Gras, Getreidekorn, Maispflanzen oder Kolbenmais werden getrocknet. Letztgenanntes wird dabei gerne als konzentriertes Energiefutter zum Ausgleich bei proteinreichem Grundfutter verwendet. Die melassierten Würfel sind schmackhaft, gut verdaulich, nahrhaft und besonders geeignet für Wiederkäuer und Kleintiere. Auch Wiesenfutter und Ackerfrüchte werden zu wertvollem Kraftfutter veredelt.

Seit 65 Jahren in Betrieb

Die Idee zur Gründung einer Grastrocknungsgenossenschaft reifte im Vorstand der Landwirtschaftlichen Genossenschaft Eschlikon. Vor allem Präsident Adolf Müller und Verwalter Anton Sieber setzten sich damals für die Realisation dieses Vorhabens ein. Im Thurgau gab es damals viele Käsereien, die für die Produktion von Rohmilchkäse silofreie Milch benötigten. Somit kam nebst Heu nur die künstliche Trocknung als Konservierungsart in Frage. Im Februar 1952 wurde an einer Versammlung über das Pro und Kontra eines solchen Vorhabens orientiert. In der Folge wurde eine Kommission zur weiteren Abklärung gewählt. Eine Umfrage bei den Käsereigesellschaften ergab, dass 87 Landwirte aus dem Hinterthurgau einen Beitritt begrüssen würden. An der Gründungsversammlung der Grastrocknungsgenossenschaft Eschlikon-Sirnach und Umgebung vom 2. November 1952 wurden der Vorstand gewählt, die Statuten genehmigt, dem Landkauf in Büfelden und einem Kredit von 260'000 Franken zugestimmt.

Nach dem Gras der Mais

Im Februar 1953 begannen die Bauarbeiten für das Gebäude, in das eine Bandtrocknungsanlage installiert wurde. Die garantierte Leistung pro Stunde betrug zwei Tonnen Grüngut. Im darauffolgenden Mai konnte der Betrieb aufgenommen werden. Der Trocknungsmeister und der Absacker sorgten dabei für einen reibungslosen Ablauf. Die Kunden beschickten das Band möglichst gleichmässig mit Gras, das sie mit Hornvieh- und Pferdefuhrwerken anlieferten. In den ersten 15 Jahren der Genossenschaft wurde, wie der Name verrät, vorwiegend Gras getrocknet. Mit der künstlichen Trocknung konnte Eiweissfutter vom betriebseigenen Futterbau konserviert werden. Das so gewonnene Kraftfutter wurde vor allem dem Milchvieh zur Rationenergänzung verfüttert. Aber auch Schweine, Hühner, Pferde und Schafe erfreuten ihre Bauern mit guter Fruchtbarkeit.

In den 70er-Jahren eroberte dann der Maisanbau durch frühreifere Sorten seinen Platz auf den Äckern. Anfänglich wurden nur die Kolben gepflückt, bis die ersten Maishäcksler die Ernte der ganzen Pflanze ermöglichten und so das Gras als wichtigstes Trocknungsgut verdrängte.

Nach Todesfall: Sohn übernimmt

Seit 30 Jahren arbeitet Heiri Zuber in der Trocknungsanlage. Dem Trocknungsmeister stehen Stefan Hasler und Beat Baumgartner zur Seite. Im September des vergangenen Jahres ist der damalige Geschäftsführer, Max Hubmann, verstorben. Seine Verdienste für die Grastrocknungsanlage sind gross. Während 45 Jahren hat der die «Graströchni» begleitet, geleitet und weiterentwickelt. Das Amt des Geschäftsführers hat Max Hubmanns Sohn Beat übernommen.