Nach zwei Jahren Unterbruch, den Grossanlässen der Gewerbeschau «Riga» und der 100-Jahrfeier des Gewerbevereins, hatte der Gewerbevorstand wieder einmal zu einer Neujahrsbegrüssung eingeladen. Wie es in Gewerbe und Dienstleistungen im Jahr 2020 weitergehen soll, darüber wollten sich rund 60 Vereinsmitglieder informieren lassen. Nach Präsident Rolf Raschle bietet sich in diesem Rahmen gute Gelegenheit, sich auszutauschen, nicht zuletzt, auch voneinander zu lernen. Mit dem Uzwiler Songwriter Emanuel Reiter - er wirkt als selbständiger Unternehmer in der Musikbranche - war zum Neujahrslunch für Unterhaltung gesorgt.

Neue Trends werden wirksam

Wenn die Wirtschaft trotz Handelskrieg, Umbruch im Detailhandel und Negativzins auch nicht mehr so anfällig ist, seien aber die Zyklen kürzer geworden, so Raschle in seiner Begrüssung. Einige Branchen hätten sich von den Einbrüchen noch nicht erholen können. Dank der Robustität und Flexibilität der regionalen Firmen gelinge der Umgang mit neuen Herausforderungen noch immer ganz gut.

Mit der angelaufenen Klimadebatte, nach Raschle schon längst fällig, stellten sich neue Herausforderungen. «Uber» besässen keine Taxis, «Air’bnb» und Booking seien nicht im Besitz von Hotels und dennoch beeinflussten sie eine ganze Branche. Ähnliche Ansätze seien auch bei anderen Dienstleistungen erkennbar. Es gelte die neuen Trends nicht zu verschlafen.

Der Kunde ist mündiger geworden

Obwohl Bauen noch immer komplex und nicht kopierbar sei, nehme der Kunde immer mehr Einfluss in Sachen Auswahl und Einrichtung. Es könne bald einmal sein, dass der Kunde seine Bestellung in einem allgemein gehaltenen Tool erfasse. Mehrere Firmen könnten sodann ihren Preis einsetzen und den möglichen Ausführungstermin bekannt machen. Welche Firma die Arbeit ausführen darf, entscheidet der Kunde.

Die laufende Digitalisierung bietet nach Raschle auch grosse Chancen, weil sich darin unter anderem auch administrative Arbeiten verkürzten. Bekanntlich widme sich der Gewerbler lieber seiner Arbeit als dem Bürokram. Weniger Administratives lasse das Wochenende gemütlicher ausfallen. «Gerade in dieser Beziehung gilt es für uns Gewerbler, voneinander zu lernen», betonte Raschle.

Zoom-Erlebnistage in der Region

Zusammen mit den Gewerbevereinen Oberuzwil und Oberbüren organisiert der Gewerbeverein Uzwil vom 14. bis 17. April sogenannte Erlebnistage. 19 Betriebe bieten 201 Workshops an für angehende Berufsleute. Es gelte, die Schüler aus den Berufsschulen abzuholen für einen Einblick in die verschiedensten Berufe. In den nächsten Tagen werden die Gewerbevereine die Öffentlichkeit über das Projekt informieren.