Regisseur Thomas Luft aus München und sein Ensemble Theaterlust sind immer wieder gern gesehene Gäste in Wil und freuen sich, die Altstadt besuchen zu können. Das schreibt die Tonhalle in einer Medienmitteilung, in der sie über das aktuelle Stück, das am 26. Oktober aufgeführt wird, informiert. Zuletzt sei das Ensemble mit der Produktion «Die Päpstin» in der Tonhalle gewesen. «Nun haben sie sich an einen etwas zeitgenössischeren Stoff gemacht», heisst es in der Medienmitteilung weiter. Im Stück drehe sich alles um eine Situation, mit der sich sehr viele Hausbesitzer eines Tages beschäftigen müssten.

Worum geht es im Stück «das Haus» genau? Worauf dürfen sich die Zuschauer freuen? Zur Handlung: Schweren Herzens hat sich ein älteres Ehepaar sich nach dem Auszug der Kinder dazu durchgerungen, das geliebte Haus am Stadtrand zu verkaufen. 20 Jahre ihres Lebens haben sie dort verbracht. In diesen Wänden sind ihre Kinder gross geworden. In diesem Haus ist der geliebte Hund gestorben. Und dann finden sie ein junges Paar, dem sie es guten Gewissens überlassen wollen: die Redmonds. Das Paar ist noch kinderlos und es scheint das Haus zu schätzen. Dabei planen sie selbst, dort künftig ihre Kinder aufwachsen zu sehen. Doch beim Umtrunk nach Unterzeichnung des Kaufvertrags kommt nach und nach die Wahrheit ans Licht – und die schlechtesten Seiten aller Beteiligten zum Vorschein. Zu Beginn überschlagen sich alle mit Komplimenten und Nettigkeiten. Alles ist wunderbar: das Haus, die Lage, die Nachbarn. Als die neuen Hausbesitzer aber – ganz nebenbei – fallen lassen, dass sie manche Räume vielleicht rot streichen wollen, löst das eine erste kleine Irritation aus. Aber wirklich nur eine kleine, denn zu Beginn ist noch alles völlig im Rahmen. «Der beneidenswerte Zuschauer darf nun einem unvergleichlichen Anschwellen unterdrückter Konflikte beiwohnen», meint die Tonhalle in der Medienmitteilung weiter. Kleine Unhöflichkeiten steigern sich zu massiven Beleidigungen – ohne Gnade und Tabus. Politisch korrekt – das war gestern. Die nun folgende apokalyptische Zimmerschlacht wird bis aufs äusserste geführt. Das Noch-Wohnzimmer der Rotemunds wird zur modernen Arena, in der vier Gladiatoren ums nackte Überleben kämpfen.

Bis zur entgleisenden Konversation

«Grandios entwirft Autor Brian Parks eine Konversation, die an allen Weichen falsch abbiegt – ehe sie komplett entgleist», verspricht die Tonhalle im Hinblick auf ihr nächstes Stück. Die Nettigkeiten zu Beginn seien nur Auftakt zu einer gnadenlosen Zimmerschlacht zwischen den Generationen. Als nach ersten Irritationen klar werde, dass die Redmonds ihre ganz eigenen Vorstellungen davon haben, wie ihr Heim aussehen soll. (pd)