Es ist das bisher mit Abstand umfassendste Hochbauprojekt der Region Wil in diesem Jahrtausend. Was im Jahr 2002 mit der Planung begann, befindet sich seit 2018 in der Umsetzung. Die Rede ist von der Mühle Rickenbach, in welcher bis zum Jahr 2002 noch produziert worden war. 55 Meter hoch war der Siloturm mit der Silostube ganz zuoberst. In der zweiten Jahreshälfte 2018 erfolgte der Abbruch. Da eine Sprengung zu gefährlich gewesen wäre, standen mehrere Bagger im Einsatz. Auch der grösste Rückbau-Bagger Europas half phasenweise mit.

Während die Abbruch-Arbeiten immer wieder Zuschauer angelockt hatten, ist es im vergangenen Jahr ruhiger geworden auf der Baustelle. Das betrifft aber nur die Aussen-Wahrnehmung. Denn gearbeitet wird weiterhin emsig. Zuerst ging es vergangenes Jahr mit den Tiefbauarbeiten weiter. Im Mai wurde dann der erste grosse Kran für den Aufbau geliefert – ein zweiter kam später dazu.

«Ab jetzt vor allem in die Höhe»

Mittlerweile steht der Rohbau des sechsstöckigen Maschinenhauses. «Dank dem relativ milden und niederschlagsarmen Winter sind die Arbeiten zügig vorangeschritten. Ab jetzt reduziert sich der Hochbau auf den Perimeter des Siloturms, der aus zwei Wohnungen pro Stockwerk besteht. Das heisst: Von nun an geht es vor allem in die Höhe», sagt Thomas Engel, Projektleiter der Eberle Nafag AG.

Im Erdgeschoss sind die Gewerberäume und vier Ateliers bereits gut sichtbar. Darüber kommen Wohnungen zu liegen. Alles in allem werden es 44 Wohnungen zu 2 ½, 3 ½ und 4 ½ Zimmern sein. Der Zeitplan sieht nun vor, eine ganze Silo-Etage in rund 13 Tagen fertigzustellen. Effektiv waren im sechsten Obergeschoss aber nur zwölf Tage nötig. «Durch die Wiederholung der verschiedenen Arbeitsgänge in jedem nachfolgenden Stockwerk dürfte sich der Arbeitsaufwand für die weiteren Stockwerke bei etwa 10 Tagen einpendeln», sagt Thomas Engel.

351 Fenster, 382 Türen, 3672 Quadratmeter Parkett

Gleichzeitig werden nun die ersten Fenster und Türen eingebaut. Diese kommen ausschliesslich aus der Schweiz. Insgesamt werden in der Mühle Rickenbach 351 Fenster- und Fensterfronten sowie 382 Türen verbaut. Um Fehler zu verhindern, ist eine genaue Planung zwingend. Als Basis dafür wurde eine Excel-Liste aufbereitet, in der für jede einzelne Türe die Eigenheiten wie zum Beispiel Brandschutz oder weitere Ausrüstungen festgelegt worden sind. Diese Excel-Liste ist 185 Zeilen lang und 45 Spalten breit. Exakt im Voraus geplant werden müssen auch die Bodenbeläge. Ganze 3672 Quadratmeter hochwertiger Eichen-Parkett werden verbaut. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist in etwas mehr als einem Jahr geplant, so dass die ersten Wohnungen im Sommer 2021 bezogen werden können. Die gesamte Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 25 Millionen Franken.

Auf der Baustelle herrscht übrigens auch dieser Tage Betrieb – trotz Coronavirus. «Wir nehmen die Vorgaben des Bundes zur Eindämmung der aktuellen Pandemie sehr ernst. Mit Desinfektionsmittel, zusätzlichen Möglichkeiten zum Händewaschen mit Warmwasser und durch das Einhalten der geforderten Abstände werden die entsprechenden Risiken bestmöglich reduziert», sagt Thomas Engel.