«Warum, wieso?»; jeder kennt die Fragen der Kinder. Kinder erschliessen sich die Welt durch Fragen. Wenn sie in den Kindergarten oder in die Schule kommen, sollen sie weiterhin fragend bleiben und Menschen finden, die sich ihren Fragen stellen und antworten oder mindesten helfen, Antworten zu finden. Um diese Thematik drehte sich der Familien-Segnungsgottesdient zum Schulanfang in der katholischen Pfarrei Niederuzwil.

Einstein war leidenschaftlich neugierig
«Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig», soll Albert Einstein von sich gesagt haben. Diese Aussage war nebst anderen auf eine grosse Schachtel geschrieben worden, die vorne neben dem Altar stand. Darauf sass die Maus Tilli, die später wegen ihrer Neugier eine tolle Erfahrung machte. Pastoralassistentin Daniela Gremminger hatte den Gottesdienst zusammen mit der Lehrperson Ida Wohlgensinger, der Ministranten-Verantwortlichen Katharina Piljic und Corinne Fedi vorbereitet. Ein Ministrant unterbrach die Seelsorgerin, als diese einführende Worte sprach. «Was ist denn in der Schachtel drin?», wollte er wissen. Und er liess nicht locker, bis die Schachtel aufgemacht wurde.

Ausdauernd und neugierig bleiben
Neugierig war auch die Maus Tilli. Sie stand vor einer Mauer, wollte wissen, was dahinter ist. Das Klettern musste sie mangels Talent aufgeben, der gefundene rostige Nagel war ungeeignet, ein Loch in die Mauer zu bohren, und der Mauer entlang bis zu ihrem Ende zu gehen ermüdete die kleine Tilli. Sie liess sich schliesslich von einem Regenwurm inspirieren und grub sich unter der Mauer durch. Ihre Neugier war es, die sie antrieb, aufmerksam zu sein, kreativ zu werden und zu ihrem Ziel zu kommen. Und was fand sie hinter der Mauer? Viele andere Mäuse, die ebenfalls neugierig gewesen waren. Zusammen feierten sie ein Fest und wurden Freunde. Diese Geschichte erzählte Ida Wohlgensinger.

Interessen und Neugierde wandeln sich
«In der Schule und im Kindergarten gibt es auch viel zu entdecken, genauso wie in einem neuen Buch», hiess es weiter im Gottesdienst. Ein Buch als Symbol war eines der Gegenstände in der Schachtel. Nebst der Neugier auf neuen Stoff und auf andere Kinder brauche es auch Mut, auf unbekannte Menschen zuzugehen und Freundschaften zu schliessen. Und wenn Angst dabei sei, dürfe diese benannt und mit den Eltern darüber gesprochen werden, wurden die Kinder ermutigt. Corinne Fedi machte sich Gedanken, worauf Jugendliche neugierig sein könnten; anhand eines Tablets aus der Schachtel. Bei anderen ankommen, Unbekanntes auf dem Weg zum Erwachsenwerden ausprobieren, Grenzen ausloten? Und Erwachsene sollten die Fortschritte der Kinder anders als mit einem Massstab messen. Anhand ihrer offenen Augen, ihrem offenen Herzen und ihrer lebendigen Neugier.