Am 11. Januar 2019 wird der Gewerbeverein Uzwil sein 100jähriges Bestehen feiern können. Natürlich war das Jubiläum bereits an der 99. Hauptversammlung ein Thema. Im Gemeindesaal wird die Partyband «Blaumeisen» aufspielen. Der Gewerbeverein lädt die ganze Bevölkerung bei freiem Eintritt zu diesem Anlass ein. Zum Vorstand, der die Jubiläumsfeierlichkeiten organisiert, gehören unter dem Präsidium von Rolf Raschle Laila Saladin, Silvan Baumgartner und neu Yves von Dach und Bernhard Gmür. Vor einem Jahr war Rolf Raschle als Nachfolger von Markus Mahler zum Präsidenten des Gewerbevereins Uzwil gewählt worden. Die 99. Hauptversammlung war demzufolge seine Feuertaufe, die er mit Bravour vor 65 Mitgliedern bestand.

Ehrend wurde der beiden verstorbenen Persönlichkeiten Hans Baumgartner und Werner Walser gedacht.

Es wird wieder investiert
Zur Hauptversammlung eines Gewerbevereins gehört eine wirtschaftliche Lagebeurteilung. Rolf Raschle konnte bereits bei seinem ersten Jahr als Präsident ein positives Bild zeichnen. Die Wirtschaft floriere. Es werde wieder investiert. Der gestiegene Eurokurs lasse erwarten, dass Auslandferien und der Einkaufstourismus zugunsten von Ferien und Einkäufen in der Schweiz an Bedeutung einbüssten.

Wie manche seiner Kollegen kritisierte auch Rolf Raschle die übermässige Regulierungsdichte. Ausserdem wünscht er sich, dass das Vertrauen in die Wirtschaft wieder wachse.

Ein reges Vereinsleben
Im Berichtsjahr sind 13 Firmen neu zum Gewerbeverein gestossen. Den Neueintritten standen drei Austritte gegenüber. Aus den Vereinsaktivitäten hob Rolf Raschle speziell die Kontakte zum Arbeitgeberverein und zu den Vorständen der Gewerbevereine aller benachbarten Gemeinden hervor. Ausser den traditionellen Anlässen erwähnte er die mit der Energieagentur St. Gallen durchgeführte Tischmesse im Gemeindesaal. Der Besuch eines Eishockeymatches war mit einem Fondueplausch verbunden worden.

Das OK der Riga 18 hatte die Neujahrsbegrüssung organisiert. Über die regionale Industrie- und Gewerbeausstellung war zu erfahren, dass die Vorbereitungsarbeiten einen Monat vor der Eröffnung auf Kurs seien. Und dann wurde natürlich die Werbetrommel für eine gute Beteiligung gerührt.

Starthilfe für bedeutende Anlässe
Verbindungsperson zum Arbeitgeberverein (AGV) der Region Uzwil ist Toni Frei. Er orientierte über eine Konzeptänderung. Der AGV wolle in Zukunft seine Beiträge weniger nach dem «Giesskannenprinzip» an möglichst viele Organisationen ausrichten. Ziel sei es, grössere schweizerische oder kantonale Anlässe mit einer Starthilfe zu ermöglichen. In Vorbereitung sei ein Zusammengehen von AGV und Industrievereinigung, was ein breiteres Angebot ermöglichen würde.

Unter den bewilligten Beiträgen erwähnte Toni Frei 50'000 Franken an die Riga18, 15'000 Franken an die Neuuniformierung der Musikgesellschaft Oberbüren und 6'000 Franken ans 100-Jahr-Jubiläum des Gewerbevereins Uzwil. Lobend wurde das Radrennen «Rund um Uzwil» erwähnt.

Der AGV stünde auch Parteien wohlwollend gegenüber, welche Gewerbetreibende für das kantonale oder nationale Parlament nominieren würden.

Drei Rücktritte aus dem Vorstand
Doris Sennhauser, Beat Schiltknecht und Adrian Wick sind aus dem Vorstand zurückgetreten. Adrian Wick ist beruflich nach St. Gallen weggezogen. Für ihn hat Yves von Dach, ebenfalls Mitarbeiter der Kantonalbank, das Kassieramt übernommen. Beat Schiltknecht war für die Website zuständig. Sein Nachfolger ist der Grafiker Bernhard Gmür. Die Nachfolge von Doris Sennhauser soll wieder eine Frau antreten. Die Angelegenheit sei auf guten Wegen, sagte Rolf Raschle. Die Wahl wurde aber vertagt.

Holderhof Henau: Ein innovativer Betrieb
Gegründet hat Christof Schenk die Holderhof Produkte AG in Niederwil. Wie es der Firmenname zum Ausdruck bringt, ging es anfänglich um die Verarbeitung von Holunder. Holunderbäume waren auf dem Bauernhof schon 1998 angepflanzt worden. Das erste Produkt, den Honigblütenwein «Sambucco», machte Christof Schenk zum Thema seiner Diplomarbeit als Landwirt. Mit dem anschliessenden Besuch der Handelsschule schaffte er die Basis zum erfolgversprechenden Wagnis als Jungunternehmer. Die Nachfrage stieg. Heute werden auf einer Fläche von 15 Hektaren Holunder, Beeren, Cassis und Kräuter angebaut.

Kontinuierlicher Ausbau
Mit dem Aufbau eines regionalen Kundenkreises hat Christof Schenk 2004 erstmals einen Umsatz von über 1 Millionen Franken erreicht. Ab 2006 wurde die Produktepalette nach und nach ausgebaut und der Markt intensiv bearbeitet. 2010 machte man erste Exportgeschäfte.

2012 konnte der Produktionsstandort Henau in Betrieb genommen werden. 2014 ist der Einstieg ins Discountergeschäft erfolgt. 2016 wurde mit einer Marktneuheit begonnen, mit der Produktion von ultrafrischen Fruchtsäften. Diese werden nicht in Flaschen, sondern in Becher abgefüllt und verlangen mit einem Verfalldatum von zehn Tagen eine rasche Vermarktung.

Starke Position im Markt
Heute umfasst das Angebot des Holderhofs Limonaden, Schorlen, biologische Sirupe, konventionelle Sirupe, Smoothies, Eistees, Fruchtsäfte und Fruchtweine. Nach wie vor stammt ein Teil der Rohstoffe vom eigenen biozertifizierten Bauernhof. Manche Rohstoffe und auch einzelne Komponenten müssen zugekauft werden. Aber alle Produkte werden auf den eigenen Anlagen hergestellt und abgefüllt.

Das Segment der Kunden ist breit. Es gehören Grossverteiler, Discounter, Tankstellen, Bäckereien und Dorfläden, Getränkehändler und die Lebensmittelindustrie dazu. In Deutschland werden Grossverteiler und der Lebensmitteleinzelhandel beliefert.

Im letzten Jahr sind im Holderhof 20 Millionen Flaschen produziert worden. 25 Mitarbeiter mit 1800 Stellenprozenten stehen im Einsatz. Der Umsatz belief sich auf 18 Millionen Franken, was 1 Million Franken pro Mitarbeiter ausmachte. In einer angrenzenden Halle ist die Installation einer zweiten Abfüllanlage geplant.