Zugegeben: Die Sonne hätte vom blauen Himmel lachen können, um das Bild der glücklichen Wanderung perfekt zu machen. Aber wie sagen die Schotten so schön? Es gibt kein schlechtes Wetter, nur verschiedene Arten von gutem Wetter. Und so geht es mit der 35-jährige Stefi Küttel unter der Nebeldecke auf den Weg zum Glück. Die Philosophiestudentin ist in Wil aufgewachsen, hat das Kathi besucht und beschäftigt sich inzwischen im Zweitstudium der Philosophie unter anderem mit Glück – und ist weder Schokolade noch Fussmärschen abgeneigt. 

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Der «Schoggiweg» beginnt direkt am Flawiler Bahnhof und führt zum Chocolarium.

Während des etwa 30-minütgen Spazierganges erfahren Interessierte auf insgesamt sechs Tafeln, was es zu Schokolade Wissenswertes gibt. Zum Beispiel, dass sie ein «Glücksbringer» im wahrsten Sinne ist: Bei ihrem Genuss wird im Gehirn nämlich der Botenstoff Serotonin freigesetzt, der auch als «Glückshormon» bekannt ist. In Massen genossen, kann Schokolade also wirklich dafür sorgen, dass man sich besser fühlt.

Ein allgemeines Glück gibt es nicht

Im Gespräch mit Stefi Küttel wird eines schnell klar: Das eine, ein Art allgemeines, universal gültiges Glück, das gibt es nicht. Für die einen mag es darin liegen, möglichst viel Zeit mit den Liebsten zu verbringen, andere suchen es im materiellen Besitz, für wieder andere kann wahres Glück auch der Verzicht auf alles sein. Und für einige andere gibt es so etwas wie «Glück» überhaupt nicht, sie sprechen lieber von «Zufriedenheit». Spannt man den Bogen noch weiter und blickt über die Landesgrenzen hinaus, so werden die unterschiedlichen Vorstellungen noch deutlicher: Der Schulbesuch, fliessendes Wasser, ein Waffenstillstand – all das kann Glück sein. 

Im Video: Glick wissenschaftlich erklärt

 
Worum geht es bei Glück überhaupt? Diese Frage muss in der Philosophie immer zuerst geklärt werden, sagt Stefi Küttel.

Hinzu kommt, dass in der deutschen Sprache verschiedene Arten von Glück nicht unterschieden werden. Anders zum Beispiel im Englischen, wo von «Luck» (etwa: glückliche Fügung), aber auch von «Happiness» (Freude) oder «Felicity» (Glückseligkeit) gesprochen wird. Auch kennt man «Bad Luck», was etwa mit «Pech haben» übersetzt wird. An diesen Beispielen soll deutlich werden: Glück ist etwas ganz Individuelles und so kann auch das Streben danach nur ein individueller Prozess sein. Und manchmal, da ist schon das «Minörli» aus der Maestrani ein köstliches Stück vom Glück.

Ausflugstipp

Der Maestrani-Schoggiweg in Flawil kann bei jeder Witterung gut begangen werden und ist auch für Familien geeignet. In rund 30 Minuten hat man vom Bahnhof aus das Chocolarium erreicht.