Die Grünen Prowil blicken auf ein ereignisreiches Jahr 2018 zurück. Ein Höhepunkt war das Parlamentspräsidium von Luc Kauf und die damit verbundene Einladung nach Bundesbern durch Regula Rytz, Nationalrätin und Präsidentin der Grünen Schweiz. An der Hauptversammlung vom im Hof zu Wil wurden Sabrina Albin und Rita Scheiwiller als neue Vorstandsmitglieder gewählt. Präsidentin Eva Noger kündigte an, dass sich der erweiterte Parteivorstand im Jahr 2019 neben dem alltäglichen Politgeschäft auch der Erarbeitung einer Strategie zur Erneuerung der Strukturen widmen wird.

Im Anschluss an die Hauptversammlung referierte Christoph Schär, ETH-Professor aus Wil, zum Thema «Der Klimawandel – lange vorhergesagt und seit kurzem offensichtlich». Passend zum Slogan «Klimawahl», mit dem die Grünen zu den eidgenössischen Wahlen im Herbst antreten, berichtete Schär über 100 Jahre Forschung zum Treibhauseffekt. Die Vorhersagen früherer Forschungsarbeiten werden durch die Fakten von heute bestätigt und seien in der Wissenschaft unbestritten, liess der Referent verlauten. Die weltweite Klimaerwärmung sei bereits seit drei Jahrzehnten nachweisbar. Wird die aktuelle Entwicklung fortgeschrieben, würde die Erderwärmung im Jahr 2100 durchschnittlich 4 Grad betragen, was katastrophale Auswirkungen für Mensch und Natur rund um den Globus hätte: Die Häufigkeit und Intensität von Starkniederschlägen, Hitzewellen und dergleichen würde gegenüber heute um ein Vielfaches zunehmen. Viele Regionen der Welt würden unbewohnbar. Der Klimawandel ist irreversibel; er lässt sich nur eindämmen. Jährlich werden weltweit aktuell 37 Milliarden Tonnen CO2 ausgestossen. Zwei Drittel davon bleiben 200 bis 300 Jahre in der Atmosphäre. Deshalb ist sofortiges Handeln angesagt. Die jetzige CO2-Abgabe in der Schweiz betrifft gerade mal 15% der Emissionen. Man erachte eine Ausweitung der CO2-Abgabe als dringend geboten, damit sich Massnahmen zur Reduktion des CO2-Ausstosses schon kurzfristig finanziell lohnen. Auf lange Sicht werden sich Investitionen zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen ohnehin auszahlen, denn die Eindämmung der Folgen des Klimawandels sei um ein Vielfaches teurer.