In der Kiesgrube Kirchberg wird unter der Leitung der Öko-Kommission der Gemeinde ein Abbaugebiet des Zement-Unternehmens Holcim renaturiert. Wer genau hinschaut, sieht in den steilen Kieswänden der Kiesgrube zurzeit zahlreiche Bruthöhlen der seltenen Uferschwalbe. «Wir konnten Anfang Juni rund 20 Brutröhren sichten und mehr als 15 Uferschwalben zählen», sagt Bruno Schättin von der Öko-Kommission.

Die Rückkehr der seltenen Vögel freut den Naturschützer: «Bis 2016 brüteten hier immer wieder Uferschwalben, zuletzt im Riedenboden hinter dem Förderband.» Schon 2018 wurde nördlich des Kieswerks eine künstliche Sanddüne erstellt. Doch bis jetzt blieben die Vögel weg. Schättin vermutet, dass sich die Vögel zwischenzeitlich der Kolonie in Niederstetten angeschlossen haben, wo ebenfalls eine künstliche Sanddüne erstellt wurde. «Umso mehr freut uns nun ihr Zurückkommen nach Kirchberg», so Schättin.

Prioritätsart des Bundesamts für Umwelt

Früher fanden die Uferschwalben in steilen Ufern von unverbauten Flüssen geeignete Brutplätze. Heute seien diese Lebensräume infolge der Verbauung und Begradigung vieler Flüsse knapp. Die Uferschwalbe ist eine Prioritätsart im vom Bundesamt für Umwelt unterstützen Programms «Artenförderung Vögel Schweiz» und wird auf dessen roter Liste als «verletzlich» eingestuft. Gemäss Medienmitteilung sieht Holcim die in Kirchberg nistenden Uferschwalben als Beispiel dafür, «dass Kiesgruben neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen bieten und damit einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Biodiversität leisten.»

Waldrapp machte in Guntershausen Mittag

Wie es aussieht, ist die Uferschwalbe in Kirchberg gekommen um zu bleiben. Nur temporär, dafür umso schillernder war eine gefierte Erscheinung vergangene Woche in Guntershausen in der Gemeinde Aadorf: der Waldrapp. Der Vogel aus der Gattung der Ibisse machte während rund einer Stunde eine Pause auf dem Fenstersims eines Einfamilienhauses, wie in der Zeitung «Regi die Neue» zu lesen war. 

Es stellte sich heraus, dass der gefiederte Gast mit der maskenartigen Schnabelpartie aus der Waldrapp-Aufzuchtstation in Überlingen am Bodensee stammt. Er war beringt und trug einen Sender auf dem Rücken. Gemäss der Zeitung war der seltene Vogel nicht scheu und konnte aus nächster Nähe bestaunt werden. Nach seiner Mittagspause spreizte der Waldrapp wieder die Flügel und nahm Kurs auf Winterthur. (pd/red)