer Zwischennutzung zuzuführen. Damit soll der durch eine verzögerte Überbauung finanziell entstandenen Schaden begrenzt werden. «Solche Arealnutzungen können durchaus mit zusätzlichem Verkehrsaufkommen auf der Buchenstrasse im aktuell ungenügenden Zustand verbunden sein.» Dieser letzte Satz der Medienmitteilung der Gebrüder Eisenring AG kann durchaus als Giftpfeil in verschiedene Richtungen gedeutet werden.