Es war die Erwachsenenwelt, welche in Uzwil die Idee eines Jugendgemeinderates aufs Tapet brachte. Und damit öffnete sich ein Spannungsfeld. Wieviel soll die Erwachsenenwelt vorgeben? Wie stark muss sie aushalten, dass die Jungen und jungen Erwachsenen ihren Weg selber und damit vielleicht auch anders gehen, als das ältere Köpfe sehen? Genau deshalb entschied sich Uzwil dafür: Die Erwachsenenwelt brauchte es nur, um den Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Idee des Jugendgemeinderates näher zu bringen, beratend zur Seite zu stehen.

Unabdingbar ist die Eigeninitiative der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, dieses Gremium selber aufzubauen und es selber mit Inhalten und Ideen füllen. Die Gemeinde ist überzeugt: Es wäre im Sinne einer Partizipation falsch, dies seitens der Erwachsenenwelt vorzugeben, hier vorab viel zu gestalten oder aufzubauen. Das ist Sache der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Auch wenn teils andere Erwartungen an die Gemeinde getragen wurden.

Spass steht im Vordergrund

Inzwischen haben die jungen Leute Nägel mit Köpfen gemacht. Ende Oktober des vergangenen Jahres wurde der Jugendgemeinderat – er ist als Verein organisiert – gegründet. Ein Vorstand wurde zusammengestellt, die Aktivitäten sind vorbereitet worden. Neun junge Menschen aus der Gemeinde engagieren sich dort. Somit ist dieses Gremium um zwei Mitglieder grösser als der echte Gemeinderat.

Präsidentin Patricia Schefer sagt: «Wir wollen die Jugend von Uzwil in politische Themen einführen, ihnen Problemfelder und Diskussionsthemen der Politik und der Gemeinde aufzeigen und ihnen die Möglichkeit einer parteipolitisch neutralen Plattform bieten. Um Themen zu diskutieren und um ihrer Stimme Gehör und Wirkung zu verleihen. Dabei soll nebst dem Interesse an Diskussionen und aktuellen Themen auch der Spass im Vordergrund stehen.» Auch ein Anliegen des Vorstandes ist es, den Austausch unter den Generationen in der Gemeinde zu fördern. Beim Jugendgemeinderat können junge Uzwiler zwischen 14 und 25 Jahren mitmachen. (gk)