Der HEV Hinterthurgau ist mit 3300 Mitgliedern die grösste Sektion im Thurgau. Dies bringt es mit sich, dass für die Hauptversammlungen ein passender Saal gefunden werden muss. Der Stadtsaal Wil ist in dieser Beziehung ideal, liegt er doch gut erreichbar mit ÖV und Auto nahe am Hinterthurgaur. Wils Stadtpräsidentin Susanne Hartmann meint denn auch in ihrer Begrüssungsrede, der Hinterthurgau und Wil, das sei schon fast eine Ehe, die sehr gut funktioniere. Wil sei schon ein bisschen Thurgau und wenn man in Bezug auf Wil-West von Münchwilen spreche, sei diese Gemeinde auch ein bisschen St.Gallen.

Nach dem Nachtessen «zööslet» und «breeselet» der Urnäscher Schauspieler Philipp Langenegger mit den Zuschauern. Mit seinem Appenzeller-Schalk und seinen träfen Sprüchen hat er das Publikum gleich auf seiner Seite. Das Appenzell ist quasi ein Nebenthema der Versammlung. Im Foyer des Saals stellt Stefan Manser aus. Er machte sein Hobby zum Beruf und malt Appenzeller Motive. Auch Thomas Rickenmann, der bekannte Regisseur und Landschaftsfilmer ist vor Ort.

Kurze und speditive Versammlung

Matthias Erne, Präsident des HEV Hinterthurgau, führte kurz und knapp durch die Versammlung. Jahresbericht, Rechnung und Budget gaben zu keiner Diskussion Anlass. Er hob hervor, dass die verschiedenen Dienstleistungen gefragt seien bei den Mitgliedern. Ausgewiesene Fachleute stehen den HEV-Mitgliedern als Berater zur Verfügung. Um das regionale Gewerbe zu unterstützen, werden bald regionale Vergünstigungen angeboten. Die gute Zusammenarbeit mit der Gruppe «Bürgerprotest Fluglärm» zeigt Wirkung: Das Nachtflugverbot wird nun strikte eingehalten. Im Hinblick auf die Piste 28 erhofft man sich Unterstützung von Karin Keller-Sutter.


Ständerätin Brigitte Häberli berichtet über den Stand der Abschaffung des Eigenmietwertes. Dieser störende Fremdkörper im Schweizer Steuersystem gehöre schon längst abgeschafft, meinte sie. Vergangenen Freitag hat die zuständige Kommission des Ständerates die Vorlage mit fünf Varianten in die Vernehmlassung geschickt. Das Ziel: Rentner sollen in Zukunft nicht mehr «bestraft» werden, wenn die Hypotheken amortisiert sind. Und junge Erstkäufer sollen weiterhin Schuldzinsen abziehen können. Die Schweiz ist einer Abschaffung des Eigenmietwertes noch nie so nahe wie heute.

Launiges aus Bundesbern

FDP-Nationalrat Hansjörg Brunner erzählte in launigen Worten, wie es so in Bundesbern zu und her geht. Er ist als Frischling in Bern und musste sich erst an die Gepflogenheiten gewöhnen. Heute wundert er sich nicht mehr, wenn morgens um 8 Uhr höchstens 15 Prozent der Räte im Saal anwesend sind. Zeitung lesen, Telefonieren und reden sind gang und gäbe. So ist es denn auch nicht verwunderlich, dass die Lautstärke manchmal bis zu 80 Dezibel steigt, und die Parlaments-Glocke hin und wieder zur Ruhe mahnt. Jeder Parlamentarier hätte eine To-Do-Liste, nach der er sich richtet - und legt seine Aufmerksamkeit im Saal auf die Abstimmungen. In der Wandelhalle treffen sich Politiker, Medienvertreter und Lobbyisten. Letztere sind eine unverzichtbare Gruppe von Leuten, die für und gegen etwas sind und im Bundeshaus ihre Meinung vertreten dürfen.

Nebst all dem politischen Treiben gebe es auch parlamentarische Gruppierungen, die nur am Rande mit der Politik zu tun hätten, sagte Brunner. So sei er selber in den Tennisclub eingetreten, obwohl er Kleider, Schuhe und Tennisschläger vor über 15 Jahren eingemottet hätte. Selbstverständlich hätte er sich total neu einkleiden müssen. Es sei aber nicht klar, ob er grösser geworden sei, oder seine Frau die Sachen falsch eingelagert habe. Fakt sei, dass er alles habe neu beschaffen müssen.