Mittlerweile gibt es die Art-Garden-Ausstellung an verschiedenen Orten. Selbst in Deutschland werden laut Organisator Peter Spitzli Städte wie Hamburg und Hannover begrünt, in der Westschweiz Vevey und Lausanne. Doch der Ursprung dieses Anlasses liegt in Wil, wo alle zwei Jahre eine solche Gartenausstellung auf die Beine gestellt wird – heuer bereits zum elften Mal. Am Freitagabend fand die feierliche Eröffnung statt, ab Samstag und bis zum 7. Mai ist die Obere Bahnhofstrasse deutlich grüner als sonst. 17 Schauplätze gibt es mit unterschiedlichen Attraktionen. Es plätschert und leuchtet. Denn ein Schwerpunkt wird dieses Jahr auf das Licht gelegt, da die Beleuchtung einen immer grösseren Stellenwert in der Gartengestaltung einnimmt.

Im Vergleich zu den vorangehenden Art-Garden-Ausstellungen in Wil fällt vor allem auf, dass nicht mehr die ganze Oberen Bahnhofstrasse in Anspruch genommen wird und der oberste Teil unbegrünt geblieben ist. Diese Anpassung hat Veranstalter Peter Spitzli aufgrund von Rückmeldungen bei der letzten Durchführung vor zwei Jahren vorgenommen.

Zurückhaltende Stauden

Die Ausstellung bringt noch weitere Neuigkeiten mit sich. So gibt es einen Sandkasten für Kinder, einen Pool und einen Baum, der im ersten Moment an die Weihnachtstanne auf dem Hofplatz im Dezember erinnert. Neben den diversen Gartenbauern aus der Region beteiligen sich auch die Stadtgärtnerei und das Natur-Atelier der Psychiatrischen Klinik.

«Grün statt grau» hiess es während des Eröffnungs-Rundgangs am Freitagabend gleich mehrfach. Diskutiert wurde auch die Frage, ob Wil genügend Grünflächen hat. Für Spitzli ist klar, dass noch deutlich mehr gemacht werden könnte (siehe Interview unten). In Tat und Wahrheit ist es an der Oberen Bahnhofstrasse – auch unabhängig von Art Garden – grüner als auch schon, wenn auch nicht allzu deutlich. Das liegt an einem Pilotprojekt, das im März des vergangenen Jahres gestartet wurde. Vier Baumrabatten im unteren Teil wurden mit Stauden bepflanzt. Zwar stellte Stadtpräsidenten Susanne Hartmann fest, dass sich diese noch zurückhaltend entwickelt hätten in der ersten Vegetationsphase. Die Hoffnungen ruhen nun aber darauf, dass das Projekt dieses Jahr mehr anzieht.

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Stauden lassen sich Zeit: Ein Blick in eine der vier Baumrabatten, die im Rahmen eines Pilotprojektes begrünt worden sind.


Diverse Sonderausstellungen

Die Art Garden 2019 geht aber deutlich über die 17 Schauplätze hinaus. So finden im Baronenhaus diverse Fachvorträge statt, so zum Beispiel zum Thema «Regenwasser sammeln und nutzen», «Die Vielfalt der essbaren Wildpflanzen» oder «Rasenroboter», um nur einige Beispiele zu nennen. Zudem gibt es eine fixe Sonderausstellung vor dem Stadtmarkt, die sich dem Thema «Einheimische Sträucher statt invasive Neophyten» widmet. Auch diverse Workshops und Führungen sind geplant.

 
"In zwei bis drei Jahren wird man Wil ganz anders sehen", sagt Art-Garden-Veranstalter Peter Spitzli im hallowil.ch-Interview. (Video: Simon Dudle)