Der Präsident des HEV Flawil hat am 13. November 2017 im Mattenhof zur ausserordentlichen Versammlung um 17.00 Uhr für eine Grundsatzabstimmung zur neuen Bioabfuhr eingeladen. Vertreter des Gemeinderates und der Gemeindepräsident waren zur Versammlung gekommen. Auch zwei Vertreter des ZAB waren anwesend. Alle drei beantworteten kritische Fragen im Zusammenhang mit der Bioabfuhr ab 1. Januar 2018. Das heisst, sofern nicht das Referendum ergriffen werde.Stefan Eggenberger, der Präsident des HEV Flawil begrüsste die anwesenden Gäste und Grundeigentümer. Der Gemeindepräsident und vier Gemeinderatsmitglieder waren ebenfalls der Einladung in den Mattenhof gefolgt.

Artgerechte und kostendeckende Entsorgung ist Pflicht
Die neun Fragen, die vorgängig mit der Gemeinde besprochen worden sind, wurden mit dem Beamer auf eine Leinwand projiziert und konnten gut gelesen werden. Vorgeschichte: Warum eine Bioabfuhr, wenn der Bürger doch mit der Grünabfuhr zufrieden war. Das Departement des Innern, Regierungsrat Martin Klöti hatte die Gemeinde bereits zum dritten Male mit Verfügung, datiert vom 15. Sept. 2016 aufgefordert, endlich per 1. Jan. 2018 dem kostendeckenden Entsorgungsprinzip nachzukommen.

Auf der andern Seite will die Gemeinde nicht die jährliche Ausgleichszahlung des Kantons von sieben Millionen riskieren, wenn sie dem Begehren des Kantons nicht nachkommt. Zudem ist die Gemeinde auf Grund der Umweltschutzgesetzgebung verpflichtet, artgerecht zu entsorgen. Die Behördenmitglieder und die Vertreter des ZAB waren gut vorbereitet und beantworteten alle gestellten Fragen.

Es wird auf jeden Fall etwas teurer – aber im Resultat besser
13 Gemeinden im Kanton haben die Bioabfuhr und Flawil wird die 14te sein. Der kleine Gewinn von der einzel ausgewiesenen Spezialrechnung des ZAB betrug im Jahr 2016 gerade Fr. 1000,-- über alle 13 Gemeinden. Die Referenzgebühren aus den Gemeinden sind auch für Flawil sinnvoll und verbindlich. Sie sollten zu einer kostendeckenden Entsorgung der Bioabfälle führen.

Mit der Entscheidung des Flawiler Bürgers 1980 ist die Gemeinde dem Zweckverband ZAB beigetreten, der heute 30 Gemeinden umfasst. Das Sammelmonopol wurde damals dem Zweckverband übertragen. Es wurden Verhandlungen des Gemeinderates zwischen dem Umweltservice Brunner AG und dem ZAB geführt und nach einer Lösung gesucht. In der Folge wurde zwischen den beiden Firmen vereinbart, dass die Firma Umweltservice Brunner AG, weiterhin die Sammeltouren mit den Bioabfällen mit dem gleichen Personal weiterführen wird. Der Unterschied des Tonnenpreises für die Entsorgungsgebühren beträgt Fr. 4,50; also kaum etwas höher. Die Vergleiche mit andern Gemeinden, z.B. mit der Stadt St. Gallen bringen keine echte Differenz.

Die Frage der Sammelplätze
Im Raum stand dann die Frage von Sammelplätzen, beispielsweise bei Überbauungen? Gemeindepräsident Elmar Metzger beantwortete die Frage dahin, dass bei bestehenden Mehrfamilienhäusern keine Massnahmen vorgesehen sind, aber bei Neubauten, was als Auflage in die Baubewilligung eingebunden wird. Neu wird die Tarifierung von Bündeln der bisherigen Grünabfuhr und der kombinierten Bioabführ zu Buche schlagen. Sie kostet Fr. 9,--, unbenommen, ob das Bündel 3 oder 20 Kilogramm wiegt. Es wird sich weisen, ob der Einwohner, wenn solche Bündel anfallen, biologisch denken wird, oder lieber drei 35 Ltr. Kehrichtsäcke zu total Fr. 6,-- nehmen wird.

Die Problematik von Fremdkörpern in den Grüncontainern dürfte dem ZAB viele ungewisse Überraschungen bringen. In der Grundsatz-abstimmung votierten von 81 anwesenden Vereinsmitgliedern 13 für ein Referendum. Damit war nach 40minütiger Debatte klar, dass das Referendum vom HEV nicht ergriffen wird.