Am Ulrich-Hilberweg beim Schulhaus Sonnenhof kommt es immer wieder zu kniffligen Situationen, etwa wenn betagte Spaziergänger aus dem Altersheim Sonnenhof am Rollator mit Velofahrenden kreuzen müssen. 

Dass der Gehweg und die Fahrbahn durch eine abschüssige Schwelle getrennt sind, macht die Begegnung von Kinderwagen und Velos besonders herausfordernd.

Stadtparlamentarier Sebastian Koller (Grüne prowil) richtete am 24. März 2022 in einer Interpellation kritische Fragen bezüglich der längerfristig ungelösten Situation an den Stadtrat. 

Elf weitere Parlamentsmitglieder unterzeichneten den Vorstoss. Sie verlangten unter anderem Auskunft darüber, ob der Stadtrat bereit sei, das Departement Bau, Umwelt und Verkehr (BUV) anzuweisen, die Sanierung rasch an die Hand zu nehmen.

Geringer Zeitgewinn

In seiner Antwort vom 4. Mai schreibt der Stadtrat unter anderem: «Am 6. April 2022 hat sich der Stadtrat mit der Umsetzung des Sanierungsprojekts befasst. Dabei wurden dem Stadtrat das Bauprojekt vorgestellt und die beiden Varianten «dringliche und gebundene Ausgabe» und «ordentlicher Budgetantrag 2023» vorgestellt. Mit dem Terminplan «dringliche und gebundene Ausgabe» kann der Baustart für die Sanierung frühestens im Spätherbst 2022 erfolgen; mit dem Terminplan «ordentlicher Budgetantrag 2023» kann nach Freigabe des Budgets im Winter/Frühling 2023 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Aus Sicht des Stadtrats rechtfertigt der geringe Zeitgewinn bei der Realisierung keine dringliche, gebundene Ausgabe, weshalb er sich für den ordentlichen Budgetantrag entschieden hat.»

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Die Fraktion Grüne prowil sieht sich veranlasst, auf das Departement BUV erzieherisch einzuwirken. (Foto: Adrian Zeller) 


Beklagte Ungleichbehandlung 

Sebastian Koller (Grüne prowil) nahm innerhalb der Parlamentssitzung mündlich sehr detailliert zur stadträtlichen Antwort Stellung. Er sprach von widersprüchlichem Verhalten. 

Er warf der Stadtregierung unter anderem vor, den Velofahrenden und den Fussgängern in Wil weit mehr zuzumuten, als Automobilsten. Ein vergleichbarer Sanierungsfall an einer Autostrasse wäre längst behoben worden. Beim Velo- und Fussverkehr messe das BUV mit viel grosszügigeren Ellen, als beim Autoverkehr. Für Koller ist zudem fraglich, wer bei einem allfälligen Unfall haften würde.

Der ineffiziente Umgang des BUV mit dieser Situation, nehme die Fraktion Grüne prowil gemäss Koller zum Anlass, auf das BUV «erzieherisch» einzuwirken.

Stadträtin stellt kaum Probleme fest

In ihrer anschliessenden Stellungahme räumte Stadträtin Ursula Egli Fehler ein. Während ihr anfänglich einige Kritik zu Ohren gekommen sei, sei diese in letzter Zeit verstummt. Passanten hätten sich in der ersten Zeit über Risse in Jacken aufgrund des unfreiwilligen Kontaktes mit den Bauabschrankungen bei Ausweichmanövern beschwert. In diesem Punkt wurde laut Ursula Egli an den Abschrankungen nachgebessert. 

Gemäss ihren Angaben ist die BUV-Vorsteherin selber mehrmals in der Woche an dieser Strecke unterwegs, sie begegne dort keinen Schwierigkeiten.