113 Schülerinnen sowie zehn Lehrpersonen mit Unterstützung einiger Eltern und Bekannten stellten sich der Langstrecke in drei Niveaus. Den jeweiligen Kräften entsprechend und coronakonform wurde in sieben Gruppen gestartet. Drei Gruppen «Stärkeklasse 1» mit insgesamt 44 Schülern nahmen die Marathonstrecke von 42.1 Kilometer in Angriff, weitere drei Gruppen «Stärkeklasse 2» mit 57 Jugendlichen starteten in die 34,1 Kilometer lange Strecke und eine Gruppe «Stärkeklasse 3» mit 12 Teilnehmerinnen begab sich auf einen 27 Kilometer langen Weg. Damit die Kräfte bestens fürs Marschieren gebündelt werden konnten, wurde das Mittag- und Abendessen von der Verpflegungstruppe chauffiert. Somit wurden lediglich genügend Flüssigkeit und die nötigste Zwischenverpflegung mitgetragen.

Kurz vor 7 Uhr traten bei idealen Wetterbedingungen die Gruppen «Stärkeklasse 1» in Bronschhofen zum Marathonmarsch an. Die Gruppen «Stärkeklasse 2 und 3» stellten sich auf einer kurzen Zugfahrt nach Henau und Kradolf auf ihre Herausforderung ein und starteten von dort aus. An einem gemütlichen Ort an der Thur wartete die erste Verpflegungsstation mit dem Znüni. Schnell ging es zügig und motiviert weiter in Richtung Mittagsstation in Sitterdorf, wo bereits das nächste Verpflegungsteam parat war. Dort stärkte sich die Mehrheit der Marschierenden, die Gruppe «Stärkeklasse 3» pausierte etwas weiter an einer gediegenen Grillstelle.

Wieder unterwegs wurden die Kilometer langsam länger, die Beine schwerer und die Blasen an den Füssen zahlreicher. Der Ehrgeiz wuchs, die gegenseitige Unterstützung ebenso, aber auch Erschöpfung zeigte sich. Zwei Notfallautos sammelten ein paar wenige Jugendliche auf, denen ein Weiterlaufen nicht mehr möglich war.

Den dringend benötigten Zuckerschub lieferten bei der Zvieristation ein Glace und etwas zum Trinken. Beim gemütlichen Höcklen wurden die letzten Energien mobilisiert. Mit bereits Sicht auf den Bodensee wurden die verbleibenden Kilometer in Angriff genommen. Diese waren geprägt von Teamgeist, gegenseitigem Motivieren und Unterstützen. Bis zuletzt wurde durchgehalten und nicht reklamiert.

Bereits kurz nach 17 Uhr trafen die Ersten an der Grillstelle in Arbon am See ein. Während die einen zum Ziel joggten, wankten andere auf den letzten Metern oder kamen gar ohne Schuhe an, gestützt von Kameraden. Alle Emotionen lösten sich. Es wurde gelacht, geweint, gewitzelt. Viele erholten sich im kühlen Gras, während ein paar ganz Verrückte sich bereits zum Beachvolleyball-Feld bewegten und munter darauf los spielten.

«Ich habe es mir viel schlimmer vorgestellt» oder «es war hart, wir mussten beissen», waren Feedbacks der Jugendlichen. Es sei eine coole Erfahrung gewesen, aber man müsse sich gut einschätzen – und gutes Schuhwerk haben!

Bei Wurst und Brot, Gemüsespiess und Schoggibananen liess man den aussergewöhnlichen Tag ausklingen. Ein paar letzte Schritte noch bis zum Bahnhof und ab mit dem Zug nach Hause.

Die diesjährige «Grenzerfahrung» beruhte auf Freiwilligkeit. Eine kleine Gruppe von vorwiegend verletzten Schülern besuchte Montag und Dienstag den Unterricht an der Oberstufe und wurde im Rahmen von kreativen Arbeiten, einem Filmprojekt und einem Rubik’s Cube-Training bestens betreut und herausgefordert.

Ein grosses Bravo an die Schülerinnen- und Lehrerschaft der Oberstufe Bronschhofen für ihren einzigartigen Einsatz und ein herzliches Dankeschön an das Organisationskomitee und alle, die mitgeholfen haben, aus diesem Wagnis ein gelungenes Erlebnis zu machen.

Valeria Moreno, Lehrperson Oberstufe Bronschhofen